20.08.2025

Indonesien braucht Gottes Wort: Interview mit Bibel Liga-Leiter Assaf Imanuel

Wie Menschen im größten muslimischen Land der Welt Jesus begegnen

Indonesien ist ein buntes Land: Auf den 17.000 Inseln leben 270 Millionen Menschen, die 300 verschiedenen Ethnien angehören. Viele wohnen in Millionenstädten, andere im Dschungel fernab jeglicher Zivilisation. Der Großteil der Indonesier sind Muslime. Doch es gibt auch Hindus, Buddhisten und Christen. Einer von ihnen ist Assaf Imanuel, Pastor in Jakarta und seit 2023 Leiter der indonesischen Bibel Liga. Auf unserer Reise nach Westpapua hat er uns von seinem Glaubensweg und den Herausforderungen im Land erzählt – und wie Gott durch Bibelgruppen Licht in die Dunkelheit bringt.

Assaf Imanuel, Leiter der Bibel Liga in Indonesien, steht in grauem Sakko und hellem Hemd lächelnd vor üppig grünem tropischen Hintergrund.
Assaf Imanuel leitet seit 2023 die Bibel Liga in Indonesien

Vom Grafikdesigner zum Pastor

„Ich bin in einer Familie aufgewachsen, die auf dem Papier christlich war. Aber Jesus habe ich erst an der Universität kennengelernt“, berichtet Assaf. In einer christlichen Studentengruppe begegnete er jungen Menschen, deren Glaube authentisch war. Bei einer Evangelisation nahm er die Einladung Jesu an und wurde bald darauf getauft. Nach und nach kamen auch seine Eltern und Geschwister zum Glauben. Nach dem Studium arbeitete Assaf als Grafikdesigner in einer Agentur, später bei einem christlichen Medienhaus. „Ich hatte früh Gottes Ruf in den vollzeitlichen Dienst gehört, doch ich wollte nicht Pastor werden“, gibt er zu. Dann wurde er schwer krank. „Ich habe Gott einen Deal angeboten: Wenn du mich heilst, werde ich dir dienen.“ Doch Gottes Wege waren anders. Enttäuscht, dass er nicht übernatürlich geheilt worden war, ging Assaf in einen säkularen Job zurück – bis er Lungenkrebs bekam. „Es ist eine lange Geschichte, aber ich wurde geheilt“, erinnert sich Assaf. Jetzt war für ihn klar, dass er dem Ruf Gottes gehorchen würde. Gemeinsam mit seiner Frau traf er eine mutige Entscheidung: Sie verkauften ihr Haus und ihr Auto, lebten sehr bescheiden und fuhren mit ihrem Sohn zu dritt auf einem kleinen Roller. „Es gab Tage, da wussten wir nicht, was wir essen würden. Aber Gott hat uns versorgt. Und wir haben Wunder erlebt.“

Christsein zwischen Freiheit und Verfolgung

Seit 2023 leitet der 46-Jährige die indonesische Bibel Liga. Es ist ein herausfordernder Job, denn das Land ist riesig. Entsprechend groß sind die Unterschiede, auch was die Ausübung des christlichen Glaubens betrifft. In Regionen wie Westpapua oder Nordsulawesi, wo viele Christen leben, gibt es große Freiheiten. Gottesdienste finden dort sogar in Einkaufszentren statt. Anders sieht es in der Provinz Aceh aus. Dort gilt die Scharia. Christen, besonders ehemalige Muslime, die sich für Jesus entscheiden, erleben Ablehnung, Anfeindung oder Schlimmeres – meist von der eigenen Familie. „Anderen von Jesus zu erzählen ist nicht leicht“, erklärt Assaf. „Wir raten unseren Geschwistern: Baut Brücken. Seid gute Nachbarn. Liebt und dient euren Mitmenschen.“ Gerade während der Corona-Pandemie seien viele Muslime durch Online-Gottesdienste auf Jesus aufmerksam geworden, weil sie nicht in die Kirche gehen mussten, um von Jesus zu hören.

„Die Kirchen sind das größte Missionsfeld“

Eine weitere Herausforderung sieht Assaf innerhalb der Kirchen. Oft ist vom Erbe der Missionare wenig übrig. „Viele Menschen hier nennen sich Christen, aber sie kennen Jesus nicht. Sie haben keine lebendige Beziehung zu ihm.“ Er zitiert Billy Graham: „Die Kirchen sind das größte Missionsfeld“ – ein Satz, der seiner Meinung nach auch auf Indonesien zutrifft. Zudem beobachtet er, dass indonesische Christen, die in relativer Freiheit leben können, ihren Missionsauftrag vergessen. Doch es braucht Christen, die Gottes Wort lesen und teilen, damit Veränderung geschieht.

