Rosilia: Im Knast kam die Wende

Neuausrichtung durch Jesus

Jetzt spenden

Rosilia Ruíz Gera kümmert sich seit 30 Jahren um Menschen mit geistiger Behinderung. Sie ist Gründerin und Direktorin des Centro el Recobro in Mexiko-Stadt. Im Interview berichtet sie von ihrem Weg.

Rosilia, was treibt dich an, Menschen mit Behinderung ein Zuhause zu geben?
Nun, ich weiß, was es heißt, ohne Zuhause aufzuwachsen. Ich stamme aus einer Familie, die zerbrochen ist.

Das klingt nicht gerade nach schöner Kindheit.
Kann man so sagen. Als mein Vater „lebenslänglich“ bekam, legte sich meine Mutter einen neuen Mann zu. Sie setzte uns – zwei Brüder und zwei Schwestern zwischen 6 und 9 Jahre alt – auf der Straße von Mexiko-Stadt aus und verschwand.

Ohne jede Unterkunft? Wo habt ihr denn geschlafen? Und wovon habt ihr gelebt?
Wir schliefen in alten Autos und verlassenen Gebäuden. Sieben Jahre verkauften wir Kaugummi und Snacks, um zu überleben. Später fingen wir an, in Häuser einzusteigen und die Beute zu verkaufen. Davon konnten wir ein Zimmer mieten.

Und dann wurde es besser?
Nicht wirklich. Meine beiden Brüder gerieten in Drogengeschäfte. Und ich wanderte mit 15 das erste Mal wegen Diebstahl und Drogenmissbrauch ins Gefängnis. Danach pendelte ich zwischen Gefängnis und psychiatrischer Anstalt hin und her. Bald hatte ich 9 Kinder von verschiedenen Männern. Mein Leben war ein einziges Durcheinander. Aber ich musste noch tiefer fallen. Mit 27 wurde ich zu acht Jahren Haft verurteilt. Das mexikanische Strafvollzugssystem gestattete es, meine Kinder mit ins Gefängnis zu nehmen. Aber krank und kaputt wie ich war, ging das nicht gut und die Kinder wurden mir genommen. Ich war darüber so wütend, dass ich sogar den Gefängnisdirektor schlug.

Mit Folgen?
Ja. Ich kam in eine Einzelzelle. Doch am härtesten war, ohne meine Kinder zu sein. Ich begann zu Gott zu schreien. Gleichzeitig hörte ich in mir Stimmen, die sagten, ich solle mich mit dem Glas der Zellen-Glühbirne umbringen. Doch dann hörte ich eine andere, liebevolle Stimme sagen: „Tu das nicht!“ Dabei sah ich an der Zellenwand einen Mann, der meine Kinder an den Händen hielt.

Eine Begegnung mit Jesus?
Ja, davon bin ich überzeugt. Während dieser Vision sah ich auch alles Schlechte, das ich getan hatte und mir wurde übel. Als es vorbei war, erinnerte ich mich an die Bibel, die mir jemand gegeben hatte. Ich hatte sie bisher nicht beachtet, nun begann ich, darin zu lesen. Und als ich zu den Worten Jesu kam: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“, da unterstellte ich ihm mein Leben mit Haut und Haaren. Drei Tage später war ich wieder im Normalvollzug. Jesus begann durch mein Leben zu leuchten. Das bemerkten auch die Mithäftlinge und Wachen. Den Gefäng­nis­direktor bewegte mein Zeugnis so sehr, dass er zusammen mit seiner Familie zum Glauben fand. Meine Haftstrafe wurde auf zwei Jahre reduziert.

Ein Happy End also.
Kein Ende: Der Start in ein neues und sinnvolles Leben. Ich nahm mir Zeit zum Beten und Fasten und fragte Gott, wie ich ihm dienen könnte. Und er sagte mir, ich solle heimatlose Kinder aufnehmen und für sie sorgen.

Und wie hast du konkret damit begonnen?
Gott lenkte meinen Blick auf Kinder, die verwahrlost oder durch Behinderungen eingeschränkt waren. Solche Kinder habe ich aufgenommen, gewaschen, bekleidet und sie mit meinen eigenen Kindern zu Bett gebracht.

Aktueller Spendenstand

Spendenziel

35.000,00 €

Bisher eingegangen: 38.986,00 €

Mit Ihrer Spende fördern Sie Bibeln und Bibelstudienkurse, unterstützen die Ausbildung von Bibelgruppenleiter/-innen sowie Gemeindegründungs-Trainings.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe!

Mehr über Mexiko

Rubén – Zeuge Jesu bis zuletzt

Ein normaler Held

Der 23-jährige Kinder-Bibelkursleiter Rubén starb an Krebs. Doch sein Leben war ein Zeugnis für Gottes Liebe, sogar noch auf dem Sterbebett…

Jetzt lesen

Im Knast kam die Wende

Rosilias Geschichte

Als Kind von der Mutter ausgesetzt, auf die schiefe Bahn geraten und im Gefängnis gelandet. Der weitere Weg schien klar. Dann kam Jesus….

Jetzt lesen

Die „Riesen-Bibel“

Centro el Recobro

„Gott, wie kann ich dir dienen?“ Rosilia bekam eine Antwort und gründete ein Zentrum für behinderte Mädchen. Dort gibt es eine ganz besondere Bibel…

Jetzt lesen

„Menschen-Fischer“ Arturo

Berufen trotz Widerstand

Fischer Arturo hat sich wie die Jünger Petrus und Andreas (Matthäus 4,19) rufen lassen und wurde „Menschenfischer“…

Jetzt lesen

Das könnte Sie auch interessieren