Reisetagebuch

Madagaskar-Blog

Geschichte Madagaskars kompakt
19.04.2018 7 Tage vor der Reise

Die Insel wurde 1500 von den Europäern eher zufällig „entdeckt“, als ein portugiesisches Schiff vom eigentlichen Kurs abgetrieben worden war. Um 1700 galt Madagaskar als Piratenmagnet, der als Stützpunkt für Raubzüge auf vorbeifahrende Handelsschiffe diente.

Während der Königsherrschaft Radamas I. ab 1810 wurden diplomatische Beziehungen nach Europa etabliert und zahlreiche Reformen durchgeführt. Ausländische Siedler und christliche Missionare ließen sich nieder. Ein Einschnitt erfolgt 1828: Die Thronbesteigung Königin Ranavalonas I. markierte den Beginn einer 33jährigen Schreckensherrschaft. Folterungen und Ausbeutung waren an der Tagesordnung, diplomatische Beziehungen wurden beendet, Nicht-Madagassen vertrieben und der christliche Glaube verboten. Rund 150.000 Christen verloren ihr Leben durch Exekutionen. Erst unter Radama II. wurde das Land wieder geöffnet und gefangen gehaltene Christen begnadigt.

Trotz langjährigen Widerstands Madagaskars gelang es Frankreich 1896, die Insel zur Kolonie zu machen. Das staatliche Erziehungswesen wurde eingeführt, Schulen und Krankenhäuser errichtet, Bahnstrecken, Straßen und Häfen gebaut. Gleichzeitig wurden Steuern und Zwangsarbeit verordnet und die traditionelle Landwirtschaft von den sogenannten „Kolonialwaren“ wie Kaffee, Vanille, Pfeffer und Gewürznelken verdrängt. Widerstand der madagassischen Bevölkerung gegen die Kolonialherren wurde niedergeschlagen, besonders blutig der Aufstand von 1947 mit Zehntausenden Toten. Noch heute sind diese Massaker ein schmerzhafter Punkt im Gedächtnis vieler Madagassen. Erst am 26. Juni 1960 gewann Madagaskar seine Unabhängigkeit.

Zu Beginn der 80er erlebte Madagaskar einen dramatischen wirtschaftlichen Niedergang. Verantwortlich dafür wird die Misswirtschaft der Regierung Didier Ratsirakas gemacht, aber auch Naturkatastrophen sowie sinkende Weltmarktpreise für die madagassischen Exportgüter. Seither gehört Madagaskar zu den ärmsten Ländern der Welt. Deutschland und die Schweiz pflegt seit vielen Jahren gute Beziehungen zu Madagaskar und leisten Entwicklungshilfe.

Für Christen und Suchende sind Bibeln außerhalb der Hauptstadt Antananarivo nur schwer zugänglich oder für die arme Bevölkerung schlichtweg unerschwinglich. Hinzu kommt, dass in abgelegenen Dörfern oft die Hälfte der Bewohner Analphabeten sind. Für sie ist die Arbeit der Bibel Liga mit Audiobibeln besonders wertvoll.

Quelle: Wikipedia, Operation World