ALBANIEN

Erfahrungsbericht

Dem wahren, lebendigen Gott dienen

Olsis Bibelstudiengruppe

Ein Team der Bibel Liga besuchte junge Albaner, die sich in dem kleinen Wohnzimmer eines Hauses in Shkozë treffen, dem Armenviertel der Hauptstadt Tirana. Fast alle haben muslimischen Hintergrund. Es ist Donnerstagnachmittag. Und das gemeinsame Bibelstudium kann beginnen.

Die Mehrheit der Jugendlichen hier hat einen schwierigen familiären Hintergrund“, erklärt Olsi, der 28-jährige Leiter der Gruppe. „Ihre Eltern sind geschieden oder haben keinen richtigen Job. Viele haben zu Hause Gewalt erlebt.“ Olsi selbst kommt aus einem Bergdorf in Zentralalbanien und ist Jugendpastor in der Kisha Rreze Drite (Lichtstrahlengemeinde), einer Partnergemeinde der Bibel Liga Albanien. Von der Philippus-Bibelstudiengruppe ist er begeistert. Sie half ihm entscheidend dabei, seinen Glauben zu vertiefen. Seit Mitarbeiter der Bibel Liga in sein Dorf kamen und der Familie eine Bibel überließen, weiß Olsi, wie wichtig Gottes Wort ist: „Nur durch das Lesen der Bibel sind meine Schwester, mein Bruder und ich Christen geworden.“

Auch unter schwierigen Umständen bei Christus bleiben

Der Bibelkreis trifft sich in Olsis Haus. Die Gebäude des Viertels sind in einem schlechten Zustand. Selbst baufällige Häuser in Deutschland wären hier Villen. Zunächst tauschen sich die Jugendlichen darüber aus, was ihnen an Gottes Wort bisher aufgefallen ist: „Dass es so viele Verheißungen von Gott gibt“, meinen einige. „Und Gott hält seine Verheißungen!“, ergänzt Iona, die Frau von Olsi. Doch das bedeute nicht, dass es keine Schwierigkeiten gebe. „Die Frage ist nur, wie wir damit umgehen“, macht Iona den nächsten Schritt. Es gehe darum, auch unter schwierigen Umständen bei Christus zu bleiben.

Bibelgruppenteilnehmer aus muslimischem Hintergrund

Für Mateo ist der junge David Vorbild, der keine Angst vor dem Riesen Goliath hatte, sondern allein dem Herrn vertraute. Mateo kommt aus einer traditionellen muslimischen Familie und tat, was man religiös von ihm erwartete. Doch Gott war weit weg für ihn. Erst als Olsi ihn vor zwei Jahren in die Gemeinde einlud, spürte er zum ersten Mal Gottes Gegenwart. Auch Megi, ein junges Mädchen mit langen schwarzen Haaren, hat muslimischen Hintergrund. Sie ist ein Scheidungskind und lebt mit ihren Geschwistern bei der Mutter. Ihr Vater war oft gewalttätig und ist inzwischen im Gefängnis gelandet. Olsis Gemeinde half der Familie mit Lebensmittelpaketen und lud sie ein. Seitdem ist Megi mit Christus unterwegs.

Aufmerksame ZuhörerAufmerksame Zuhörer

Auswanderung und Islamismus

Olsi erklärt uns, dass viele Jugendliche in Albanien mit Drogen- und Alkoholmissbrauch konfrontiert seien. „Aber die beiden größten Herausforderungen sind Auswanderung und Islamismus.“ Da es keine Arbeit gibt, verlassen viele junge Menschen das Land. Dadurch blutet Albanien aus. Auf der anderen Seite investieren Moschee- Vereine Geld, um die Jugend für den Islam zu gewinnen. So werde jungen Männern teilweise 200 Dollar geboten, wenn sie sich einen Bart wachsen lassen und ein islamisches Gewand tragen. Olsi blickt ernst: „Wir haben zu viele in diese Falle tappen sehen“. Deswegen sei das Philippus-Programm so wichtig: „Es hilft zu verstehen, worum es wirklich geht. Nicht um Europa oder den Islam, sondern darum, dass persönliches Heil und wirkliche Zukunft nur in Christus zu finden sind.“

"Trotzdem wissen wir, wer unser Gott ist!"

Olsi weiß, wovon er spricht. Auch seine Frau Iona kommt aus einer muslimischen Familie. Iona ist arbeitslos und Olsi verkauft gebrauchte Waren auf dem Markt. Zum Leben in Tirana reicht das kaum. „Manchmal spüren wir deshalb starken Druck. Trotzdem wissen wir, wer unser Gott ist! Ja, wir leben im Glauben und wollen dem wahren und lebendigen Gott dienen.“ – Und das macht sie stark.

Welch eine Hingabe

Ein paar Tage später besuchen wir Olsi auf dem Markt. Es ist ernüchternd, seine ‚Verkaufserfolge‘ zu sehen. Eigentlich wäre Sonntag der beste Tag für den Markt. Seine Kollegen verkaufen da fünf- bis sechsmal mehr als an anderen Tagen. Doch Olsi lehnt das ab: „Sonntag ist der Tag für den Herrn!“ Und den möchte er in der Gemeinde zusammen mit den Jugendlichen verbringen, die ihm anbefohlen sind. Welch eine Hingabe!

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    Olsi an seinem Marktstand

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