Evangelistische Bibelgruppen: das Herzstück der Bibel Liga-Arbeit
Das Philippus-Programm ist zentraler Bestandteil unserer weltweiten Arbeit. Es bringt Menschen zusammen, die mehr über den Glauben an Jesus Christus erfahren wollen. In kleinen Gruppen lesen sie gemeinsam in der Bibel, tauschen sich aus und hören das Evangelium. Am Ende eines Kurses erhält jede Person eine eigene Bibel.
Philippus: das biblische Vorbild
Der Name des Programms geht auf den biblischen Philippus aus Apostelgeschichte 8,26-39zurück. Er begegnet einem Äthiopier, der in der Bibel liest, sie aber nicht versteht. Philippus erklärt ihm ausgehend vom gelesenen Bibeltext das Evangelium und führt ihn zu Jesus Christus.
Bibellesen in Bibelgruppen
Nach diesem Vorbild wurden die Philippus-Bibelkurse entwickelt. Christen werden geschult, eine Bibelgruppe zu leiten und laden andere zum gemeinsamen Bibellesen ein. Die gelesenen Texte werden besprochen und Fragen beantwortet. So lernt die Gruppe Gottes Wort kennen und hört das Evangelium.
Das „Philippus“-Prinzip
Gott bereitet Herzen vor.
Menschen werden offen für sein Wort.
Christen (= „Philippusse“) lassen sich gebrauchen, um das Evangelium weiterzugeben.
Die Bibel wird zum Ausgangspunkt echter Begegnung mit Jesus.
Abschlussfeier: eine eigene Bibel!
Höhepunkt der Kurse ist die fröhliche Abschlussfeier, bei der jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer eine eigene Bibel erhält. So können sie weiterhin in Gottes Wort lesen. Dieser Tag ist auch für Absolventen, die bereits an Jesus glauben, ein ganz besonderer: Oft haben sie lange von einer Bibel geträumt, konnten sich jedoch keine leisten.
Aus Teilnehmern werden Leiter
Immer wieder finden Menschen während der Philippus-Bibelgruppen zum Glauben an Jesus Christus. Manche lassen sich später selbst zum „Philippus“ ausbilden und beginnen eine eigene Gruppe. Auf diese Weise haben wir mehrfach erlebt, wie Gott bei einzelnen Menschen beginnt, um nach und nach ganze Familien und Dörfer mit dem Evangelium zu erreichen.
„Philippus Junior“ für Kinder
Das Philippus-Programm wird auch in einer Version für Kinder angeboten. Die biblischen Inhalte werden so vermittelt, dass Kinder sie verstehen. Zum Abschluss erhalten die Jungen und Mädchen eine kindgerechte Bibel.
Bibelgruppen in über 40 Ländern
„Philippus“-Bibelgruppen gibt es in über 40 Ländern. Die Bibel Liga unterstützt diese evangelistische Bibelgruppen-Arbeit mit Bibeln und Kursmaterial. Außerdem stellt sie Studienmaterial für die Ausbildung der Kleingruppenleiter zur Verfügung.
In den vergangenen Jahren hat die Bibel Liga viele zehntausende Männer und Frauen zu Kleingruppenleitern ausgebildet. Millionen Menschen haben an einem Philippus-Bibelkurs teilgenommen.
Diese Arbeit wird möglich, weil Menschen mitbeten und mit ihrer Spende helfen.
So funktioniert das Philippus-Programm
1. Zusammenarbeit mit Gemeinden
Die Bibel Liga stellt Gemeinden das Philippus-Programm vor und vereinbart die Zusammenarbeit.
2. Ausbildung von Bibelgruppenleitern
Das Team der Bibel Liga vor Ort schult Frauen und Männer, Philippus-Bibelgruppen zu leiten.
3. Material für die Gruppen
Am Ende des Trainings erhalten die geschulten Leiterinnen und Leiter das Kursmaterial und die Bibeln für ihre Gruppen.
4. Einladung von Teilnehmern
Die „Philippus“-Leiter laden Menschen aus ihrem Umfeld zum gemeinsamen Bibelkurs ein.
5. Gemeinsames Bibellesen
Die Gruppe trifft sich über mehrere Wochen, liest gemeinsam in der Bibel und spricht über die Texte.
6. Eigene Bibel zum Abschluss
Zum Abschluss des Kurses erhält jeder Teilnehmende ein Zertifikat und eine eigene Bibel.
7. Neues Leben – und neue Gruppen
Immer wieder kommen Menschen in den Bibelgruppen zum Glauben und lassen sich taufen. Manche von ihnen lassen sich zum „Philippus“ ausbilden und starten selbst eine neue Gruppe.