Die Bibel Liga in Indonesien: Hoffnung durch das Philippus-Programm

Hier setzt die Arbeit der Bibel Liga an. „Wir möchten Gottes Wort nicht nur zugänglich machen, sondern auch verständlich“, betont Assaf. Genau das geschieht durch das Philippus-Programm: Menschen kommen in Kleingruppen zusammen, lesen gemeinsam in der Bibel, stellen Fragen – und erleben, wie Gottes Wort persönlich spricht. „Viele sogenannte Namenschristen begegnen in einer Bibelgruppe Jesus zum ersten Mal wirklich“, erzählt Assaf. „Und Gemeinden nutzen diese Kurse auch, um Muslime einzuladen – mit Liebe, mit Respekt, mit Weisheit.“ Die Bibelgruppen verbinden – über Denominationsgrenzen hinweg. „Das stärkt die Einheit und macht uns zu einem glaubwürdigen Zeugnis.“

Eine Frau in einem pinken Kleid spricht lebhaft während einer Bibelgruppe. Sie sitzt mit anderen Teilnehmenden an einem Tisch mit aufgeschlagenen Büchern in einem offenen Raum.
Junge Teilnehmer einer Philippus-Bibelgruppe tauschen sich aus

Gemeinsam Bibeln schenken: mit der Aktion BibelStern

Eine fröhlich lächelnde indigene Frau in traditioneller Kleidung und Kopfschmuck hält eine Bibel mit dem Titel „ALKITAB“ in beiden Händen. Im Hintergrund sind Bäume und eine Mauer zu sehen.
Eine Frau aus Papua freut sich über die geschenkte Bibel

Die Herausforderungen in Indonesien sind groß – aber die Chancen sind es auch. „Beten Sie für uns“, bittet Assaf Imanuel. „Für unser Team, für die vielen Bibelgruppen und für all jene, die zum ersten Mal von Jesus hören.“ Und: Mit Ihrer Unterstützung können noch mehr Menschen eine Bibel erhalten, in Gottes Wort lesen und Jesus Christus persönlich begegnen.

Möchten Sie helfen, dass Menschen in Indonesien Gottes Wort kennenlernen? Dann laden wir Sie herzlich ein, mit Ihrer Gemeinde oder Kleingruppe Teil der Aktion BibelStern zu werden. Dabei sammeln Gemeinden und Gruppen Spenden für Bibeln für Indonesien. Eine Spende von 7 € ermöglicht einer Person die Teilnahme an einem Bibelkurs und eine eigene Bibel – eines der besten Geschenke überhaupt!

Jetzt anmelden und die kostenlose Mitmach-Box bestellen:

Ich bin bei BibelStern dabei!

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13.08.2025

Bibel Liga-Live – Was wir in Indonesien erlebt haben

Das deutsche Bibel Liga Team und Kameramann Samuel Wurster interviewen Reynold aus Indonesien.

60 Min. Einblick in unsere Indonesien-Reise und die Situation der Christen vor Ort

Indonesien ist eines unserer über vierzig Einsatzländer weltweit. Das Land ist in vielerlei Hinsicht besonders: Es ist nicht nur der größte Inselstaat, sondern auch das größte muslimische Land der Welt. Bei unserem digitalen Live-Event am 16. September nehmen wir Sie mit hinter die Kulissen unserer Arbeit. Wie ist Bibelmission in einem muslimischen Land möglich? Was sind Herausforderungen? Diese und weitere Fragen werden wir beim Bibel Liga-Live beantworten. Außerdem erwarten Sie persönliche Erlebnisse unserer Indonesien-Reise im April 2025 und bewegende Glaubenszeugnisse, z. B. von einer ehemaligen Muslima. Als special guest ist Thony Ronaldo, der Bibel Liga-Leiter von Süd- und Ostasien, mit dabei und beantwortet Ihre Fragen.

Jetzt kostenlos anmelden!

Was: 60 Min. Online-Veranstaltung über Vimeo
Wann: Am 16. September um 19 Uhr
Wo: Bequem von Ihrem Wohnzimmer aus. Nach Anmeldung schicken wir Ihnen den Link zu. Die Teilnahme erfolgt ohne Kamera.
Wer: Das deutsche Bibel Liga-Team + Thony Ronaldo, Bibel Liga-Leiter von Süd- und Ostasien

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Eine Muslima aus Indonesien liest heimlich in der Bibel und lädt dadurch Jesus in ihr Leben ein.
Eine Muslima liest heimlich in der Bibel.
Islam und Christentum in Indonesien

Mit knapp 230 Millionen Muslimen ist Indonesien das größte muslimische Land der Welt. In der Provinz Aceh gilt die Scharia, ansonsten herrscht offiziell Religionsfreiheit. Muslime, die Christen werden, müssen allerdings mit Ablehnung aus Gesellschaft und Familie rechnen – und manche werden sogar verfolgt.

Durch Erweckungsbewegungen im 19. und 20. Jahrhundert gibt es auch christliche Regionen, wie beispielsweise Nord-Sumatra oder Westpapua. Heutzutage ist der christliche Glaube allerdings nicht viel mehr als eine leere Hülle von Traditionen. Eine persönliche Beziehung zu Gott und eine eigene Bibel hat kaum jemand.

