Vers des Tages
Vers des Tages: Johannes 11,35
Jesus weinte.
Johannes 11,35 (Schlachter)
Gedanken zum Tagesvers
Wenn der Herr weint
„Jesus weinte.“ Dieser kurze Vers aus Johannes 11,35 gehört zu den eindrücklichsten in der ganzen Bibel. Jesus war mitten unter den Menschen, die um den toten Lazarus trauerten. Und plötzlich geschah ein Gefühlsausbruch aus einem von Trauer erfüllten Herzen.
Die Bibel berichtet nur zweimal davon, dass Jesus weinte. Das andere Mal steht in Lukas 19,41, als er über die Stadt Jerusalem klagte. Auch dort brach er in Tränen aus. Er sah den Tod seiner geliebten Stadt voraus, weil deren Führer und Volk ihn und seine Botschaft der Erlösung ablehnten und weiterhin ablehnen würden. Diese Trauer kündigte der Prophet Micha bereits an: „Darum soll um euretwillen Zion wie ein Feld gepflügt werden, und Jerusalem soll zu einem Steinhaufen werden und der Tempelberg zu einem bewaldeten Hügel!“ (Micha 3,12) Im Jahr 70 n. Chr. erfüllte sich dies durch die Hand des römischen Kaisers Titus.
In Johannes 11 hingegen weint Jesus am Grab seines Freundes Lazarus. Er weiß: Gottes Schöpfung war niemals dazu bestimmt, den Schmerz und die Wirklichkeit des Todes zu erleiden. Doch der Sündenfall brachte den Tod in diese Welt.
Tränen im Alltag und geistliche Hoffnung
Ich erinnere mich daran, wie ich vor Jahren von Kalifornien an die Ostküste zog, um dort eine neue Gemeinde zu gründen. Eines Tages sah ich auf dem Weg zur Arbeit die Gesichter der Menschen in den entgegenkommenden Autos. Eine Welle der Verzweiflung überkam mich. Ich brach in Tränen aus, weil ich wusste, wie viele dieser Menschen Jesus brauchen, aber ohne ihn sterben würden, getrennt von der Gnade Gottes.
Doch trotz aller Trauer, allem Leid und aller Vergänglichkeit, die wir in dieser Welt erleben, gibt es Hoffnung. Diese Hoffnung gründet sich auf den Glauben und die Liebe Gottes. Für Christinnen und Christen ist der Tod nicht das Ende. Wer zu Christus gehört, für den ist der Tod keine Tragödie, sondern der Übergang in ein ewiges Leben in Freude und Frieden.
„Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? …Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!“ (1. Korinther 15,55-57)
Ein Leben in Hoffnung statt in Trauer
Jesus ruft uns aus dem Grab unseres alten Lebens heraus: Wendet euch ab von der Sünde und der Ablehnung Gottes und kommt zu ihm. Erkennt seine rettende Gnade. In der Folge sendet er uns: „Geht.“ Geht hinaus in die Welt und verkündet die frohe Botschaft vom Leben in Christus. Euer Leben soll ein Zeugnis der Hoffnung und Liebe sein, ein Zeugnis eures Todes für die Sünde und eures neuen Lebens in Gnade und Frieden.
Jesus weinte. Aber er freut sich über die lebensspendende Kraft der Auferstehung. Wie Lazarus ein lebendiger Zeuge dieser Kraft wurde, so sollen auch wir Zeugnis ablegen von der Macht Christi über den Tod.
Von Pastor David Massie, Mitarbeiter von Bible League International, USA
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