23.07.2025

„Wir sind berufen, Menschen zu Jüngern zu machen“

Wie Frida im Dschungel von Westpapua Tausende mit Gottes Wort erreicht

Mit einem stillen Lächeln, aber einer unerschrockenen Leidenschaft für Jesus – Frida Tambubolon ist gebürtige Indonesierin von der Insel Sumatra. Seit vielen Jahren folgt die 53-Jährige ihrer Berufung: Menschen mit Gottes Wort zu erreichen. Und das mitten im Dschungel von Westpapua.

Frida ist eine Bibelgruppenleiterin im Dschungel von Westpapua
Gottes Wort, das Leben verändert

Obwohl Frida in einem christlichen Elternhaus aufwuchs, war der Glaube für sie lange Zeit nur Tradition. Erst als Teenager begegnete sie Gott persönlich. Als ein Freund sie zu einem Gebetstreffen einlud, war Frida tief berührt von den Menschen, die Gott lobten und unter denen Gottes Geist mit unterschiedlichen Gaben wirkte. „Das möchte ich auch, Gott“, betete sie und lud Jesus in ihr Leben ein. Sie war zu diesem Zeitpunkt 13 Jahre alt. „Kurze Zeit später hatte ich einen Traum“, erinnert sie sich. „Ich sah ein Schwert aus Feuer, das für die Bibel stand. Auf einmal wandte es sich zu mir und stach mir mitten ins Herz. Ich sah, wie es mein Fleisch von meinen Knochen trennte und all mein Innerstes offenlegte.“ Es ist genau das, was Paulus beschreibt:

„Denn eines müssen wir wissen: Gottes Wort ist lebendig und voller Kraft. Das schärfste beidseitig geschliffene Schwert ist nicht so scharf wie dieses Wort, das Seele und Geist und Mark und Bein durchdringt und sich als Richter unserer geheimsten Wünsche und Gedanken erweist.“ (Hebräer 4,12 Luther)

Dieses Erlebnis sollte das Fundament für ihren späteren Dienst werden.

Frida erklärt Kindern mithilfe von Kinderstudienmaterial die Geschichte aus der Bibel.
Von Gott wachgerüttelt

Frida ging zur Gemeinde, heiratete und bekam zwei Söhne, die mittlerweile erwachsen sind. Doch Gott hatte noch mehr vor. Immer wieder waren es Visionen, die Frida wachrüttelten, den nächsten Schritt zu gehen. „Vor meinem inneren Auge zeigte Gott mir einen Gemeindesaal mit Pastoren. Sie aßen zusammen, unterhielten sich und machten es sich gemütlich. Doch Gott sagte zu mir: ‚Wir sind nicht dazu berufen, es uns in den Gemeinden bequem zu machen, sondern hinauszugehen und alle Nationen zu Jüngern zu machen.‘“ Das wirkte. Als ein Freund ihr von dem Dienst der Bibel Liga in Westpapua erzählte, besuchte Frida eine Philippus-Junior-Schulung. Dort wurden Menschen ausgebildet, Kindern mithilfe von Begleitheften das Evangelium zu erklären. Was mit drei Kindern aus der Nachbarschaft begann, sollte schon bald zu einem großen Dienst werden.

Mitten im Dschungel: Kinder entdecken Gottes Wort

Während der Pandemie suchte Frida nach neuen Wegen. Sie fuhr in abgelegene Dörfer im Dschungel – teils nur mit dem Motorrad erreichbar. Dort traf sie auf große Offenheit, aber auch geistliche Herausforderungen. „Viele von den Menschen dort sind während der Erweckung im 19. Jahrhundert Christen geworden, doch heute ist das oft nur noch eine leere Hülle aus Traditionen. Auch Zauberei wird an vielen Orten noch praktiziert“, erklärt Frida. Dennoch ging Frida auf die Menschen zu und startete ihre erste Kinderbibelgruppe. Auch die Erwachsenen hörten aufmerksam zu.  „Die Menschen sind so neugierig, wenn ich ihnen Gottes Wort erkläre. Die meisten besitzen keine Bibel und wissen nicht, wie sie darin lesen sollen.“

Kinder im Dschungel von Westpapua lesen begeistert in den Heften mit biblischen Geschichten.
Evangelisation ist unser gemeinsamer Auftrag

Der Dienst, der sich mittlerweile im Dschungel rund um Manokwari entwickelt hat, ist gewaltig. Etwa 6.000 Kinder und Erwachsene haben in den letzten fünf Jahren an einer Bibelgruppe teilgenommen. Die Arbeit macht Frida längst nicht mehr allein. Mehr als hundert Einheimische hat sie zu Kleingruppenleitern ausgebildet, die nun selbst Philippus-Gruppen anbieten. „Wir haben alle Dörfer nördlich von Manokwari erreicht, etwa 50. Jetzt möchte ich auch im Süden die Gute Nachricht verbreiten“, sagt sie begeistert. Ihre Leidenschaft für Gottes Wort ist nach wie vor ungebrochen. „Wir Christen müssen aufwachen und andere ausbilden, denn das Evangelium zu verkünden ist nicht nur Sache von Pastoren – es ist die Aufgabe eines jeden Christen“, betont sie. Fridas eigenes Leben ist ein Zeugnis dafür, dass Gott die Berufenen befähigt und jeder noch so kleine Anfang massive Auswirkungen haben kann. Denn Gottes Wort ist lebendig. Es ist wie ein Schwert – und es dringt auch heute noch tief in die Herzen derjenigen, die es hören und lesen.

