Reisetagebuch

Madagaskar-Blog

Mit Jesus hinter Gittern
05.05.2018 Tag 9 in Madagaskar

Im Frauengefängnis von Antananarivo treffen wir 4 Bibelkursabsolventinnen. Das Gefängnis ist für 100 Frauen ausgelegt, aber es sind 365 Frauen und 34 Kinder unter 2 Jahren dort inhaftiert. Laut der Gefängnisleiterin warten 80% der Frauen noch auf ihre Gerichtsverhandlung. Manche befinden sich schon seit über einem Jahr in Untersuchungshaft. Die Mühlen der madagassischen Justiz mahlen langsam. Als unsere 4 Interviewpartner ins Gefängnis kamen, waren sie keine Christen, aber heute ist Jesus ihr Herr.

Martine, eine unserer Interviewpartnerinnen, berichtet: „Ich bin 48 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder. Ich bin seit über 5 Jahren im Gefängnis und wurde gemeinsam mit meinem Mann zu einer lebenslänglichen Strafe verurteilt. Mein Mann fand auf unserem Feld mehrere Leichenteile und meldete dies der Polizei. Diese verdächtigte uns des Mordes mehrerer Menschen und wir wurden in einem kurzen Prozess zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Für ein Berufungsverfahren konnten wir uns keinen Anwalt leisten und wussten auch gar nicht, welche Rechte wir haben. Vor meinem himmlischen Vater kann ich bezeugen, dass wir diese Tat nie begangen haben. Das Bibelwort aus Johannes 8,36 ist schon seit Jahren ein Schutz für mein Herz, wenn mich die Verzweiflung über die ungerechte Inhaftierung überkommt: „Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.“ Meinen Mann darf ich jede Woche 15 Minuten sehen. Auch er ist im Gefängnis zum Glauben gekommen. Jesus ist unsere gemeinsame Hoffnung. Danke, dass ihr uns Bibeln und Schulungsmaterial gebracht habt. Wir brauchen die Stärkung durch Gottes Wort.“

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