Indonesien braucht Gottes Wort: Interview mit Bibel Liga-Leiter Assaf Imanuel
Wie Menschen im größten muslimischen Land der Welt Jesus begegnen
Indonesien ist ein buntes Land: Auf den 17.000 Inseln leben 270 Millionen Menschen, die 300 verschiedenen Ethnien angehören. Viele wohnen in Millionenstädten, andere im Dschungel fernab jeglicher Zivilisation. Der Großteil der Indonesier sind Muslime. Doch es gibt auch Hindus, Buddhisten und Christen. Einer von ihnen ist Assaf Imanuel, Pastor in Jakarta und seit 2023 Leiter der indonesischen Bibel Liga. Auf unserer Reise nach Westpapua hat er uns von seinem Glaubensweg und den Herausforderungen im Land erzählt – und wie Gott durch Bibelgruppen Licht in die Dunkelheit bringt.

Vom Grafikdesigner zum Pastor
„Ich bin in einer Familie aufgewachsen, die auf dem Papier christlich war. Aber Jesus habe ich erst an der Universität kennengelernt“, berichtet Assaf. In einer christlichen Studentengruppe begegnete er jungen Menschen, deren Glaube authentisch war. Bei einer Evangelisation nahm er die Einladung Jesu an und wurde bald darauf getauft. Nach und nach kamen auch seine Eltern und Geschwister zum Glauben. Nach dem Studium arbeitete Assaf als Grafikdesigner in einer Agentur, später bei einem christlichen Medienhaus. „Ich hatte früh Gottes Ruf in den vollzeitlichen Dienst gehört, doch ich wollte nicht Pastor werden“, gibt er zu. Dann wurde er schwer krank. „Ich habe Gott einen Deal angeboten: Wenn du mich heilst, werde ich dir dienen.“ Doch Gottes Wege waren anders. Enttäuscht, dass er nicht übernatürlich geheilt worden war, ging Assaf in einen säkularen Job zurück – bis er Lungenkrebs bekam. „Es ist eine lange Geschichte, aber ich wurde geheilt“, erinnert sich Assaf. Jetzt war für ihn klar, dass er dem Ruf Gottes gehorchen würde. Gemeinsam mit seiner Frau traf er eine mutige Entscheidung: Sie verkauften ihr Haus und ihr Auto, lebten sehr bescheiden und fuhren mit ihrem Sohn zu dritt auf einem kleinen Roller. „Es gab Tage, da wussten wir nicht, was wir essen würden. Aber Gott hat uns versorgt. Und wir haben Wunder erlebt.“
Christsein zwischen Freiheit und Verfolgung
Seit 2023 leitet der 46-Jährige die indonesische Bibel Liga. Es ist ein herausfordernder Job, denn das Land ist riesig. Entsprechend groß sind die Unterschiede, auch was die Ausübung des christlichen Glaubens betrifft. In Regionen wie Westpapua oder Nordsulawesi, wo viele Christen leben, gibt es große Freiheiten. Gottesdienste finden dort sogar in Einkaufszentren statt. Anders sieht es in der Provinz Aceh aus. Dort gilt die Scharia. Christen, besonders ehemalige Muslime, die sich für Jesus entscheiden, erleben Ablehnung, Anfeindung oder Schlimmeres – meist von der eigenen Familie. „Anderen von Jesus zu erzählen ist nicht leicht“, erklärt Assaf. „Wir raten unseren Geschwistern: Baut Brücken. Seid gute Nachbarn. Liebt und dient euren Mitmenschen.“ Gerade während der Corona-Pandemie seien viele Muslime durch Online-Gottesdienste auf Jesus aufmerksam geworden, weil sie nicht in die Kirche gehen mussten, um von Jesus zu hören.
„Die Kirchen sind das größte Missionsfeld“
Eine weitere Herausforderung sieht Assaf innerhalb der Kirchen. Oft ist vom Erbe der Missionare wenig übrig. „Viele Menschen hier nennen sich Christen, aber sie kennen Jesus nicht. Sie haben keine lebendige Beziehung zu ihm.“ Er zitiert Billy Graham: „Die Kirchen sind das größte Missionsfeld“ – ein Satz, der seiner Meinung nach auch auf Indonesien zutrifft. Zudem beobachtet er, dass indonesische Christen, die in relativer Freiheit leben können, ihren Missionsauftrag vergessen. Doch es braucht Christen, die Gottes Wort lesen und teilen, damit Veränderung geschieht.
Die Bibel Liga in Indonesien: Hoffnung durch das Philippus-Programm
Hier setzt die Arbeit der Bibel Liga an. „Wir möchten Gottes Wort nicht nur zugänglich machen, sondern auch verständlich“, betont Assaf. Genau das geschieht durch das Philippus-Programm: Menschen kommen in Kleingruppen zusammen, lesen gemeinsam in der Bibel, stellen Fragen – und erleben, wie Gottes Wort persönlich spricht. „Viele sogenannte Namenschristen begegnen in einer Bibelgruppe Jesus zum ersten Mal wirklich“, erzählt Assaf. „Und Gemeinden nutzen diese Kurse auch, um Muslime einzuladen – mit Liebe, mit Respekt, mit Weisheit.“ Die Bibelgruppen verbinden – über Denominationsgrenzen hinweg. „Das stärkt die Einheit und macht uns zu einem glaubwürdigen Zeugnis.“

Gemeinsam Bibeln schenken: mit der Aktion BibelStern

Die Herausforderungen in Indonesien sind groß – aber die Chancen sind es auch. „Beten Sie für uns“, bittet Assaf Imanuel. „Für unser Team, für die vielen Bibelgruppen und für all jene, die zum ersten Mal von Jesus hören.“ Und: Mit Ihrer Unterstützung können noch mehr Menschen eine Bibel erhalten, in Gottes Wort lesen und Jesus Christus persönlich begegnen.
Möchten Sie helfen, dass Menschen in Indonesien Gottes Wort kennenlernen? Dann laden wir Sie herzlich ein, mit Ihrer Gemeinde oder Kleingruppe Teil der Aktion BibelStern zu werden. Dabei sammeln Gemeinden und Gruppen Spenden für Bibeln für Indonesien. Eine Spende von 7 € ermöglicht einer Person die Teilnahme an einem Bibelkurs und eine eigene Bibel – eines der besten Geschenke überhaupt!
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