Bibelmission in Indonesien: Herausforderungen

Viele Indigene im Dschungel – auch in offiziell christlichen Gebieten – praktizieren bis heute Animismus und Ahnenverehrung. Religionsvermischung ist ein gängiges Phänomen. Was es braucht, ist gemeinschaftliches Bibellesen und Gottes Wort als Fundament, damit Menschen zu einer lebendigen Gottesbeziehung finden.

Eine weitere Herausforderung ist Indonesiens geographische Lage. Mehr als 17.000 Inseln bilden den Archipel. Manche abgelegenen Dschungelgebiete wie etwa in Westpapua können nur per Bott oder mit dem Hubschrauber erreicht werden – für den Transport von Bibeln und Studienmaterial eine echte Herausforderung. Dennoch wächst die Arbeit Bibel Liga in Indonesien. Allein im letzten Jahr haben 65.000 Menschen an einer Bibelgruppe teilgenommen und eine eigene Bibel bekommen.

Indigene des Hatam-Stamms aus Westpapua freuen sich über ihre eigene Bibel.
Frauen des Hatam-Stammes freuen sich über ihre erste eigene Bibel.

60. Min. Blick hinter die Kulissen – Sind Sie dabei?

Bei unserem Bibel Liga-Live nehmen wir Sie für 60 Min. mit hinter die Kulissen unserer Arbeit in Indonesien. Es wird persönlich: mit unseren eigenen Reiseerfahrungen und berührenden Glaubenszeugnissen. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Thony Ronaldo, Bibel Liga-Leiter von Süd- und Ostasien, wird sie beantworten und gibt Einblicke in die Situation der Christen vor Ort. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme. Sind Sie dabei?

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23.07.2025

„Wir sind berufen, Menschen zu Jüngern zu machen“

Wie Frida im Dschungel von Westpapua Tausende mit Gottes Wort erreicht

Mit einem stillen Lächeln, aber einer unerschrockenen Leidenschaft für Jesus – Frida Tambubolon ist gebürtige Indonesierin von der Insel Sumatra. Seit vielen Jahren folgt die 53-Jährige ihrer Berufung: Menschen mit Gottes Wort zu erreichen. Und das mitten im Dschungel von Westpapua.

Frida ist eine Bibelgruppenleiterin im Dschungel von Westpapua
Gottes Wort, das Leben verändert

Obwohl Frida in einem christlichen Elternhaus aufwuchs, war der Glaube für sie lange Zeit nur Tradition. Erst als Teenager begegnete sie Gott persönlich. Als ein Freund sie zu einem Gebetstreffen einlud, war Frida tief berührt von den Menschen, die Gott lobten und unter denen Gottes Geist mit unterschiedlichen Gaben wirkte. „Das möchte ich auch, Gott“, betete sie und lud Jesus in ihr Leben ein. Sie war zu diesem Zeitpunkt 13 Jahre alt. „Kurze Zeit später hatte ich einen Traum“, erinnert sie sich. „Ich sah ein Schwert aus Feuer, das für die Bibel stand. Auf einmal wandte es sich zu mir und stach mir mitten ins Herz. Ich sah, wie es mein Fleisch von meinen Knochen trennte und all mein Innerstes offenlegte.“ Es ist genau das, was Paulus beschreibt:

„Denn eines müssen wir wissen: Gottes Wort ist lebendig und voller Kraft. Das schärfste beidseitig geschliffene Schwert ist nicht so scharf wie dieses Wort, das Seele und Geist und Mark und Bein durchdringt und sich als Richter unserer geheimsten Wünsche und Gedanken erweist.“ (Hebräer 4,12 Luther)

Dieses Erlebnis sollte das Fundament für ihren späteren Dienst werden.

Frida erklärt Kindern mithilfe von Kinderstudienmaterial die Geschichte aus der Bibel.
Von Gott wachgerüttelt

Frida ging zur Gemeinde, heiratete und bekam zwei Söhne, die mittlerweile erwachsen sind. Doch Gott hatte noch mehr vor. Immer wieder waren es Visionen, die Frida wachrüttelten, den nächsten Schritt zu gehen. „Vor meinem inneren Auge zeigte Gott mir einen Gemeindesaal mit Pastoren. Sie aßen zusammen, unterhielten sich und machten es sich gemütlich. Doch Gott sagte zu mir: ‚Wir sind nicht dazu berufen, es uns in den Gemeinden bequem zu machen, sondern hinauszugehen und alle Nationen zu Jüngern zu machen.‘“ Das wirkte. Als ein Freund ihr von dem Dienst der Bibel Liga in Westpapua erzählte, besuchte Frida eine Philippus-Junior-Schulung. Dort wurden Menschen ausgebildet, Kindern mithilfe von Begleitheften das Evangelium zu erklären. Was mit drei Kindern aus der Nachbarschaft begann, sollte schon bald zu einem großen Dienst werden.