Gemeinsam wollen wir mehr Indonesier mit Gottes Wort erreichen

Eine Teilnehmerin der Aktion BibelStern freut sich über die Bibel, die sie verschenkt.
Helfen Sie mit?

Bei der Aktion BibelStern sammeln Kleingruppen, Hauskreise und Gemeinden für Menschen in Indonesien, die sich keine Bibel leisten können. Melden Sie sich einfach an & erhalten Sie von uns die kostenlose Mitmachbox. Übrigens: Wir stellen Ihnen auch einen kurzen Film-Clip über die Bibelnot in Indonesien zur Verfügung, den Sie im Gottesdienst zeigen können. Weitere Infos zur Aktion finden Sie hier.
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16.07.2025

Von Gott gesehen

Wie eine blinde Community durch Hörbibeln Jesus kennenlernt

Zwei blinde Hörbibelgruppenteilnehmerinnen erzählen ihr Zeugnis.
Margareth (l.) ist sehbehindert und erzählt, wie Gott sie als ehemalige Hexenmeisterin verändert hat.

„Früher war ich eine Hexenmeisterin. Ich war ein schlechter Mensch und so schrecklich einsam.“ Margareth Marwa lebt in Butiama im Nordwesten von Tansania – einem Ort, an dem die geistliche Dunkelheit deutlich spürbar ist. Wie die meisten Menschen in der Region lebt Margareth von der eigenen Landwirtschaft. Als Hexenmeisterin wurde sie zwar von vielen in ihrem Dorf aufgesucht, doch lebte sie gleichzeitig isoliert, weil die Menschen sie fürchteten. Sie ist nicht die Einzige, die Hexerei praktiziert hat. Ein weiteres Merkmal, das sie kurioserweise mit vielen Bewohnern ihres Dorfes gemeinsam hat: ihre Sehbehinderung. Denn ein überdurchschnittlich hoher Anteil der Menschen in Butiama ist blind oder in ihrer Sehkraft stark eingeschränkt. „Wir haben das Gefühl, dass es wie ein Fluch ist“, sagt Margareth. Doch in diese Dunkelheit strahlt nun nach und nach das Licht Gottes. Denn er beruft gerade die, von denen man es am wenigsten erwarten würde.

Pastor Siro aus Tansania, der auf einem Auge blind ist, leitet eine Hörbibelgruppe.
Ein neues Leben in Jesus

Pastor Siro betreut die junge christliche Gemeinde in Butiama, in die auch Margareth geht. Der kleine Holzverschlag kann längst nicht mehr allen Gottesdienstbesuchern Platz bieten. Unter der Woche treffen sich mehrere Bibelstudiengruppen, um gemeinsam Gottes Wort zu lesen. Während Pastor Siro das Bibelstudienmaterial auf seinem Schoß liegen hat – ihm fehlt zwar sein rechtes Auge, aber mit seinem linken kann er lesen – sind die meisten der Bibelgruppenteilnehmer darauf angewiesen, Gottes Wort vorgelesen zu bekommen. Pro Gruppe gibt es eine Hörbibel, mit der die Passage, über die sie sprechen, gemeinsam angehört wird. Heute ist es 5. Mose 7,6: „Denn ihr seid ein heiliges Volk und gehört dem HERRN, eurem Gott. Aus allen Völkern der Erde hat er euch ausgewählt und zu seinem Eigentum gemacht.“ (NGÜ)

„Denn ihr seid ein heiliges Volk…“

Die Worte berühren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr. „Gott möchte, dass wir der Dunkelheit den Rücken kehren, ihn als Herrn anerkennen und als sein Volk nach dem leben, was er uns aufträgt“, erklärt Pastor Siro. Die sehbehinderten Frauen und Männer hören aufmerksam zu, ihr Blick ins Leere gerichtet. Ein älterer Mann mit trüben, aber leuchtenden Augen meldet sich zu Wort: „Zu Gottes Volk zu gehören, heißt, dass wir jetzt ein Zeugnis sind, wie lebendige Buchstaben. Wenn andere unser Leben anschauen, dann sehen sie, dass wir nicht mehr so handeln wie früher.“ Und er hat recht. So wie Margareth gibt es einige, die früher Geister angerufen und Okkultismus praktiziert haben und jetzt ein neues Leben in Jesus beginnen.

