Vers des Tages
Vers des Tages: Offenbarung 2,14
„Doch einen Vorwurf kann ich dir nicht ersparen…“
Offenbarung 2,14 (NGÜ)
Gedanken zum Tagesvers
Glauben mitten im Götzendienst
Das dritte Sendschreiben des Apostels Johannes an die sieben Gemeinden in der Offenbarung folgt auf die Briefe an die Gemeinde in Ephesus, die ihre erste Liebe verlassen hatte und an die verfolgte Gemeinde in Smyrna. Insgesamt geben die sieben Sendschreiben einen historischen Einblick in die Situation der damaligen Gemeinden und, wie viele Gelehrte glauben, auch einen Ausblick auf die Gemeinde in unserer heutigen Zeit und in der Zukunft.
Das dritte Sendschreiben des Johannes richtet sich an die Gemeinde in Pergamon. Diese politisch und kulturell einflussreiche Stadt war bekannt für ihre leidenschaftliche Suche nach Wissen, aber auch für ihren ausgeprägten Götzendienst. Hier wurden viele verschiedene Gottheiten verehrt. Das führte zu zahlreichen Kompromissen in Bezug auf Werte, Überzeugungen und religiöse Praktiken.
Wenn die Wahrheit verwässert wird: Gefährliche Kompromisse
Der Herr beginnt seine Botschaft an die Gemeinde in Pergamon mit einem Lob für ihre Treue mitten in einer heidnischen Umgebung. Er sagt: „Ich weiß, dass dort, wo du wohnst, der Thron des Satans steht. Und trotzdem hältst du am Bekenntnis zu mir fest; du hast deinen Glauben an mich nicht verleugnet“ (V. 13). Doch wie bei den meisten der sieben Sendschreiben folgt auch hier eine Zurechtweisung. Jesus sagt im heutigen Vers des Tages: „Doch einen Vorwurf kann ich dir nicht ersparen.“ Die Kritik richtet sich gegen jene, die sich der Gemeinde angeschlossen und falsche Lehren sowie unrechtmäßige Praktiken eingeführt haben – Götzenanbetung und Opfer für andere Götter eingeschlossen – und gegen Gemeindeleiter, die ihre Macht missbrauchten und die Gemeinde beherrschten. In der Folge machte die Gemeinde Kompromisse auf ihrem Weg mit dem Herrn.
Das erinnert an unsere heutige Zeit, in der weltliche moralische Vorstellungen zunehmend Einzug in unsere Gemeinden halten. Doch gerade die Gemeinde soll ein Beispiel für Gottes Heiligkeit und Reinheit sein. Auch wir als Christen sollen ein solches Vorbild für die Welt darstellen. Wenn wir aber die göttlichen Maßstäbe für Heiligkeit und Reinheit missachten, werden wir zu Stolpersteinen für andere. Das kann dazu führen, dass Menschen im Glauben verwirrt werden oder gar nicht erst zum wahren Glauben finden.
Die Korrektur, die notwendig ist, besteht in dem Aufruf des Herrn, Buße zu tun und umzukehren (V. 16). Der Weg zur Heilung liegt darin, in Wahrheit und Liebe konsequent zu leben.
Festhalten an der Wahrheit und kompromissloser Liebe
Der brillante Schriftsteller und Theologe G.K. Chesterton bemerkte einmal spöttisch: „Kompromiss bedeutete früher, dass ein halber Laib Brot besser war als gar kein Brot. Unter modernen Staatsmännern scheint es jetzt zu bedeuten, dass ein halber Laib Brot besser ist als ein ganzer Laib.“
Kompromisse sind niemals der richtige Weg, wenn es um die Wahrheit und die Liebe Gottes geht.
Im Verlauf der sieben Sendschreiben erkennen wir, wie gefährlich es ist, der Wahrheit nicht treu zu bleiben: In Thyatira lobt der Herr zwar viele gute Werke, doch die Gemeinde lässt falsche Lehre und Verführung zu. In Sardes schließlich finden wir eine Gemeinschaft, die zwar äußerlich lebt, aber geistlich tot ist. Nur wenige halten noch am Glauben fest. Auch das zeigt: Wenn wir der Wahrheit Gottes nicht treu bleiben, kann unser geistliches Leben ernsten Schaden nehmen.
Lassen Sie uns keine Kompromisse eingehen! Vielmehr wollen wir die Wahrheit und kompromisslose Liebe Jesu Christi ausstrahlen: „Denn wir sollen keine unmündigen Kinder mehr sein; wir dürfen uns nicht mehr durch jede beliebige Lehre vom Kurs abbringen lassen wie ein Schiff, das von Wind und Wellen hin und her geworfen wird, und dürfen nicht mehr auf die Täuschungsmanöver betrügerischer Menschen hereinfallen, die uns mit ihrem falschen Spiel in die Irre führen wollen. Stattdessen sollen wir in einem Geist der Liebe an der Wahrheit festhalten, damit wir im Glauben wachsen und in jeder Hinsicht mehr und mehr dem ähnlich werden, der das Haupt ist, Christus“ (Epheser 4,14-15).
Von Davide Massie, Mitarbeiter von Bible League International, USA
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