Vers des Tages
Vers des Tages: 1.Mose 22,16-18
„Ich, der HERR, schwöre bei mir selbst: Weil du mir gehorsam warst und nicht einmal deinen einzigen Sohn verschont hast, will ich dich überreich segnen. Deine Nachkommen lasse ich so zahlreich werden wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Meer.“
1.Mose 22,16-18 (NGÜ)
Gedanken zum Tagesvers
Was Gehorsam wirklich bedeutet
Wir sprechen in der Gemeinde oft über Gehorsam. Gehorsam ist vermutlich eines der komplexesten und am wenigsten verstandenen Themen im Leben von uns Christen. Aber was bedeutet es eigentlich, Gott zu gehorchen? In der Bibel lesen wir von Abraham als einem beeindruckenden Beispiel für jemanden, der Gott gehorsam war.
Warum Abraham ein Vorbild ist
Was machte Abraham so besonders? Manche Christen sind der Meinung, dass seine Besonderheit in der Erwählung durch Gott liege. Anders gesagt: Gott habe ihn auserwählt, und deshalb sei er besonders gewesen. Aber das ist nicht korrekt. Das Wort Gottes zeigt uns eindeutig, dass Abraham Gott einfach gehorchte, und zwar in einer Situation, in der niemand gerne gehorchen möchte.
Gehorsam wird gerade dann erforderlich, wenn ein Konflikt entsteht zwischen Gottes Willen und unserem eigenen Wunsch oder zwischen Gottes Willen und unseren persönlichen Bedürfnissen. Mit anderen Worten: Wir müssen gerade dann gehorchen, wenn wir etwas tun wollen, was Gott nicht will, oder wenn Gott uns etwas aufträgt, das wir nicht tun wollen.
Gehorsam und Vertrauen
Ich glaube, dass Gehorsam bedeutet, zu glauben und zu warten: an Gottes Verheißungen zu glauben und ihm zu vertrauen, dass er handelt. Dass sind Worte aus dem Herzen eines Menschen, der Gott kennt. Jesus zu gehorchen bedeutet, jede Lebenssituation aus Gottes Hand anzunehmen und ihn darin zu verherrlichen. Im Gehorsam gegenüber Gott liegt eine besondere Kraft und ein besonderer Segen.
Ein Erlebnis aus dem Krieg
Als Gottes treue Kinder gehorchen wir ihm – selbst dann, wenn wir durch das Tal des Todes gehen. Während des 44 Tage andauernden schrecklichen Krieges um Bergkarabach im Jahr 2020 habe ich gelernt, auf Gott zu warten und ihm zu gehorchen.
Als ich an die Front ging, saßen viele Männer mit mir im Lastwagen. Wir fuhren in der Nacht mit ausgeschaltetem Licht. Als wir uns der Frontlinie näherten, sprangen zwei oder drei Männer plötzlich vom Lastwagen ab. Wir fuhren weiter, und noch mehr Männer sprangen eilig hinterher – ihnen war klar, dass wir in immer gefährlicheres Terrain kamen.
Vertrauen lernen im Gehorsam
Ich wollte am liebsten auch schon aussteigen, aber ich konnte nicht. Mir wurde klar, dass Gott nicht wollte, dass ich zu früh gehe. Es war, als würde er sagen: „Mach dir keine Sorgen, ich habe einen besseren Platz für dich vorbereitet.“ Als ich schließlich an meinem Einsatzort ankam, erkannte ich, dass es der gefährlichste Ort überhaupt war. Erst einen Tag zuvor hatte es dort sieben Tote gegeben. Ich verstand nicht, warum Gott mich gerade dorthin schickte. Aber ich hatte keine andere Wahl.
Gott lehrte mich in dieser Situation, ihm zu gehorchen. Er rettete nicht nur mich, sondern auch etwa sechzig weitere Männer, die mit mir dort waren. Am Ende wurde mir klar: Gott hatte mich dorthin geführt, um diese jungen Männer zu retten. Ich war nur ein Werkzeug in seinen mächtigen Händen.
Gehorsam ermöglicht Segen über uns hinaus
Wenn wir Gott gehorchen, geben wir ihm Raum, seine Pläne in unserem Leben und im Leben anderer zu erfüllen. Lasst uns dem Herrn gehorchen, und er wird auch zu uns sagen: „Durch euch werden die Völker gesegnet werden, weil ihr meine Stimme gehört und mir gehorcht habt.“
Von Pastor Arman Gevorgyan, Mitarbeiter von Bible League International, Armenien
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