Der Rollstuhl-Pastor

Vom „Stuhlhocker“ zum Gemeindegründer

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Wie ein Gelähmter Gemeinde baut

Pastor Umberto Gomez ist behindert und sitzt im Rollstuhl. Bei einem Einsatz vor 23 Jahren hat den ehemaligen Polizisten eine Kugel erwischt und Hals und Rücken durchdrungen. Umberto überlebte. Aber gelähmt. Ein Team der Bibel Liga – darunter unser ehrenamtlicher Fotograf Christoph Busch – besuchte ihn.

Vom „Stuhlhocker“ zum Gemeindegründer

Lange Zeit war Umberto „nur ein Stuhlhocker“, wie er es nennt. Doch das änderte sich als er bei einem Seminar von Hauskirchen hört. Da fing er Feuer. Nun sind es zwei Jahre her, dass er, zusammen mit seiner Frau Angelica, selber eine kleine evangelische Gemeinde gründete. Die Gomez‘ haben ihren Alltag umgekrempelt und sich auf das neue gemeindliche Leben ausgerichtet, das sie in ihren Räumen beherbergen. Umberto macht derzeit eine Ausbildung zum Gemeindegründer, die von der Bibel Liga Kolumbien entwickelt wurde: Es geht um Grundkenntnisse im Finanzwesen, Familienarbeit aber auch um evangelistische Strategien. Am wichtigsten ist ihm der Austausch mit anderen Pastoren: „Es tut gut, voneinander zu lernen und Beziehungen zu vertiefen.“

Unterstützung durch die Bibel Liga

Und dann erzählt der Rollstuhl-Pastor von der Richtungslosigkeit am Anfang seines Dienstes und den Enttäuschungen der ziellosen Streuung: „Wir hielten drauf wie mit der Schrotflinte, aber wir trafen nichts“. Erst die Bibel Liga-Schulungen brachten Richtung, konkrete Hilfen für die Praxis und nicht zuletzt gut einsetzbares Kurs- und Einladungsmaterial. Mit dem Philippus-Bibelkurs wuchs die junge Hausgemeinde sofort. Heute gehören mehrere Bibelkreise mit 30 Erwachsenen dazu. Und für die Besucher, die noch nicht eingeteilt sind, werden gerade Kleingruppenleiter geschult. Was Umberto begeistert: Sobald ein Kurs endet, beginnen die Teilnehmer von sich aus einen neuen mit Nachbarn und Freunden.

Umberto im evangelistischen Gespräch
Träume…

Die meisten in der Hausgemeinde sind wenig gebildet und arbeiten in Tagesjobs. Darunter viele alleinerziehende Frauen, denen es am Nötigsten fehlt. Angelica kümmert sich um sie. Und sie leitet eine wachsende Kinderstunde. Die Räumlichkeiten sind beengt, aber das Ehepaar hat Pläne: Sie wollen weitere Hausgruppen gründen und die Leiter dafür ausbilden. Ein zweiter Standort ist bereits in einem ärmeren Teil von Cali angedacht: „Wir würden dort gerne eine Tafel beginnen und für die Ärmsten täglich eine Mahlzeit anbieten“, so Angelica.

… und Herausforderungen

Die Herausforderungen in der unmittelbaren Nachbarschaft sind groß: Nur ein paar Schritte entfernt, werden regelmäßig Kokainpaste und Marihuana verkauft. „Anfangs hatten unsere Leute Angst, ihren Glauben weiter zu geben. Aber das Philippus-Programm macht es ihnen leicht. Die Schulung und das Kurs-Material geben Antworten auf eigene Fragen und helfen, selber zu antworten. Geschulte Gemeindemitglieder können selber Kleingruppen leiten. Das schafft Sicherheit und Vertrauen und es entsteht eine Dynamik zum Dienst.“

Ansteckende Begeisterung

Umberto weiß, die Not ist groß: Drogen, Arbeitslosigkeit, Armut … „aber Gott hat seinen Sohn gegeben. Und sollten wir nicht deshalb unser Leben hingeben, um Menschen zu retten?“ Seine Begeisterung hat uns ganz vergessen lassen, dass er gelähmt ist und eigentlich nur Kopf und Arme spürt. Wir sind beschämt. Andere für Christus zu erreichen, das treibt ihn an, ihn den Gelähmten. So erleben wir, dass die Vision und Reichweite von Umberto und Angelica viel weitergehen als die Begrenzungen eines Rollstuhls. Sie haben mit ihrer Hausgemeinde etwas angestoßen, eine kleine Welle ausgelöst, die in die Nachbarschaft schwappt. Und es ist nur die erste Welle. Längst sind wir überzeugt: Weitere werden folgen. Umberto, der Mann im Rollstuhl und seine Frau Angelica werden dafür sorgen. Mit Gottes Hilfe.

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