ARMENIEN

Erfahrungsbericht

"Früher mochte ich Kinder nicht"

Tamaras Wende begann am Sterbebett ihres Vaters

TamaraLehrerin Tamara: neue Liebe für Kinder.

"Früher mochte ich Kinder nicht. Ich fand sie laut und schmutzig und hasste es, wenn sie sich ihre Gesichter nicht wuschen und rotzige Nasen hatten. Egal, was sie taten, es hat mich nur geärgert."

Das erzählt uns Tamara und lacht dabei. Wenn man sie erlebt, mag man das kaum glauben. Doch der Reihe nach: Auf dem Sterbebett rang Tamaras Vater seiner Tochter ein Versprechen ab: "Lies in der Bibel. Finde zu Christus. Und dann fang an, für Kinder da zu sein!" Tamara begann, in der Bibel zu lesen. Und sie fand zu Jesus. Inzwischen arbeitet sie als Lehrerin mit klarem christlichen Profil in der Ortschaft Verin Dvin, 30 km südlich von Jerewan, in einer Einrichtung für Kinder.

Seltsame Veränderungen

Kinder? "Zu meinem Erstaunen bemerkte ich eine seltsame Veränderung in mir: Was auch immer die Kinder tun, ich habe plötzlich ein Herz für sie – selbst wenn sie schmutzig und mit laufender Nase auf mich zukommen."

Großen Anteil an dieser Entwicklung hatte Hovhanes, Tamaras Mentor. Vor Jahren hatte der bei der Bibel Liga Armenien eine Ausbildung als Gemeindegründer gemacht. Aus vielen von ihm initiierten Bibelstudiengruppen sind längst Hausgemeinden geworden. Auch ihm hatte Gott gezeigt, er solle für Kinder und Teenager da sein: "Niemand kann fruchtbar mit Kindern oder Jugendlichen arbeiten, wenn er keine Berufung dafür hat."

Die Kinder-Bibelgruppe in Verin Dvin Die Kinder-Bibelgruppe in Verin Dvin

BIbelgruppe auch mit kurdischen Kinder ohne christliche Wurzeln

Die 24 Kinder und Teenager in Tamaras Gruppe sind nicht alle Armenier. Die meisten Bewohner in Verin Dvin sind Assyrer. Sie haben ihre eigene Sprache, sprechen aber auch Armenisch. Und es kommen auch kurdische Kinder, die meist keine christlichen Wurzeln haben. Trotzdem schicken ihre Eltern sie, weil der Bibelunterricht sie fördert.

Wie die Kinder mit Streit umgehen

Tamara deutet auf den kleinsten Jungen in der Gruppe: "Unser Junior. Er, seine Schwester und sein Bruder streiten oft. Wenn sie dann wütend aufeinander sind, sprechen sie einen Bibelvers, um sich gegenseitig zu vergeben." Sofort sagen die drei ihren Bibelvers: "Seid nachsichtig mit den Fehlern der anderen und vergebt denen, die euch gekränkt haben. Vergesst nicht, dass der Herr euch vergeben hat und dass ihr deshalb auch anderen vergeben müsst." (Kolosser 3,13, Neues Leben)

Ein kleiner Junge aus Tamaras GruppeEin kleiner Junge aus Tamaras Gruppe

Armenischer Gruß an die Bibel Liga-Spender

Am Schluss grüßen wir die Kinder im Namen der Spender der Bibel Liga, die ihren Kurs erst möglich machen, und fragen sie, was sie ihnen sagen möchten. "Shnorrhakalutyun!" – rufen alle laut das schwierige armenische Wort für "Danke".

Tamara fügt hinzu: "Ohne die Kinderbibeln und Schulungshefte könnten wir nicht unterrichten. Durch ihren Einsatz haben sogar Eltern begonnen, in Gottes Wort zu lesen. Es ist großartig, dass Gott Menschen nach Armenien führt, damit sie hier das Evangelium kennenlernen. Es ist die Antwort auf die Gebete vieler Christen, die in der Region nur eine geduldete Minderheit sind."

(Autor: Anton de Vreugd – Mitarbeiter von Bible League International)  

 

Helfen Sie mit!

Unsere armenischen Partnergemeinden rechnen trotz erschwerter Bedingungen für 2021 mit über 10.000 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die an einer Bibelstudiengruppe teilnehmen. Die armenische Bibel Liga plant außerdem, 350 neue Kleingruppenleiter auszubilden.

Wir wollen der armenischen Bibel Liga 2021 einen Betrag von 28.000 Euro zur Verfügung stellen – für Bibeln, Studienhefte und Schulungsmaßnahmen für Kleingruppenleiter. Mit 21 Euro schenken Sie drei Armeniern die Teilnahme an einem Bibelkurs und eine eigene Bibel. Die Bibelempfänger sind sehr dankbar für Ihre Unterstützung! 

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