Mitten im Dschungel: Kinder entdecken Gottes Wort

Während der Pandemie suchte Frida nach neuen Wegen. Sie fuhr in abgelegene Dörfer im Dschungel – teils nur mit dem Motorrad erreichbar. Dort traf sie auf große Offenheit, aber auch geistliche Herausforderungen. „Viele von den Menschen dort sind während der Erweckung im 19. Jahrhundert Christen geworden, doch heute ist das oft nur noch eine leere Hülle aus Traditionen. Auch Zauberei wird an vielen Orten noch praktiziert“, erklärt Frida. Dennoch ging Frida auf die Menschen zu und startete ihre erste Kinderbibelgruppe. Auch die Erwachsenen hörten aufmerksam zu.  „Die Menschen sind so neugierig, wenn ich ihnen Gottes Wort erkläre. Die meisten besitzen keine Bibel und wissen nicht, wie sie darin lesen sollen.“

Kinder im Dschungel von Westpapua lesen begeistert in den Heften mit biblischen Geschichten.
Evangelisation ist unser gemeinsamer Auftrag

Der Dienst, der sich mittlerweile im Dschungel rund um Manokwari entwickelt hat, ist gewaltig. Etwa 6.000 Kinder und Erwachsene haben in den letzten fünf Jahren an einer Bibelgruppe teilgenommen. Die Arbeit macht Frida längst nicht mehr allein. Mehr als hundert Einheimische hat sie zu Kleingruppenleitern ausgebildet, die nun selbst Philippus-Gruppen anbieten. „Wir haben alle Dörfer nördlich von Manokwari erreicht, etwa 50. Jetzt möchte ich auch im Süden die Gute Nachricht verbreiten“, sagt sie begeistert. Ihre Leidenschaft für Gottes Wort ist nach wie vor ungebrochen. „Wir Christen müssen aufwachen und andere ausbilden, denn das Evangelium zu verkünden ist nicht nur Sache von Pastoren – es ist die Aufgabe eines jeden Christen“, betont sie. Fridas eigenes Leben ist ein Zeugnis dafür, dass Gott die Berufenen befähigt und jeder noch so kleine Anfang massive Auswirkungen haben kann. Denn Gottes Wort ist lebendig. Es ist wie ein Schwert – und es dringt auch heute noch tief in die Herzen derjenigen, die es hören und lesen.

Gemeinsam wollen wir mehr Indonesier mit Gottes Wort erreichen

Eine Teilnehmerin der Aktion BibelStern freut sich über die Bibel, die sie verschenkt.
Helfen Sie mit?

Bei der Aktion BibelStern sammeln Kleingruppen, Hauskreise und Gemeinden für Menschen in Indonesien, die sich keine Bibel leisten können. Melden Sie sich einfach an & erhalten Sie von uns die kostenlose Mitmachbox. Übrigens: Wir stellen Ihnen auch einen kurzen Film-Clip über die Bibelnot in Indonesien zur Verfügung, den Sie im Gottesdienst zeigen können. Weitere Infos zur Aktion finden Sie hier.
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08.04.2025

Reiseblog: Zu Besuch im Gefängnis

Ein ehemaliger Krimineller erzählt Gefangenen von Jesus

Reynold betritt das Gefängnis mit seinem Rucksack voller Bibeln und seiner Gitarre.

„Salam“, ertönt es schon von Weitem, als wir über den Parkplatz der Polizeistation auf das unscheinbare längliche Gebäude zulaufen. Einige junge Männer in kurzen Hosen und T-Shirts stehen bereits am Eingang; sie sind barfuß, die eine Hand umfasst die Gitterstäbe, mit der anderen winken sie uns überschwänglich zu. „Salam“, rufen wir zurück und folgen Reynold durch das schmale Tor. Wir begleiten den Polizisten und Familienvater in ein kleines Gefängnis in Manokwari, wo derzeit etwa 50 Männer einsitzen. Reynold ist heute nicht im Dienst, denn es ist Sonntag. Jede Woche nach dem Gottesdienstbesuch fährt er mit seinem Motorroller zu seiner Wache, um den Gefangenen von Jesus zu erzählen – seine Gitarre eingeklemmt zwischen seinen Füßen und in seinem Rucksack neue Bibeln. Ebenso wie die Männer hinter Gittern hat auch er eine dunkle Vergangenheit. Drei Monate hat er selbst im Gefängnis gesessen. Als er Jesus sein Leben anvertraute, machte er nicht nur eine 180-Gradwende, sondern verspürte auch den Wunsch, die Botschaft von Vergebung und Veränderung mit den Menschen zu teilen – vor allem mit solchen hinter Gittern.

Reynold ermutigt die Gefangenen, Jesus in ihr Leben einzuladen.

