Vers des Tages
Vers des Tages: Psalm 13,6
Doch ich will auf deine Güte vertrauen, von ganzem Herzen will ich jubeln über deine Rettung! Mit meinem Lied will ich dem HERRN danken, weil er mir Gutes erwiesen hat.
Psalm 13,6 (NGÜ)
Gedanken zum Tagesvers
Wie lange noch, Herr?
Psalm 13 ist ein Lied, das mit dem Ausdruck des Vertrauens und der Freude endet. Doch der Psalm beginnt ganz anders. Der Autor und Liederdichter David eröffnet mit einer Reihe von Klagen: „Wie lange noch, HERR, willst du mich vergessen? Etwa für immer? Wie lange noch willst du dich vor mir verbergen? Wie lange noch muss ich unter tiefer Traurigkeit leiden und den ganzen Tag Kummer in meinem Herzen tragen? Wie lange noch darf mein Feind auf mich herabsehen?“
Diese Worte spiegeln Erfahrungen wider, die viele Gläubige teilen. Es gibt Zeiten, in denen wir Gott nicht verstehen, in denen wir auf Antworten warten und das Gefühl haben, allein gelassen zu sein. Doch gerade in solchen Phasen sind wir eingeladen, unser Herz auszuschütten und im Vertrauen auszuharren.
Gottes Verheißungen werden sich erfüllen
Die Bibel ermutigt uns, Geduld und Ausdauer zu üben, denn sie führen zur Reife im Glauben (Jakobus 1,3-4). Ein Beispiel dafür ist Abraham, dem Gott versprach, dass aus seinen Nachkommen ein großes Volk entstehen würde. Doch seine Frau Sara konnte keine Kinder bekommen, und Abraham war bereits 75 Jahre alt. Es dauerte 25 Jahre, bis sich Gottes Zusage erfüllte. Sicherlich waren diese Jahre von Kummer, vielen Gebeten und dem Rufen „Wie lange noch, Herr?“ geprägt.
Auch wenn Abraham und Sara Fehler machten, indem sie versuchten, Gottes Zeitplan zu beschleunigen, hielt Abraham letztlich an Gottes Verheißung fest. In Römer 4 lesen wir: „Statt die Zusage Gottes in Frage zu stellen, wie es der Unglaube tun würde, ehrte er Gott, indem er ihm vertraute, und wurde dadurch in seinem Glauben gestärkt“ (Römer 4,20). Abrahams Geduld war nicht umsonst: Gott erfüllte sein Versprechen, der Sohn Isaak wurde geboren.
Kummer hat nicht das letzte Wort
Das Leben als Christ ist eine ständige Einladung, im Vertrauen auf Gott zu wachsen. Vielleicht fragen wir uns gerade: „Wie lange noch, Herr?“ Wie lange dauert es, bis eine Gebetserhörung kommt, eine schwierige Phase endet oder eine Versuchung überwunden ist?
Gott kennt unser Ringen. Er weiß, wann unsere Kraft am Ende ist. Doch er vergisst uns nicht, lässt uns nicht im Stich und ist immer bereit, zu vergeben. Der Kummer wird nicht das letzte Wort haben. In der Zwischenzeit dürfen wir singen, hoffen und danken. Denn unsere Rettung ist gewiss, und Gott wirkt auch in der Wartezeit.
Der Herr sieht unser Weinen und hört unser Flehen
Davids Psalm 13 war für das gemeinsame Singen Israels gedacht. Er lädt dazu ein, im Glauben vereint zu klagen und auch zu jubeln. Gemeinschaft hilft uns, standhaft zu bleiben: im Gebet, in der Ermutigung, im gemeinsamen Glauben.
Wir dürfen gewiss sein: Gott hat Geduld mit dieser Welt. Er möchte, dass noch viele zur Umkehr finden (2. Petrus 3,9), und er vollendet, was er begonnen hat (vgl. Philipper 1,6).
Deshalb: Singen wir – in der Gemeinde wie auch allein. Singen wir, weil wir wissen: „Der HERR hat mein Weinen gehört! Mein Flehen hat der HERR vernommen, ja, der HERR nimmt mein Gebet an“ (Psalm 6,9b-10).
Von Pastor David Massie, Mitarbeiter von Bible League International, USA
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