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RE-VERSE

Entstehung und Ausrichtung

Interview mit Reinhard Knödler, dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Bibel Liga

Reinhard, mit „RE-VERSE“ bringt die Bibel Liga ein neues Bibelkarten-Produkt heraus. Welcher Gedanke hat euch im Vorfeld bewegt?

Reinhard Knödler: Der, der uns immer bewegt: Wir möchten Menschen das Wort Gottes, die Bibel, nahe bringen, sie ihnen lebendig und lieb machen. Mit RE-VERSE knüpfen wir also lediglich an das an, was wir als Bibel Liga schon von jeher auf dem Herzen haben: Neben unserer weltweiten missionarischen Arbeit auch Christen hierzulande zu stärken.

Kannst du die Zielsetzung von RE-VERSE etwas genauer beschreiben?
„Gebt dem Wort von Christus viel Raum und lasst es seinen ganzen Reichtum bei euch entfalten“, schrieb Paulus in seinem Brief an die Kolosser. Hierfür sollen RE-VERSE eine Art Einstiegshilfe sein. RE-VERSE besteht aus 31 Kärtchen mit bekannteren, aber auch unbekannteren Bibelworten, von denen ein großer Teil direkte Jesus-Worte sind. Diesen Schwerpunkt haben wir absichtlich gewählt, weil wir uns wünschen, dass Christen als Nachfolger sich gerade mit diesen „Jünger-Versen“ auseinandersetzen.

Sind die Texte zum Auswendiglernen gedacht?
Das war nicht die vorrangige Zielsetzung, aber natürlich kann man das auch tun, denn Gottes Wort auswendig zu lernen ist immer eine gute Sache. Wir hatten vielmehr zweierlei im Blick: Zum einen sollen die Bibelverse dem Nutzer selbst neu wichtig werden und in sein Leben hineinsprechen. Zum anderen fänden wir es schön, wenn RE-VERSE einen Domino-Effekt auslösen würde: Wenn es Christen ganz neu dazu anregen würde, das, was sie beim Lesen und Nachsinnen entdeckt haben, mit anderen zu teilen.

Und wie kam es zu dem ungewöhnlichen Namen?
RE-VERSE ist ein Kunstwort. Die Kärtchen sind optisch ja in Anlehnung an eine Musikkassette gestaltet, und das hat einen guten Grund: Während des Brainstormings bei unserer Kommunikations-Agentur warf jemand das Wort „Auto-Reverse“ ein – ein Verfahren, das sicher viele noch aus der Zeit der Kassettenrekorder kennen. „Reverse“ heißt so viel wie „Umkehren“ oder auch „zurück auf Anfang“. Dieser Gedanke gefiel uns und weil zudem der Begriff „Vers“ drinsteckt, nahm die Idee mehr und mehr Gestalt an.

Was sich dann auch optisch niedergeschlagen hat ...
Ja, und auch darüber hinaus haben wir konsequent die Metapher des Kassetten-Rekorders aufgenommen. So ist jedem Aktionsschritt ein Tastensymbol des Rekorders zugeordnet: Im ersten Schritt steht „Play“ für das Lesen des Textes, der Vers wird sozusagen „abgespielt“. Dann haben wir die Rückspul-Taste, sie steht für das Nachdenken über das Gelesene. Die Pause-Taste symbolisiert den dritten Schritt: das Gebet. Dabei halten wir an und kommen mit Gott über das Gelesene ins Gespräch. Und schließlich haben wir noch die Vorspul-Taste. Sie steht für das Weitergeben des Verses und der damit verknüpften Gedanken und Erfahrungen an jemanden aus unserem Umfeld – an den Ehepartner, an die Kinder oder Eltern, an Freunde, an Mitglieder unseres Hauskreises oder der Gemeinde.

Warum ist euch gerade dieser Schritt des Weitergebens ein solches Anliegen?
Ich kenne es doch von mir selber: Auch als Christ rede ich mit anderen häufig über alles Mögliche – vom Wochenende über die Fußballergebnisse bis hin zum geplanten Sommerurlaub. Nicht dass Small-Talk nicht auch seinen Platz hätte. Aber wäre es nicht schön, wenn wir uns als Geschwister in Christus mehr mit und aus dem Wort Gottes heraus ermutigen würden? Wenn wir einander nicht nur nach dem Gottesdienst, sondern auch mitten im Alltag die Zusagen Gottes über uns und unserem Leben zusprechen würden? Uns gegenseitig an seine Verheißungen, aber auch an die Herausforderungen der Nachfolge erinnern würden? Oder insgesamt viel selbstverständlicher weitergeben würden, wo uns ein bestimmtes Bibelwort berührt und verändert hat? Wie viel Segen könnte so in unseren Alltag fließen, wie viel Lebensmut und Trost! Hierzu kann RE-VERSE ein erster Anstoß sein.

Und welcher der 31 RE-VERSE-Verse ist dir persönlich ganz neu nah gekommen?
2. Timotheus 3,17 in der „Neuen evangelistischen Übersetzung“: „Mit der Schrift ist der Mensch, der Gott gehört und ihm dient, allen seinen Aufgaben gewachsen und zu jedem guten Werk gerüstet.“

Vielen Dank für das Gespräch.