Vers des Tages
Vers des Tages: Markus 10,32
Sie waren aber auf dem Weg und zogen hinauf nach Jerusalem, und Jesus ging ihnen voran, und sie entsetzten sich und folgten ihm mit Bangen.
Markus 10,32a (Schlachter)
Gedanken zum Tagesvers
Der Aufstieg beginnt: zum Tod am Kreuz
Jesus und die Jünger sind unterwegs vom Tal in Judäa über den Jordan hinauf nach Jerusalem. Das ist ein Aufstieg von über tausend Höhenmetern. Jesus hatte den Jüngern schon einmal von seinem bevorstehenden Tod erzählt. Nun beschreibt er ihn detaillierter: Die religiösen Führer in Jerusalem werden ihn verurteilen und den Römern ausliefern (V. 33). Er wird verspottet, angespuckt und gekreuzigt werden und schließlich auferstehen (V. 34). Das ist gewaltig: Es geht hier um den Moment, der alles verändern und den Sieg über den Tod bedeuten wird.
Was unser Glaube mit einem steilen Aufstieg gemeinsam hat
Aus diesem Abschnitt können wir gleichzeitig ein Bild für unseren eigenen Glaubensweg ableiten. Auch wenn unser Lebensweg natürlich nicht zu vergleichen ist mit dem Weg Jesu. Doch der Glaube ist wie ein Aufstieg. Wir entwickeln uns in unserer Glaubensstärke und in der Heiligung. Manchmal ist dieser Aufstieg leicht und geht fast von alleine, manchmal mühsam und schwer.
Doch wir schöpfen Mut und Kraft aus der Entschlossenheit unseres Herrn. Er steigt nach Jerusalem hinauf, um seine Leidenswoche zu beginnen, in vollem Bewusstsein dessen, was ihn erwarten wird. Und trotzdem geht er mutig voran und führt die Jünger an. Das erinnert mich an Soldaten, die entschlossen in den Kampf ziehen. Ich denke an Feuerwehrleute und Ersthelfer, die am 11. September 2001 mutig zum Ground Zero eilten. Ich habe großen Respekt vor Christen weltweit, die trotz Verfolgung, Leiden und sogar Todesgefahr entschlossen Gottes Werk tun.
Jesus geht voran – wir sind nicht allein unterwegs
Ganz gleich, wie unser Weg aussieht: Jesus geht voran. Gestern, heute und für immer. Er zeigt uns Gottes Kraft, Hingabe und Souveränität. Selbst wenn der Aufstieg zu schwer erscheint – der Herr ist da. Der Apostel Paulus schreibt in Römer 8,18: „Denn ich bin überzeugt, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll.“
Die Jünger waren erstaunt über Jesu Entschlossenheit. Sie hatten sogar Angst, ihm zu folgen. Vielleicht erinnerte sich Jesus an die Worte aus Jesaja 50,6-7a: „Meinen Rücken bot ich denen dar, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften; mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel. Aber Gott, der Herr, wird mir helfen.“ Die Jünger spürten, dass diese Reise anders war. Ihre Angst war begründet, doch Jesus stärkte sie.
Auch wir dürfen ermutigt sein. Gott hat uns für unseren Weg im Glauben berufen. Er regiert, sein Reich ist nahe, und Jesus, unser Retter und unser Vorbild, geht uns voraus.
Von Pastor David Massie, Mitarbeiter von Bible League International, USA
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