AKTION BIBELSTERN

Interview

Es gibt viel zu tun, beten wir!

Pastor Narong

Interview mit Dr. Narong Tongsuk, dem Bibel Liga-Leiter in Thailand

Pastor Narong ist 53 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Töchter. Er hat drei Gemeinden in Thailand gegründet und ist seit zehn Jahren Direktor der thailändischen Bibel Liga.

Wie bist du ein Nachfolger Jesu geworden?

Während meines Landwirtschaftsstudiums in Japan habe ich hingegebene Christen kennengelernt. Vorher hatte ich nie über den Tellerrand meines buddhistischen Glaubens hinausgeschaut. Diese Christen mit ihrer konkreten Hoffnung auf ewiges Leben und ihrer geduldigen Liebe weckten mein Interesse an ihrem Glauben. Pat aus Indien lud mich immer wieder zum Gottesdienst ein und es kam der Tag, an dem ich mein Leben der Herrschaft Jesu unterstellte. Wenig später verliebte ich mich in Pat und wir haben am Ende des Studiums geheiratet.

Wie ging es dann weiter?

Nachdem ich für drei Jahre in unterschiedlichen Landwirtschaftsprojekten gearbeitet hatte, ermutigten mich meine christlichen Schwiegereltern, ein theologisches Studium an einer indischen Hochschule zu absolvieren. Wie mir lag es ihnen ebenso am Herzen, meiner Familie und meinen Landsleuten in Thailand das Evangelium zu bringen. Am Anfang des Studiums hatte ich große Schwierigkeiten, weil mein Denken immer noch von der alten buddhistischen Philosophie geprägt war. Die Trinität war mir sehr fremd und Jesus war für mich 50% Mensch und 50% Gott. Ich konnte es nicht erfassen, dass Jesus in seinem irdischen Leben ganz Mensch und ganz Gott war. Im ersten Jahr musste ich einige Prüfungsfächer wiederholen, aber mehr und mehr begriff ich die Zusammenhänge und am Ende bot mir mein Professor eine Lehrtätigkeit am theologischen Seminar in Nagaland an.

Wann bist du dann nach Thailand zurückgegangen?

Nach einer zehnmonatigen Lehrtätigkeit in Indien fragte eine japanische Gemeinde an, ob ich nicht als Missionar in Thailand arbeiten wolle. Pat und ich erkannten darin Gottes Reden und wir zogen nach Bangkok. Dort arbeitete ich mit einer Baptistengemeinde und gründete eine neue Gemeinde.

Wie kamst du mit der Bibel Liga in Verbindung?

Ich war für den damaligen Asien- Direktor der Bibel Liga bei einer Missionsreise in Indien als Übersetzer tätig. Wenig später schlug er dem thailändischen Direktor vor, mich als Philippus- Koordinator einzustellen. Das Ziel der Bibel Liga, die bisher verschlossene Volksgruppe der Thai erreichen zu wollen, begeisterte mich.

Warum hilft das Programm Philippus den Gemeinden in Thailand?

Wir bringen Gottes Wort und Gemeinschaft zusammen. Durch die Beziehung zu Nachfolgern Jesu können suchende Menschen das Evangelium hören und sehen. Die Schulungsun- terlagen geben den Teilnehmern gute Leitlinien, um das Evangelium systematisch zu erkunden. Unsere Bibelgruppenleiter thematisieren auch die Grundängste, die bei den meisten Thais vorhanden sind: Die Angst vor Leiden, vor Armut und vor zerrütteten Familienverhältnissen.

Mit welchen Schwierigkeiten kämpfen Gemeinden in Thailand?

Die meisten jüngeren und neu gegründeten Gemeinden ziehen vor allem Mitglieder aus ärmeren Schichten an. Ihre Leiter haben fast immer nur eine sehr lückenhafte Ausbildung. Hinzu kommt, dass Christen mit buddhistischer Vergangenheit oft ihre Erfahrungen mit buddhistischen Mönchen auf ihren Pastor übertragen. Für sie ist der Pastor geistlicher Experte und Segensvermittler, der einen Großteil der Gemeindearbeit alleine zu leisten hat.

Welche Gebetsthemen liegen dir am Herzen?

Bitte betet, dass mehr thailändische Christen ein Herz für Evangelisation bekommen und dass sich ganz normale Gemeindeglieder für diese Aufgabe schulen lassen. In 95% der 80.000 Dörfer Thailands gibt es noch keine Gemeinde. Bitte betet mit uns, dass sich die Zahl der Gemeinden in den nächsten zehn Jahren von derzeit 5.800 auf über 12.000 mehr als verdoppelt. Es gibt viel zu tun, deshalb sollten wir beten.