Gottesdienst in einer Zelle

Wir laufen den schmalen Gang zwischen einer schwarzer Eisenwand und Gitterstäben entlang und treten durch ein zweites Tor. Hier befindet sich ein kleiner Vorraum – kaum zwei Personen passen nebeneinander – und eine 20 Quadratmeter große Zelle kommt dahinter zum Vorschein. Etwa 30 Insassen erwarten Reynold bereits sehnsüchtig. In Windeseile haben sie drei Reihen gebildet und setzen sich auf den Boden. Einige weitere stehen in dem Gang dahinter und drücken sich an die Gitterstäbe, um ebenfalls mitzubekommen, was passiert. Ein grünes hölzernes Rednerpult wird aufgestellt, mit dem sich Reynold im Eingang der Zelle platziert. Innerhalb von zwei Minuten sind alle bereit und schauen gespannt zu dem großen, stämmigen Mann, dessen Erscheinung mindestens so viel Eindruck macht, wie das freundliche Lächeln auf seinem Gesicht. Eine Stunde Zeit haben sie für den Gottesdienst – offenbar wollen sie keine Minute davon verschwenden.

Tattoos & Tränen

Wir sind noch dabei, unsere Kameras auszupacken, als Reynhold bereits anfängt, leidenschaftlich zu den Gefangenen zu sprechen. In seiner Hand hält er das Studienheft der Bibel Liga und geht einen Bibeltext durch. „Jesus ist der Einzige, der euch frei machen kann. Er kann euch neu machen.“ Seine volle Stimme hallt durch den Raum, während 30 Augenpaare abwechselnd auf ihn und auf den Boden gerichtet sind. Es liegt Autorität in seinen Worten – schließlich ist sein eigenes Leben ein eindrückliches Zeugnis dafür, dass für Gott niemand zu verloren ist. Ein junger Mann in grünem T-Shirt, dessen Arme Tattoos zieren, scheint tief bewegt zu sein. Seine Augen füllen sich mit Tränen. Andere schauen betreten zu Boden. Manche nicken. „Diese Männer empfinden große Scham und fühlen sich als Ausgestoßene der Gesellschaft“, hat uns Irma, Reynolds Frau im Vorhinein erzählt. Als wir in die betretenen Gesichter blicken, spüren wir, dass sie Recht hat. „Wer möchte Jesus in sein Leben einladen?“, fragt Reynold in die Runde. Ein paar Hände gehen zaghaft nach oben. „Ihr müsst es wirklich von Herzen glauben und ernstmeinen. Es geht nicht darum, seine Hand zu heben, sondern Jesus im Inneren Raum zu geben und sich von den bösen Wegen abzuwenden“, erklärt er weiter. Seine Worte sind klar und zeitgleich liebevoll.

Die Insassen sind tief bewegt

„Gott hat mich durch das Gefängnis verändert“

Nach dem Abschlussgebet nimmt einer der wenigen älteren Gefangenen die Gitarre, die Reynold mitgebracht hat, und fängt an zu spielen. Inbrünstig stimmen die anderen in seinen Gesang mit ein. Die vielen kräftigen Stimmen hallen laut durch den kleinen Raum. Auch wenn wir den Text nicht verstehen, klatschen wir im Takt mit und saugen diese besondere Atmosphäre in uns auf. Dann öffnet Reynold seinen Rucksack und holt die Bibeln heraus. „Dieses Gefängnis ist eine Durchlaufstation. Die meisten bleiben nur einige Wochen oder Monate hier und warten auf ihre Verhandlung. Dann werden sie auf andere Gefängnisse verteilt“, erklärt er. „Fast jede Woche sind neue Häftlinge dabei.“ Diejenigen, die bisher keine eigene Bibel haben, bekommen das schwarze Büchlein mit der goldenen Schrift Alkitab überreicht. „Seit ich im Gefängnis sitze, habe ich angefangen, förmlich in die Bibel einzutauchen“, erzählt uns einer der Gefangenen im Nachgang. „Ich war früher sehr gewalttätig, aber Gott hat mich durch die Zeit im Gefängnis verändert“, sagt ein anderer. In vielen entdecken wir einen ähnlichen Kontrast wie bei Reynold: Das äußere Erscheinungsbild wirkt zunächst recht furchteinflößend, doch in den Augen und den Gesichtszügen liegt etwas Weiches und Gebrochenes. Zum Abschied holt einer der Gefangenen eine Deutschlandflagge und die Männer fangen an zu jubeln. „Wir lieben deutschen Fußball.“ Was für ein Themenwechsel. Wir lachen und freuen uns über diese unerwartete Leichtigkeit. Unter vielem Winken und Lächeln verabschieden wir uns schließlich.

Ein Gefängnisinsasse erzählt sein Zeugnis
Gefangene in West-Papua halten eine Deutschlandflagge hoch.

