Vers des Tages
Vers des Tages: Jesaja 45,2
Ich selbst will vor dir herziehen und das Hügelige eben machen; ich will eherne Türen zerbrechen und eiserne Riegel zerschlagen.
Jesaja 45,2 (Schlachter)
Gedanken zum Tagesvers
Der historische Hintergrund
Die Zusage aus dem Vers des Tages war ursprünglich an einen heidnischen König namens Kyrus gerichtet (Jesaja 45,1), den Gott als sein Werkzeug berufen hatte. Die Verse sind als prophetische Voraussage zu verstehen, dass das Volk Israel durch diesen König aus der (babylonischen) Gefangenschaft befreit werden würde. Babylon war durch mächtige Mauern, Festungstore und eiserne Riegel abgeriegelt. Doch Gott kündigte durch Jesaja an, dass er den Perserkönig Kyrus gebrauchen würde, um Babylon zu besiegen und Gefängnistüren aufzubrechen, damit das Volk heimkehren konnte. Der Vers des Tages war also ein prophetischer Zuspruch der Befreiung aus echter Knechtschaft.
Gott drehte damals die Weltgeschichte, um sein Volk zu befreien. Auch wir als seine Kinder dürfen vertrauen, dass er bis heute eingreift – sei es, um Umstände zu verändern oder unser Herz zu formen.
Der Gott, der vor uns herzieht
Nun zum Inhalt des Vers des Tages. Gott, der Herr, ist der souveräne Schöpfer und König über alle Dinge. Alles im Himmel und auf der Erde gehört ihm, und er hat die Hoheit über alles (Psalm 24,1). Wenn er beschließt, vor uns herzuziehen wie im Vers des Tages, kann ihn nichts aufhalten. Wenn er beschlossen hat, etwas durch uns zu tun, wird es geschehen. Es steht außer Frage, ob er seinen Willen umsetzen kann. Die Frage ist vielmehr, was seine Absicht in der jeweiligen Situation ist.
Hindernisse, die eben werden
Das „Hügelige“ im Tagesvers kann für Stolz oder Widerstand stehen, der sich dem göttlichen Auftrag entgegenstellt. Manchmal ist das „Hügelige“ auch das Leid, das uns niederdrückt. Gott macht das Hügelige „eben“, indem er uns entweder den Weg bereitet oder uns die Kraft schenkt, den hügeligen Weg zu gehen. Auch der Apostel Paulus erfuhr, dass Gottes Kraft gerade in der Schwachheit zur vollen Geltung kommt (2. Korinther 12,9). Unsere Stärke liegt nicht in der Abwesenheit von Problemen, sondern in der Gegenwart von Gottes Kraft mitten in ihnen.
Wenn Gott die Türen öffnet – und die Herzen
Manchmal zerbricht Gott die „ehernen Türen“, wie bei Petrus in Apostelgeschichte 12, und führt uns hinaus. Manchmal aber belässt er uns in der Zelle, wie bei Paulus und Silas in Apostelgeschichte 16, und zerbricht stattdessen die eiserne Tür von Angst oder Hoffnungslosigkeit in unserem Herzen. Dann singen wir inmitten der Gefangenschaft Loblieder, weil Gott uns innere Freiheit schenkt.
Wer sich uns widersetzt, wenn wir in Gottes Auftrag handeln, widersetzt sich letztlich ihm selbst. Für Gott ist es kein Problem, solche eisernen Türen zu zerbrechen, wenn er es will. Wir haben keine Garantie, dass er es tut, damit unser Weg leicht wird, aber wir dürfen wissen, dass er an unserer Seite ist.
Kein Riegel hält Gottes Werk auf
Auch die „eisernen Riegel“ werden im Vers des Tages zerschlagen. Solche „eisernen Riegel“ können uns einschließen und gefangen halten. Doch selbst wenn die äußeren Umstände bleiben, wie sie sind: Kein Riegel dieser Welt kann die Freude und den Frieden, den der Heilige Geist schenkt, gefangen halten. Wir sind frei, weil wir in Christus sind. In Christus hat Gott die stärksten Riegel der Sünde und des Todes bereits zerschlagen.
Losgehen im Vertrauen auf Gott
Darum: Machen wir uns bereit und gehen wir im Vertrauen, dass Gott, der Herr, vor uns herzieht. Er wird entweder den Weg ebnen oder uns die unerschütterliche Kraft geben, den hügeligen Weg zu gehen. Und wir dürfen stets wissen „dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen“ (Römer 8,28) – sei es eine zerbrochene Tür oder ein getragenes Kreuz.
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