8. Rückmeldung aus den Gruppen
Die Gruppenverantwortlichen berichten der lokalen Bibel Liga von den durchgeführten Kursen und ihrer Wirkung.
Warum Ihre Unterstützung so wichtig ist
Viele Menschen in unseren Einsatzländern besitzen keine eigene Bibel. Den Gemeinden fehlen finanzielle Mittel für Bibeln und Kursmaterial. Ihre Spende ermöglicht die Durchführung von Bibelgruppen durch geschulte Gruppenleiter und die erste eigene Bibel zum Abschluss des Kurses. Schon 7 Euro schenken einer Person die Teilnahme an einer Bibelgruppe und eine eigene Bibel.
Zwei Wege, das Philippus-Programm zu unterstützen
Sie können auf zwei Wegen helfen, dass die Bibelgruppenarbeit weitergehen kann: nachhaltig mit einer regelmäßigen Spende als BibelBote oder mit einer Spende direkt jetzt über unser Online-Spendenformular.
Als BibelBote ermöglichen Sie jeden Monat Menschen einen Bibelkurs und eine eigene Bibel. Sie entscheiden selbst, in welchem Umfang Sie helfen möchten. Mit 21 Euro monatlich beschenken Sie zum Beispiel bereits drei Personen. In einem Jahr sind das schon 36 Personen!
Mit Ihrer Spende über unser Online-Formular unterstützen Sie das Philippus-Programm gleich jetzt. Sie können einmalig oder regelmäßig spenden. Schon 7 Euro schenken einer Person die Teilnahme an einem Bibelkurs und eine eigene Bibel.
Erhalten Sie Einblicke, wie Bibelgruppenleiter in Kenia geschult werden. Dort lernen Frauen und Männer, wie sie Gruppen beim Bibelstudium anleiten und Menschen mit Gottes Wort erreichen können.
Lernen Sie einen „Philippus“ kennen
Was „Philippusse“ in unterschiedlichen Ländern verbindet, ist ihre Liebe zu Jesus und den Menschen, denen sie die Gute Nachricht weitersagen. Hier lernen Sie einige näher kennenlernen.
Ich komme aus Mbare, einem Vorort der Hauptstadt Harare. Er ist bekannt für die hohe Kriminalität.
Wie sah dein Leben aus, bevor du Christ wurdest?
Ich hatte ein seltsames Doppelleben. Ich habe zwar Ingenieurswesen studiert, aber war gleichzeitig einer von den vielen jungen „Gangstern“ in meinem Stadtteil. Als Kleinkrimineller habe ich gestohlen und Leute überfallen.
Wodurch hat sich dein Leben geändert?
Ein Kommilitone sagte zu mir, dass ich anders sei, als die anderen, und lud mich zu einem Gottesdienst ein. Das hat mich so sehr berührt, dass ich tatsächlich hinging. Die Predigt hat mich sehr angesprochen, sodass ich Jesus mein Leben unterstellt habe.
Wie sieht dein Leben heute aus?
Mittlerweile bin ich Ältester in meiner Gemeinde und führe in der Gegend um Bindura Bibelstudiengruppen durch. Ich wünsche mir, dass die Menschen in Gottes Wort lesen.
Sind die Menschen in Bindura offen für das Evangelium?
Hier in Simbabwe sind die Menschen grundsätzlich sehr offen für alles Spirituelle – leider auch für Ahnen- und Geisterverehrung. Aber Gottes Wort trifft immer wieder auf offene Herzen.
Sochie, du bist in einem Waisenhaus aufgewachsen. Wie kam es dazu?
Ich war fünf Jahre alt, als meine Mutter uns verließ. Unser Vater fühlte sich völlig überfordert, sich um mich, meine dreijährige Schwester Kacy und meinen einjährigen Bruder Raphael zu kümmern. Schweren Herzens brachte er uns in ein Waisenhaus.
Das muss sehr schwer für euch gewesen sein. Wie hast du deine Kindheit dann erlebt?
Lola Nits, die Leiterin des Waisenhauses, hat uns mit ihrer Liebe überschüttet und uns im christlichen Glauben erzogen. Das war unsere Rettung.
Wie blickst du heute auf deine Eltern?
ie Erfahrung, von den eigenen Eltern verlassen zu werden, hat mich zu einer starken Frau gemacht. Ich glaube an das, was die Bibel in Psalm 30,12 sagt: Dass Gott meine Trauer in einen Freudentanz verwandeln kann.
Das heißt, du bist durch Lola auch zum Glauben gekommen?
Ja, ich habe Jesu Liebe in Lola gesehen und bin so froh, dass ich mich in meinem Schmerz an ihn wenden kann.