Ein herzlicher Abschied: Wir sagen „Danke“

Noch immer tief bewegt von den Eindrücken gehen wir zu den Autos zurück. Wir werfen einander erleichterte, aber auch ein wenig traurige Blicke zu. Denn es ist nicht nur Zeit, uns von den Gefangenen zu verabschieden, sondern nun sind auch die letzten Filmaufnahmen im Kasten. Früh am nächsten Morgen wird unser Rückflug gehen und nun heißt es, Abschied von den Familien in Manokwari zu nehmen, in dessen Leben wir so tiefe Einblicke bekommen haben. Beim gemeinsamen Abendessen bedanken wir uns für diese schöne und intensive Zeit. „Terima Kasih“. „Vielen Dank“, tönt es von allen Seiten. Nicht nur das Erlebnis mit den Gefangenen heute hat uns gezeigt, dass die Arbeit unserer Partner wichtig ist. Denn Gott und sein Wort verändern zahlreiche Menschenleben – nicht nur hier in Papua, sondern in ganz Indonesien. Wir sind dankbar, dass wir einen kleinen Ausschnitt davon mit eigenen Augen sehen durften, und diese Geschichten bei der BibelStern-Aktion, im Bibelbeweger-Magazin und auf unserem Blog teilen können.

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04.04.2025

Reiseblog: Auf den Spuren von deutschen Papua-Missionaren auf Mansinam

„Warum hast du Turnschuhe an?“ fragt Oscar, mein indonesischer Kollege, als wir im Auto zum Hafen sitzen. „Wir werden nass werden! Das Boot kann nicht bis ans Ufer der Insel fahren“, erklärt er mir und zeigt auf seine Flip-Flops. Nun verstehe ich auch, warum der einheimische Pastor eine kurze Hose und Sandalen trägt – bisher habe ich ihn nur in langen Hosen gesehen. Seit fünf Tagen sind wir, ein vierköpfiges Team aus Deutschland, in Manokwari, West-Papua (Indonesien) unterwegs. Wir sammeln Material für das nächste Bibelbeweger-Magazin und drehen für unseren diesjährigen BibelStern-Clip. Heute besuchen wir gemeinsam mit unseren lokalen Partnern einen besonderen Ort: Mansinam Island, auch „Gospel Island“ genannt. Sie liegt etwa sechs Kilometer vor Manokwari. Am Hafen beobachten wir kleine Kinder, die vom Steg aus in das warme Wasser springen – am liebsten würden wir es ihnen gleichtun. Es ist zwar noch Morgen, doch die Kleidung klebt bereits am Körper und der Schweiß rinnt uns von der Stirn. Umso mehr genießen wir die 15-minütige Fahrt mit einem kleinen Motorboot aus Holz und lassen uns von der frischen Brise ein wenig abkühlen.

Wir besteigen das Holzboot nach Mansinam
Dieses Boot bringt uns nach Mansinam
Mansinam - ein Paradies mit Palmen und Stränden
Die „Gospel Island“ ist ein wunderschöner Ort
Willkommen auf der „Gospel Island“

Als wir an dem weißen, feinen Sandstrand unter Palmen landen, schaffen wir es sogar trockenen Fußes an Land. Auf dieser paradiesischen Insel sind am 5. Februar 1855 zwei deutsche Missionare, Carl Wilhelm Ottow und Johann Gottlob Geissler, angekommen. Sie brachten das Evangelium nach Papua und werden heute als Nationalhelden verehrt. Bereits vom Boot aus konnten wir ein strahlend weißes Kreuz sowie zwei Statuen sehen.

Auf Mansinam gibt es ein großes Denkmal für die MIssionare Ottow und Geissler mit Stauten und einem weißen Kreuz
Die Gedenkstätte ist bereits vom Meer aus zu sehen
"In Gottes Namen betreten wir das Land" - beteten die Missionare Ottow und Geissler 1855
Die Statuen erinnern an die deutschen Missionare Ottow und Geissler

Wir wollen die Erinnerungsstätte aus nächster Nähe anschauen und Hans Collins Wauma, ein Pastor auf Mansinam, öffnet uns das Tor. Er hat Kirschengeschichte studiert und mehrere Bücher verfasst. Sein Neuestes handelt von den deutschen Missionaren. Da auf deutschen Internetseiten fast nichts über Ottow und Geißler zu finden ist, nutze ich die Chance und löchere Hans mit Fragen. Er wiederum ist begeistert, dass Deutsche die Insel besuchen: „Als die Ottow und Geissler ankamen, knieten sie sich nieder und beteten: In Gottes Namen betreten wir das Land!“ Den letzten Satz sagt Hans auf Deutsch. „Doch sie hatten mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Bewohner waren zu Beginn feindselig.“ Es dauerte, bis die Deutschen ihr Vertrauen gewonnen hatten. Sie lernten die Landessprache, gründeten eine Schule, gaben handwerklichen Unterricht, klärten über Hygiene auf – und erzählten biblische Geschichten. „Ottow starb im November 1862 mit 35 Jahren an Malaria“, sagt Hans. „Erst 1865 ließ sich die erste Person taufen.“ 1870 kehrte Geissler zurück nach Deutschland, zwei Kinder musste er in einem Grab in Papua zurücklassen. Kurz nach der Ankunft, bevor er seine Eltern wiedersehen konnte, starb auch er.

