INDIEN

Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht

Gott ruft Menschen in anderen Kulturkreisen manchmal auf ungewöhnliche Weise in seinen Dienst: Durch eine Vision oder einen Traum. So auch die 45-jährige Tabitha, der er den Mut gab mit Konventionen zu brechen, unter denen vor allem Frauen im ländlichen Indien leiden. Heute steht sie in der Leitung einer christlichen Gemeinde und führt evangelistische Bibelkurse durch. Doch bis dahin war es ein leidvoller Weg.

Tabitha ist Jesus begegnet und möchte seine gute Botschaft weitergeben

„Ich wusste sofort, dass Jesus der Herr ist ...“

Geboren in einem kleinen Dorf im südostindischen Bundesstaat Andhra Pradesh entstammt Tabitha einer Hindu-Familie und ging regelmäßig mit in den Tempel. Doch trotz eifrigen Gebets zu den vielen Göttern wurden die Umstände in ihrer Familie immer schlechter. Ihr Vater, der als Bauer auf dem Feld arbeitete, war alkoholsüchtig und nichts von seinem Verdienst blieb zur Versorgung der Kinder. „Ich kann mich an keinen einzigen Tag erinnern, an dem es bei uns Zuhause friedlich zugegangen ist. Und ständig bedrohte man uns wegen der Schulden.“ Tabitha war verzweifelt. Jahrelang flehte sie um göttlichen Beistand ohne den wahren Gott zu kennen. Eines Nachts begegnete ihr Jesus im Traum und sagte ihr, dass sich ihr Leben von nun an ändern würde: „Ich wusste sofort, dass Jesus der Herr ist.“ Tabitha unterstellte voller Ehrfurcht ihr Leben Jesus – ohne einen Gedanken daran, was andere dazu sagen könnten.

Gott führt Schritte des Glaubens

Doch als sie ihren ‚Bindi‘ entfernt, den roten Punkt auf der Stirn, der als traditionelles hinduistisches Zeichen für Frauengilt, da wird sie angefeindet und wie eine Unberührbare behandelt. Selbst ihre engsten Verwandten meiden sie und laden sie nicht mehr ein. Aber Tabitha gibt nicht auf. Sie betet zu Jesus und wird von seinem Frieden erfüllt. Und der Wunsch, ihm nachzufolgen und das Evangelium weiterzusagen wächst. Zu dieser Zeit erfährt sie von einer Gemeindegründer-Schulung. Sie meldet sich an und nimmt jede Woche daran teil.

Der Heilige Geist wirkt und immer mehr Inder studieren Gottes Wort

„Das gab mir eine neue Richtung im Leben. Ich wollte Gottes Wort mit anderen teilen, wusste aber nicht wie. Durch die Schulung lernte ich alles, was notwendig war.“ Tabitha ging Schritte des Glaubens: Angesichts des kulturellen Umfelds in Indien entschied sie sich, in erster Linie Frauen und Kinder anzusprechen. Bildschön wuchs ihr Bibelkreis zu einer kleinen Hausgemeinde, zu der regelmäßig rund 30 Personen kommen. Erst vor kurzem ließen sich sieben Frauen und vier Männer taufen.

An unseren Bibelkursen in Indien nehmen immer mehr junge Menschen teil

Die indische Bibel Liga fokussiert sich mit ihrem Missionsdienst auf arme Bevölkerungsschichten, insbesondere auf die Dalits, Nachfahren der indischen Ureinwohner. In 13 von 29 indischen Bundesstaaten sind wir aktiv und unterstützen dort unsere Partnergemeinden mit Bibeln und Schulungsmaterial. Mit den Kursen und Schulungen erreichen wir in den letzten Jahren auch immer mehr junge Inder.

Indische Frauen lesen gemeinsam in der Bibel