Heute gibst du diese Hoffnung selbst weiter, nicht wahr?
Ja, aufgrund meiner eigenen Geschichte habe ich ein großes Herz für benachteiligte Kinder. Ich habe mich als Kinderbibelgruppenleiterin ausbilden lassen und versuche Jesu Liebe nun auch an die Kinder weiterzugeben.
Meine Mutter war Buddhistin und mein Vater Katholik. Religiöse Rituale kannte ich von klein auf, aber sie haben mir keinen Frieden gegeben.
Das heißt, du warst innerlich auf der Suche?
Als Marinesoldat habe ich viel Leid gesehen. Ich selbst habe dem Tod dreimal ins Auge geblickt. Dadurch war ich auf der Suche nach Trost. Aber weder Gespräche mit Priestern noch die Besuche im buddhistischen Tempel konnten mir Frieden geben.
Heute bist du Christ und leitest mehrere Bibelstudiengruppen. Wie kam es dazu?
Als ich meine Frau Ikona kennenlernte, lud sie mich in die Kirche ein. Dort sprach ich lange mit einem Mitarbeiter, der mir meine Frage. beantwortete. Am Ende war für mich klar: Jesus ist mein Erlöser.
Geht es auch anderen Menschen so wie dir, dass sie auf einer spirituellen Suche sind?
Oh ja. Hier in Kandy steht der „Zahntempel“, wo ein Zahn Buddhas als Reliquie aufbewahrt wird. Die Mehrheit der Menschen hier sind Buddhisten, aber ich sehe viel Dunkelheit und Leere in ihren Herzen.
Wie reagieren die Leute, wenn du ihnen deine Geschichte erzählst?
Sie bringt viele ins Nachdenken und viele besuchen die Bibelgruppen. Ich habe das Gefühl, dass Gottes Wort wie Regen auf trockenem Land ist.
Ich heiße Maurice, bin 47 Jahre alt und lebe in Magacha, einem kleinen Dorf im Südwesten von Kenia.
Du bist Pastor der Gemeinde „Tree of Life“. Wie kam es dazu?
Wir treffen uns mittlerweile mit über 50 Leuten unter einem großen Baum. Daher der Name der Kirche. Sie ist über die Jahre aus verschiedenen Philippus-Gruppen gewachsen.
Wie bist du mit dem Philippus-Programm und der Bibel Liga in Berührung gekommen?
Ich war viele Jahre Alkoholiker und schwer krank. Pastoren kamen in mein Dorf und haben für mich gebetet. Gott hat mich geheilt und ich habe ihm mein Leben anvertraut. Als die Bibel Liga in meinem Dort das Philippus-Programm vorgestellt hat, habe ich begeistert an einer Schulung teilgenommen.
Wie kam es, dass daraus eine ganze Gemeinde entstanden ist?
Die Bibelgruppen haben sich immer weiter multipliziert. Menschen, die durch neu zum Glauben gekommen sind und an einer Gruppe teilgenommen haben, ließen sich selbst ebenfalls ausbilden und gründeten ihre eigen Gruppe. Mittlerweile gibt es drei Philippus-Generationen.
Ruth, du hattest keine leichte Kindheit. Erzähl uns ein bisschen davon!
Mein Vater war sehr gewalttätig. Als Kapitän konnte er uns als Familie zwar versorgen, aber seine Brutalität zerstörte unsere Familie, sodass sich meine Eltern scheiden ließen.
Was hat die Situation mit dir gemacht?
Ich habe versucht, den Schmerz durch Partys, Alkohol und ein ausschweifendes Leben zu betäuben.
Wie ging es weiter?
Eines Tages lud mich meine Tante Greta in einen Gottesdienst ein. Sie sagte mir: „Ruth, die besten Ehemänner findest du in der Kirche”. Ich muss zugeben, dass ich anfangs tatsächlich nur deshalb hinging. Ich lernte tatsächlich jemanden kennen, heiratete und gründete eine Familie. Der Glaube gehörte ab da zu meinem Leben dazu, aber eine persönliche Beziehung zu Jesus hatte ich nicht.
Wie kam es, dass sich das geändert hat?
Mein Mann bekam ein Jobangebot in Kanada, doch wir strandeten in der Hauptstadt Managua, weil unser Visum nicht genehmigt wurde. Wir musste schließlich auf einer Mülldeponie leben. In meiner Not wandte ich mich an Gott und traf eine Abmachung: Wenn er meine Familie wiederherstellte, würde ich ihm mein Leben lang dienen.
Und so kam es auch?
