Mission im Kosovo

Die Halleluja-Leute von Gjakova

Seit einigen Jahren unterstützt die albanische Bibel Liga auch Gemeinden im Kosovo. Erst seit 2008 existiert der Balkan-Staat, der kleiner ist als das Bundesland Schleswig-Holstein. Etwa 1,9 Millionen Menschen leben hier, fast alle sind Muslime. Die albanische Bibel Liga schätzt, dass es weniger als 1.000 protestantische Christen gibt, die sich auf rund 30 Gemeinden verteilen.

Evangelisation und Jüngerschaft

Stadt Gjakova liegt im Südwesten nahe der Grenze zu Albanien. Dort trifft unser Bibel Liga-Team den kosovarisch-albanischen Pastor Faton, der in seiner Gemeinde ein ‚Zwei-Schritte-Konzept‘ anwendet: „Wir konzentrieren uns auf Evangelisation und Jüngerschaft. Evangelisation ist der erste Schritt, um Menschen zu erreichen. Mindestens ebenso wichtig ist aber der zweite Schritt: Jüngerschaft. Die Leute sollen im Glauben laufen lernen. Und irgendwann selber unterweisen.“

Der Islam gehört zur Identität der Kosovaren

Perparim Hidershaj, der Leiter der Bibel Liga in Albanien, beobachtet, dass Kosovaren sich vor allem über den Islam definieren: „In Albanien ist man einfach Albaner. Aber im Kosovo bedeutet Albaner sein, Muslim sein.“ Da Christsein mit Serbentum in Verbindung gebracht wird – also dem jahrhundertelangem Feind –, sind Gespräche nicht einfach. Trotzdem haben sich bei Faton Kosovaren versammelt, um an einem Bibelstudienkurs teilzunehmen.

Eine Moschee in Prizren
Gott schenkt das Wachstum

Das Zwei-Schritte-Konzept hat bereits zu ersten Früchten geführt: Sonntags kommen bis zu 100 Besucher zum Gottesdienst, am wöchentlichen Bibelkurs nehmen etwa 15 Personen teil und auch eine Jugend- und eine Frauengruppe sind entstanden. „Wir pflanzen den Samen“, so Fatons Frau, „mehr können wir nicht tun. Gott ist es, der wachsen lässt.“ Ihr Ehemann nickt und betont den Ernst. Weniger als 0,1% der Bevölkerung sind evangelische Christen. Sie können jede denkbare Unterstützung gebrauchen – „vor allem Literatur in albanischer Sprache“, so der Pastor. Leider ist da die muslimische Gemeinschaft einen Schritt voraus. Sie investiert seit drei Jahren viel in Schriften, um den Islam unter Jugendlichen zu verbreiten.

Jesus gefunden – trotz Hindernissen

Fast alle Mitglieder der Gruppe sind als Muslime aufgewachsen. Das war meist nicht einfach. Der 33-jährige Irfan erzählt: „Als mein Bruder und ich Christen wurden, schlug uns mein Vater. Wir machten ihm Schande, denn die Leute hielten ihm vor, dass wir den islamischen Glauben verraten hätten. Aber mein Bruder und ich bezeugten ihm immer wieder die Wahrheit von Jesus.“ Auch Nehat berichtet von der Scham gegenüber der Familie und dem Spott, dem man ausgesetzt ist: „Ich selbst machte Witze, wenn jemand über Jesus sprach und fragte, ob er nun auch einer dieser Halleluja-Leute geworden ist.“ Nehat ist keiner, der zart wirkt. Aber wenn er über seinen Glauben spricht, werden die Augen feucht. Zu Jesus zu finden, war für ihn sehr berührend, das spürt man.

Pastor Faton und seine Frau
Große Unterschiede zwischen Bibel und Koran

Als wir danach fragen, welche Unterschiede sie zwischen Bibel und Koran sehen, kommt die ganze Gruppe in Bewegung. „Von Gottes Wort geht Segen aus. Es verändert unser Leben. Der Koran hat das bei uns nicht bewirkt.“ „Der Unterschied ist gewaltig. Jesus lebt und ist in unseren Herzen, Mohammed ist tot.“ – „Jesus hat so viele Wunder vollbracht“ – „und hat sein Leben für uns gegeben“, ergänzt eine Frau, „der Koran fordert dagegen unser Leben für den Dschihad.“ „Die Bibel spricht nirgends davon, dass wir für Jesus töten sollen. Jesus ist der Herr des Friedens und der Liebe, ja sogar für unsere Feinde.“

Ohne die Bibel Liga, so betont Faton, wäre für viele Kosovaren eine eigene Bibel aus Kostengründen undenkbar. Und Fatons Ziel für seinen Kreis ist klar: „Ich will meinen Geschwistern beibringen, andere zu unterrichten, denn die allermeisten Kosovaren kennen die Wahrheit nicht. Wir wollen überall in unserer Stadt Bibelstudiengruppen anbieten. Bitte unterstützt uns dabei!“

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