Reisetagebuch

Nepal-Blog

Teppiche - Made in Nepal
20.02.2015 Tag 8 - Teppichknüpferinnen

Handgeknüpfte Teppiche sind für Nepal ein wichtiges Exportprodukt. Allerdings ist der Markt sehr umkämpft und deshalb sind die Preise in den letzten Jahren gefallen. Die meisten Teppichknüpferinnen verdienen nur den Mindestlohn von 8.000 Rupien (= 70 Euro). An einem 1,20 breiten Teppich arbeiten oft 2 Mitarbeiterinnen gleichzeitig. Sie schaffen pro Tag ca. 20 cm. Die Teppiche sind aus Schafwolle und werden auf Kundenwunsch nach individuellen Mustern angefertigt. Das erfordert viel Erfahrung und hohes handwerkliches Geschick.

In der Teppichweberei, die wir in der Stadt Patan besucht haben, beginnt der Arbeitstag morgens zwischen 5 und 6 Uhr und endet zwischen 20 und 21 Uhr. Die Woche hat mindestens 6 Arbeitstage. Wenn die Aufträge unter Termindruck stehen ist selbst der Samstag (als offizieller Ruhetag) nicht arbeitsfrei. Im Erdgeschoss stehen die Webstühle. In der Etage darüber wohnen die Mitarbeiterinnen mit ihren Familien.

Bimala Rai ist 43 Jahre und arbeitet seit 24 Jahren in der gleichen Firma. Sie wohnt mit ihren 2 Kindern direkt über der Produktionshalle in einem Zimmer. Klo und Küche wird mit 4 anderen Familien geteilt. Ihr Mann arbeitet seit 3 Jahren in Saudi-Arabien auf einem Ölfeld. Er schickt ihr monatlich 10.000 Rupien. Insgesamt hat sie 18.000 Rupien (= 156 Euro) zur Verfügung. Für die Miete ihres Zimmers bezahlt sie monatlich 2.000 Rupien (= 17,50). Sie kommt mir ihren beiden Kindern gerade so über die Runden.

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