Ein Hörbibelgruppenteilnehmer hält die Hörbibel so, dass die anderen die Bibelstelle mithören können.

Große Freude über die eigene Hörbibel

Heute ist ein besonderer Tag, denn im Anschluss an die vorerst letzte Einheit der Bibelgruppe bekommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine eigene Hörbibel überreicht. Untereinander helfen sich die Frauen und Männer dabei, nach vorne zu kommen, ohne sich anzustoßen und ihre eigene Bibel in Empfang zu nehmen. „Jetzt, wo ich eine Hörbibel habe, werde ich meine Nachbarn einladen, gemeinsam Gottes Wort zu studieren“, freut sich einer der Teilnehmer. Ein anderer sagt: „Für mich ist diese Hörbibel ein Evangelisationsinstrument in unserem Dorf.“ Auch Margareth bekommt heute ihre eigene Hörbibel und freut sich sehr: „Die Menschen da draußen haben keine Ahnung, was für Freude und Güte ich hier erlebe. Ich liebe Jesus und ich sehe es als meine Verantwortung, dass andere auch davon erfahren.“ Denn wie es Römer 10,17 beschreibt, haben es die Gemeindemitglieder in Butiama auch erlebt: „Der Glaube kommt also aus dem Hören der Botschaft, die Verkündigung aber durch das Wort des Christus.“ (NeÜ) Und genau das wollen sie nun weitergeben.

Ein Teilnehmer der Hörbibelgruppe in Tansania freut sich über seine eigene Hörbibel.
Ein Hörbibelgruppen-Teilnehmer freut sich über die Hörbibel – und möchte sie Leuten aus dem Dorf vorspielen.

Beschenken Sie Sehbehinderte mit einer Hörbibel!

Sie können mehr sehbehinderten Menschen wie Margareth den Zugang zu Gottes Wort ermöglichen. Denn je 7 EUR ermöglichen Sie einer Person die Teilnahme an einer Bibelgruppe und eine eigene Hörbibel. Helfen Sie mit und schenken Sie Blinden in Tansania Hoffnung.

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31.07.2024

„Lachen ist die beste Medizin“: Wie Pastor Nick als Clown evangelisiert

Wenn Nick lacht, steckt das an – man muss einfach mitlachen! Er ist ein fröhlicher Pastor, der in Puerto Princesa auf der Insel Palawan (Philippinen) lebt. Obwohl die Insel als Urlaubsparadies gilt, sind die Bewohner meist sehr arm. Sie leben von der Landwirtschaft und der Fischerei. Probleme gibt es genug: Alkoholismus, Drogen, Glücksspiel und Wetten bei Hahnenkämpfen, bei dem viele regelmäßig Geld verlieren und sich verschulden. Nicks Herz schlägt für diese Menschen. Er wünscht sich, dass sie Jesus kennenlernen und Freude und Freiheit bei ihm finden. Dabei hat ihn Sprüche 17,22 inspiriert: „Fröhlichkeit ist gut für die Gesundheit, Mutlosigkeit raubt einem die letzte Kraft.“ (Gute Nachricht Bibel)

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Wie kann man Menschen zum Lachen bringen? Nick hatte eine ungewöhnliche Idee: Er ließ sich als Clown ausbilden und lernte allerhand Tricks und Kunststücke. Seither ist er auf der Straße unterwegs – immer gemeinsam mit einem Evangelisten. „Als Clown ziehe ich das Publikum an. Die Botschaft von Jesus und seiner Rettung predigt dann ein Freund.“ Gemeinsam ergänzen sie sich. Beispielsweise verwandelt Nick (mithilfe einer Chemikalie) eine rötliche Flüssigkeit in kristallklares Wasser. Dieser „Zaubertrick“ veranschaulicht, was Gott in Jesaja 1,18 sagt: „Wenn eure Sünden rot sind wie das Blut, werden sie doch weiß wie Schnee; und wenn sie rot wie Purpur sind, werden sie wie weiße Wolle sein.“ (NeÜ).

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Nicks Shows begeistern die Menschen – und sie tragen dazu bei, dass die Gemeinde in Puerto Princesa wächst! Dass er, der Pastor selbst, hinter der Clownsnase steckt, ist sein Geheimnis. „Das gehört dazu – die Illusion ist Teil meiner Identität als Clown.“ Eines Tages sahen einige seiner nicht gläubigen Freunde sich seine Clownshow an. Als er lachte, fragten sich seine Freunde, ob dieser Clown Nick sei. Sie dachten: „Das kann doch nicht sein – er ist doch Pastor!“ Am Ende der Veranstaltung gingen sie nach vorn, um ihr Leben Jesus zu geben. Später kam Nick zu ihnen – diesmal ohne seine Verkleidung. Begeistert erzählten sie ihm von der Show. „Du hättest früher herkommen sollen; der Clown hat genauso gelacht wie du und er klang genau wie du.“ Da musste Pastor Nick herzhaft lachen.

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