Genau. Mein Mann bekam einen Job bei der Botschaft und die Bank gewährte uns einen Kredit. Als wir in unser neues Haus einzogen, löste ich meinen Teil der Abmachung ein und gründete eine Bibelstudiengruppe. Mittlerweile ist daraus eine ganze Gemeinde entstanden.
Er entstand aus einer verzweifelten Situation. Als ich eine Teenagerin war, wurden wir während der Guerillakämpfe von zu Hause vertrieben. Mit 16 wurde ich schwanger, doch der Vater starb während der Kämpfe. Drei Jahre später starb mein kleiner Sohn an Krebs. Ich hatte alles verloren und war ziemlich am Boden.
Wodurch kam wieder Hoffnung in dein Leben?
Ich machte eine Ausbildung zur Tagesmutter und die Frau eines Pastors vermittelte mir Arbeit in der Nachbarschaft. Sie war es auch, die mir von Jesus erzählte. Ich bat Gott um Vergebung für meine Sünden und begann, die Bibelstudiengruppe der Pastoren zu besuchen.
Denkst du heute noch viel an deinen Verlust?
Gott hat mich nicht nur getröstet, sondern mich auch reich beschenkt. Eine verzweifelte Frau bat mich, ihren Sohn aufzunehmen und mein Mann und ich haben ihn mittlerweile adoptiert. Gott hat mir meine eigene Familie geschenkt. In meiner Gemeinde unterstützen wir nun andere Familien, die durch schwere Zeiten gehen und lesen mit ihnen in der Bibel.
Ich arbeite in der Township Protea Glen. Dort versuche ich, die materielle Not zu stillen und mich ebenso um die geistliche Not zu kümmern, indem ich Kinderbibelgruppen anbiete.
Geistliche Not? Bei Südafrika denkt man immer an ein sehr christliches Land.
Es ist ein größtenteils christliches Land, aber Okkultismus ist unglaublich stark verbreitet – und leider auch die Religionsvermischung von beidem.
Wie äußert sich das?
Mein eigenes Leben ist das beste Beispiel: Mein Vater war Pastor einer christlichen Gemeinde und bestimmte gleichzeitig, dass ich eine traditionelle Heilerin und Wahrsagerin werden sollte. Ich trank Blut von Tieren, mischte Kräutergebräue an und kommunizierte mit der Totenwelt. Diese zehn Jahre waren eine sehr dunkle Zeit. Ich machte keinen Schulabschluss und mein Leben war ein einziges Chaos.
Wie kamst du schließlich da raus?
Ich suchte Zuflucht in einer Gemeinde, die Religionsvermischung strikt ablehnt. Der Pastor half mir, das alte Sangoma-Leben aufzugeben und mich Jesus Christus zu unterstellen. Ich fing an, Gottes Wort zu studieren. Umgeben von den Männern und Frauen Gottes, begann mein Leben sich zu ändern. Aber es war ein langer und harter Weg.
Aber du hast es geschafft, denn heute bist du diejenige, die anderen hilft, Gott kennenzulernen.
Ja. Ich habe Bibelstudiengruppen für Kinder und Jugendliche gegründet und führe sie an Gottes Wort heran. Etwa 30 Mädchen und Jungen kommen jede Woche, um gemein-sam zu singen, zu tanzen und das Kursmaterial durchzuarbeiten. Das Gebäude, wo wir uns treffen, war vor kurzem noch ein Drogenumschlagsplatz. An demselben Ort, wo früher Leben zerstört wurden, werden sie nun gerettet.
Du kommst aus einer streng hinduistischen Familie. Wie kommt es, dass du Christ geworden bist?
Als Kind war ich sehr krank und betäubte meinen Schmerz mit Drogen. Als ein Missionar in mein Dorf kam, wurde ich von seiner Art in den Bann gezogen und wollte mehr über Gott wissen. In diesem Prozess habe ich Jesus mein Leben unterstellt.
Was hat sich dadurch verändert?
Um meinen Glauben frei leben zu können, bin ich von zu Hause ausgezogen und habe als Reinigungskraft in einem Krankenhaus gearbeitet. Dort habe ich immer wieder mit den Kranken gebetet.
Das heißt, du hast den Wunsch, deinen neuen Glauben auch an andere weiterzugeben?
Absolut. Zusammen mit meiner Frau habe ich Gott gebeten, als wir in unser Dort gezogen sind, dass mindestens zehn Menschen ihn kennenlernen.
Du hast dich auch zum Gemeindegründer ausbilden lassen. Hat dir das bei deiner Mission geholfen?
Ja, sehr. Mittlerweile treffen wir uns mit über 30 Leuten, um Gottesdienst zu feiern. Das Bibelstudienmaterial hilft uns sehr, Gottes Wort gemeinsam zu studieren.
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