Vergessene Missionarinnen

Als Hans die Kinder erwähnt, werde ich neugierig: „Was ist mit den Frauen der beiden?“, frage ich ihn. Er nennt mir die Namen: Pauline Justine Reynaert war mit Geissler verheiratet, Auguste Wilhelmine Letz mit Ottow. Ich vermisse ihre Statuen… Später versuche im Hotel über Google mehr über die beiden zu erfahren. Auf der Seite von Ottows Geburtsstadt Luckenwald werde ich fündig:  Der junge Mann hatte an seinen Pastor in Deutschland geschrieben, dass er gern heiraten würde. Die Frau, die er im Sinn hatte, wollte jedoch auf keinen Fall nach Papua ziehen. Also schickte ihm sein Pastor kurzerhand seine Haushälterin Auguste. Sie ließ sich auf die gefährliche Reise zu einem ihr unbekannten Mann und auf ein Leben fern jeder Zivilisation ein und arbeitete Seite an Seite mit den beiden Missionaren. Als Ottow nach nur wenigen Ehejahren starb, war sie mit ihrem zweiten Kind schwanger und musste sich um ihren schwerkranken Erstgeborenen kümmern. Dennoch kehrte sie nicht nach Deutschland zurück. Ich wünschte, auch ihre Geschichte würde erzählt werden. Denn die der beiden Männer ist fest verankert im kulturellen Gedächtnis der Papua. Jedes Jahr am 5. Februar feiern sie ein riesiges Fest auf der Insel. Der Tag ist ein Feiertag in ganz Papua; 15.000-20.000 Menschen besuchen die Feierlichkeiten. Zum diesjährigen 170. Jubiläum waren sogar Nachfahren der 6. und 7. Generation von Geissler angereist.

Drehaufnahmen unter Palmen

Nach dem Interview mit Hans sehen wir uns die Sehenswürdigkeit der Insel, eine 30 Meter hohe Jesusstatue, die segnend ihre Arme ausbreitet, aus der Nähe an. Nach 20 Minuten Fußmarsch in der prallen Sonne kommen wir oben an. Samuel, unser Kameramann, startet seine Drohne und macht tolle Aufnahmen aus der Vogelperspektive für unseren Bibelstern-Clip.

Die 30 Meter hohe Jesus Statue auf Mansinam
Die 30 Meter hohe Jesus-Statue ist ein Wahrzeichen der Insel

Später schippern wir mit dem gemieteten Boot noch an einen wunderschönen Strandabschnitt, um weitere Szenen zu drehen. Wir ziehen unsere Turnschuhe aus und steigen aus dem schaukelnden Boot aus, um durch das badewannenwarme Wasser zum Ufer zu waten. Der weiße Sand, das türkisblaue Wasser und die Palmen würden uns am liebsten vergessen lassen, dass wir zum Arbeiten hier sind. Was für ein herrlicher Ort – hier könnten wir es eine Weile aushalten. Doch sobald die Aufnahmen im Kasten sind, müssen wir uns von diesem kleinen Paradies verabschieden. Vielleicht kommen wir ja eines Tages wieder? Der 5. Februar würde sich anbieten!

Samuel filmt Mutter und Tocher am Strand auf Mansinam
Samuel dreht Szenen für den BibelStern-Clip
Kinder schwimmen und spielen im warmen Wasser und am Strand von Mansinam
Ein traumhafter Strand lädt zum Schwimmen ein – doch wir müssen weiter

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02.04.2025

Reiseblog: Im Dschungel von West-Papua

Holpernd schlängelt sich der Bus, der für die schmale Asphaltstraße gefühlt viel zu groß ist, durch den Dschungel von West-Papua. Etwa zwei Stunden fahren wir die einzige Straße entlang, die Manokwari Richtung Norden mit verschiedenen Dörfern verbindet, in denen bis heute vor allem die einheimische papuanische Bevölkerung lebt. Vor unserem Fenster ziehen kleine Häuser aus Stein und Beton vorbei, die inmitten des dichten Urwaldes fast unwirklich wirken. Wäscheleinen sind von Baum zu Baum gespannt, Mütter sitzen mit ihren Kindern vor ihren Häusern, andere laufen mit Machete in der Hand durch das Dickicht und immer wieder kommen uns Rollerfahrer entgegen – die meisten barfuß und ohne Helm.

