Reisetagebuch

Madagaskar-Blog

Brücke als Erinnerungszeichen für Gottes Eingreifen
03.05.2018 Tag 7 in Madagaskar

Unsere nächste Station im Regenwald ist das Dorf Manjakandriana. Die dortige Gemeinde mit ca. 200 Mitgliedern wird von Pastor Bebe Olivier geleitet.

Er führt uns zu einer Brücke. Mit ihr verbindet seine Gemeinde eine besondere Gebetserhörung.

Vor knapp 10 Jahren entschlossen sich die Dorfältesten eine Brücke mit Betonfundamenten zu bauen. Als die Brücke fertig war, sollte ein Fest gefeiert werden. Nach Beratungen mit dem Medizinmann wurde von den Dorfältesten beschlossen, zu diesem Anlass den Geistern der Vorfahren eine Kuh zu opfern. Normalerweise beteiligte sich die Gemeinde mit Hilfsleistungen oder Geldbeträgen an Dorffesten, aber hier war für sie eine Grenze überschritten: Jede Form der Anbetung war für sie nur dem lebendigen Gott vorbehalten. Sie teilten dem Rat mit, dass sie für die Kuh kein Geld geben könnten  Die Dorfältesten und sogar Bebe Oliviers Eltern waren darüber sehr erzürnt. Einzelne Dorfbewohner begannen mit Billigung der Dorfältesten Teile des Gemeindegebäudes zu zerstören. Bebe Olivier rief die Gemeinde zu einem Fasten und Beten auf. Nach 6 Fastentagen hatte sich die Situation sogar noch verschlechtert. Der Ältestenrat stellt Bebe Olivier vor die Entscheidung, sich entweder an der Kuh zu beteiligen oder die Gemeinde müsse geschlossen werden.

Aber dann griff Gott ein und schickte ihnen Hilfe von unerwarteter Seite. Ein hochrangiger Militärangehöriger hatte von der Sache gehört und kontaktierte die Dorfältesten. Er war in der Region ein respektierter Politiker und selbst auch Christ. Er warnte die Dorfältesten vor der Schließung bzw. weiteren gewalttätigen Übergriffen auf die Gemeinde. Mit diesem Telefonat wurde die Entscheidung der Gemeinde vom Ältestenrat des Dorfes akzeptiert, die Atmosphäre änderte sich und es gab seither keine weiteren Übergriffe. Die Gemeinde hatte mit ihrem „mächtigen Fürsprecher“ vorher noch keine Berührungspunkte, aber pries Gott für sein Eingreifen. Heute genießt die Gemeinde durch ihr soziales Engagement (Hilfsleistungen für die Ärmsten der Armen, finanzielle Unterstützung für einen Dorflehrer, regelmäßige Reinigungsaktionen im Dorf, …) größte Anerkennung in der Region.

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