Aufbruch im Armenviertel

Zu Besuch bei einer albanischen Jugendgruppe

Drogen, Alkohol und Gewalt prägen den Alltag der Jugendlichen von Shkozë, dem Armenviertel der Hauptstadt Tirana. Mit ihnen trifft sich Olsi zum Bibellesen. Er ist Jugendpastor in der Kisha Rreze Drite (Lichtstrahlengemeinde), einer Partnergemeinde der Bibel Liga Albanien. Wir haben sie besucht.

Jugendliche studieren die Bibel

Der Bibelkreis trifft sich in Olsis Haus. Die Gebäude des Viertels sind in einem schlechten Zustand. Selbst baufällige Häuser in Deutschland wären hier Villen. Zunächst tauschen sich die Jugendlichen darüber aus, was ihnen an Gottes Wort bisher aufgefallen ist: „Dass es so viele Verheißungen von Gott gibt“, meinen einige. „Und Gott hält seine Verheißungen!“, ergänzt Iona, Olsis Frau. Doch das bedeute nicht, dass es keine Schwierigkeiten gebe. „Die Frage ist nur, wie wir damit umgehen“, macht Iona den nächsten Schritt. Es gehe darum, auch unter schwierigen Umständen bei Christus zu bleiben.

Viele haben einen muslimischen Hintergrund

Für Mateo ist der junge David Vorbild. Der 18-Jährige kommt aus einer traditionellen muslimischen Familie und tat, was man religiös von ihm erwartete. Doch Gott war weit weg für ihn. Erst als Olsi ihn vor zwei Jahren in die Gemeinde einlud, spürte er zum ersten Mal Gottes Gegenwart. Auch Megi, ein junges Mädchen mit langen schwarzen Haaren, hat muslimischen Hintergrund. Sie ist ein Scheidungskind und lebt mit ihren Geschwistern bei der Mutter. Ihr Vater war oft gewalttätig und ist inzwischen im Gefängnis gelandet. Olsis Gemeinde half der Familie mit Lebensmittelpaketen und lud sie ein. Seitdem ist Megi mit Christus unterwegs.

Aufmerksame Zuhörer
Probleme: Auswanderung und Islamismus

Olsi erklärt uns, dass viele Jugendliche in Albanien mit Drogen- und Alkoholmissbrauch konfrontiert seien. „Aber die beiden größten Herausforderungen sind Auswanderung und Islamismus.“ Da es keine Arbeit gibt, verlassen viele junge Menschen das Land. Dadurch blutet Albanien aus. Auf der anderen Seite investieren Moschee-Vereine Geld, um die Jugend für den Islam zu gewinnen. So werde jungen Männern teilweise 200 Dollar geboten, wenn sie sich einen Bart wachsen lassen und ein islamisches Gewand tragen. Olsi blickt ernst: „Wir haben zu viele in diese Falle tappen sehen“.

„Wir leben im Glauben“

Deswegen sei das Philippus-Programm so wichtig: „Es hilft zu verstehen, worum es wirklich geht. Nicht um Europa oder den Islam, sondern darum, dass persönliches Heil und wirkliche Zukunft nur in Christus zu finden sind.“ Olsi weiß, wovon er spricht. Auch seine Frau Iona kommt aus einer muslimischen Familie. Sie ist arbeitslos; Olsi verkauft gebrauchte Waren auf dem Markt. Zum Leben in Tirana reicht das kaum. „Manchmal spüren wir deshalb starken Druck. Trotzdem wissen wir, wer unser Gott ist! Ja, wir leben im Glauben und wollen dem wahren und lebendigen Gott dienen.“ – Und das macht sie stark.

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