Eine Frau aus einem einheimischen Stamm in Papua
Interviews und Filmaufnahmen für die Aktion BibelStern

Vor drei Tagen sind Salome, Maya, Samuel und Daniel als Team aus Deutschland zusammen mit Bible League-Mitarbeiter Romi von den Philippinen in Manokwari gelandet. Begleitet werden wir von Landesleiter Assaf und Oscar vom indonesischen Bibel Liga-Team. Zehn Tage lang sind Begegnungen, Interviews und Filmaufnahmen mit Leitern und Teilnehmern des Philippus-Programms geplant, denn dieses Jahr steht Indonesien im Fokus der Aktion BibelStern. Unser Ausgangspunkt Manokwari, eine Kleinstadt mit etwa 107.000 Einwohnern, ist zwar eine der wenigen großen Städte in West-Papua, doch sie hat mit den vielen kleinen Häusern, Kiosks und unzähligen Palmen eher Dorfcharakter. Überall schlängeln sich unzählige Roller durch den chaotischen Verkehr. Überhaupt scheinen motorisierte Zweiräder das Hauptfortbewegungsmittel in West-Papua zu sein. Auf ein Auto kommen schätzungsweise fünf Roller. Hier im Dschungel sind es noch mehr.

Kinderbibelgruppen im Busch

Verschwitzt und klebrig, weil die Luftfeuchtigkeit bei fast neunzig Prozent liegt und die Klimaanlage im Bus nur mäßig funktioniert, freuen wir uns, als wir schließlich nach über zwei Stunden über Stock und Stein auf ein weitläufiges Gelände einer Gemeinde abbiegen und uns eine erfrischende Brise empfängt. Der begeisterte Gesang von Kindern dringt zu uns herüber. Etwa zwanzig Mädchen und Jungen sitzen auf einer Plastikfolie unter einem Baum, der ihnen Schatten spendet. Eine junge Frau hält das Begleitheft für Kinderbibelgruppen in der Hand und erzählt ihnen eine Geschichte.

Eine Kinderbibelgruppe unter einem Baum in West-Papua

„Das ist eine der Frauen, die ich zur Kindergruppenleiterin ausgebildet habe“, erklärt uns Frida, eine Philippus-Trainerin aus Manokwari. Sie begleitet uns heute. Vor einigen Jahren hat sie angefangen, mit dem Roller in die abgelegenen Dörfer zu fahren und dort das Philippus-Programm ins Leben zu rufen. Mittlerweile leiten Einheimische die Gruppen.

Auch andere junge Frauen und Männer sind vorbeigekommen, um bei unserem Besuch dabei zu sein. Manche von ihnen hat Frida ausgebildet. Sie starten demnächst ihre eigenen Gruppen. Nach dem Abschlussgebet und einer Bibelübergabe, bei der die Kinder eine bebilderte Kinderbibel erhalten, ist es Zeit für uns weiterzuziehen. Klebriges Händeschütteln und strahlende Gesichter begleiten uns zurück zum Bus. Noch zwei weitere Gruppen stehen auf dem Programm.

Samuel bei den Dreharbeiten bei einer Kinderbibelgruppe
Samuel versucht die leuchtenden Augen der Kinder einzufangen
Frida und Pastor Tandi begrüßen eine Kinderbibelgruppe.
Bibel Liga-Leiter Pastor Assaf stellt unser Reise-Team vor
Herzlicher Empfang mit traditionellem Tanz

Als wir bei unserer letzten Station für heute ankommen, erwartet uns ein ganz besonderer Empfang. Schon von Weitem haben die Kinder den Bus kommen sehen und sich auf der schmalen Straße aufgestellt, um uns zu begrüßen. In Zweierreihen und mit traditionellen Ketten und Gewändern kommen sie uns entgegengetanzt. Der Busfahrer muss kurzerhand mitten auf der Straße anhalten und lässt uns aussteigen. Jeweils zwei Kinder haken sich bei jedem aus unserem Team ein und tanzen und hüpfen mit uns gemeinsam in Richtung Kirchengebäude. Etwas unbeholfen – man merkt, dass die Einheimischen den Rhythmus mehr im Blut haben als wir – aber mit einem großen Lachen im Gesicht kommen wir in der Gemeinde an, wo uns auch die Erwachsenen begrüßen. Ein paar Frauen haben eine große Tafel für das gemeinsame Mittagessen vorbereitet. Es gibt Reis, Wurzelgemüse, Fischsuppe und das traditionelle Gericht Papeda: eine klebrige Masse, die aus dem Stamm von Palmen gewonnen wird – für unsere deutschen Geschmäcker etwas gewöhnungsbedürftig, doch wir wollen die Köchinnen wertschätzen und probieren von allem.

Tanzende Kinder in Papua
Gemeinsames Fotoshooting

Im Anschluss folgt eine ausgiebige Foto-Session, denn wir sind nicht die einzigen, die heute ein paar sehr exotische Begegnungen haben. Die Einheimischen zücken ihre Handys – trotz der Ursprünglichkeit des Lebens hier besitzen die meisten tatsächlich ein Smartphone – und wollen unbedingt ein paar Fotos mit den ungewöhnlichen Besuchern aus Europa. Da wir mit unseren Kameras ja ebenfalls unser Material sammeln, machen wir beim Fotoshooting mit – das ist nur fair, finden wir, und die leuchtenden Augen der Kinder sind es allemal wert.

Selfies mit Kindern aus Papua

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