Nepal: Land & Leute

Schwieriger Stand der Christen auf dem „Dach der Welt“

Hinduistischer Wandermönch in Kathmandu
Hinduistischer Wandermönch in Kathmandu

Das BibelStern-Land 2022 vorgestellt

Acht der zehn höchsten Berge der Erde finden sich in Nepal – darunter der Mount Everest, dessen Gipfel mit 8.848 Metern der höchste Punkt der Erde ist und als „Dach der Welt“ gilt. Das kleine Land an den Südhängen des Himalaya, das an die beiden bevölkerungsreichsten Staaten der Welt grenzt – die Volksrepublik China und Indien – ist mit einer Fläche von rund 147.000 Quadratkilometern etwa so groß wie Bayern und Österreich zusammen. Dennoch durchzieht ein riesiges Netz an Wegen und Pfaden das Land, Flüsse und Schluchten werden auf Hängebrücken überquert und bis heute sind in vielen Regionen die eigenen Füße das wichtigste Fortbewegungsmittel. Nepal hat derzeit etwa 30,7 Mio. Einwohner. Im Vergleich zu Deutschland ist das Land jung, fast 30% der Nepalesen sind unter 15 (D:13%).

Nepalesische Frauen
Nepalesische Frauen

Religion in Nepal

Die meisten Bewohner sind Hindus. Nepal war lange das einzige Land, in dem der Hinduismus Staatsreligion war, bis sich das Parlament 2006 für eine Trennung von Religion und Staat aussprach. Ein jahrelanger Bürgerkrieg war dem vorausgegangen. Am Ende trug man auch die konstitutionelle Monarchie zu Grabe und rief 2008 eine parlamentarische Bundesrepublik aus.

Buddhisten sind mit knapp 10% Anhängern die größte religiöse Minderheit. Das am Himalaja gelegene Lumbini gilt als Geburtsort Siddhartha Gautamas, des Begründers des Buddhismus. Die erste christliche Gemeinde Nepals wurde 1952 gegründet und hatte gerade mal 29 Mitglieder. Rasch erlebte die junge Kirche großen Zuwachs, besonders unter den Dalits, den „Unberührbaren“.

Offiziell ein säkularer Staat

Mit dem Hinduismus als Staatsreligion erlebten Christen um 1990 einen ersten Höhepunkt an Diskriminierung und Verfolgung. Zwar gilt das Land seit 2015 offiziell als säkularer Staat, jedoch wird das anders definiert, nämlich als „Schutz der uralten Religion und Kultur sowie der religiösen und kulturellen Freiheit“.

Tatsache ist, dass es bis heute in Nepal nur eine sehr begrenzte Religionsfreiheit gibt. Zwar gewährt die Verfassung formal freie Religionsausübung, in der Praxis ist jedoch ein Religionswechsel seit der Verabschiedung der ‚Anti-Bekehrungs-Gesetze‘ im Jahr 2015 verboten. Dadurch hat leider auch die Christenverfolgung in den letzten Jahren wieder sehr zugenommen.

Landwirt pflügt sein Feld
Ein Landwirt pflügt sein Feld
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  • eine weiter wachsende Zahl von Nepalesen, die Jesus kennenlernen und ihm nachfolgen
  • die Bibelstudiengruppen, dass Gottes Wort auf fruchtbaren Boden fällt
  • die angefeindeten Geschwister, dass sie fest an Jesus bleiben und bei ihm Trost finden

Christen stehen unter Druck

Mit rund 4% der Bevölkerung bilden Christen (nach Erhebungen der World Christian Database) in Nepal nur eine kleine Minderheit (die offizielle Landesstatistik beziffert sie sogar nur mit 1,4%), dennoch sind sie den Hindu- Nationalisten ein Dorn im Auge. So werden christliche Nepalesen häufig zur Zielscheibe von Anfeindungen und auch behördliche Überwachung sowie Diskriminierung im öffentlichen Leben und am Arbeitsplatz haben zugenommen. Christliche Konvertiten werden an vielen Orten von ihren Familien (mit hinduistischem oder buddhistischen Hintergrund) massiv unter Druck gesetzt, zum Glauben der Vorfahren zurückzukehren. Immer häufiger werden Christen zu Opfern religiös motivierter Gewalt. Dennoch wächst die Gemeinde Jesu in Nepal deutlich.

Die Bibel Liga in Nepal

Die Bibel Liga arbeitet in Nepal seit 21 Jahren und hat inzwischen mehr als 3.000 Gemeinden mit Bibeln und Schulungsmaterial versorgt. Neben den Bibelstudienkursen und den Schulungen für Gemeindegründer gehören Englischkurse auf Basis biblischer Texte zum Schwerpunkt unseres Dienstes im Land. 2021 absolvierten 55.319 Nepalesen einen Bibelstudienkurs und mehr als 420 neue Kursleiter wurden ausgebildet. Mit der Aktion BibelStern wollen wir im deutschsprachigen Raum dazu beitragen, dass 25.000 Menschen an einem Bibelkurs teilnehmen können.

Bild: Buddhistische Nonne im Tempel

Buddhistische Nonne im Tempel

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