Vers des Tages
Vers des Tages: Römer 5,10
Wir sind ja mit Gott durch den Tod seines Sohnes versöhnt worden, als wir noch seine Feinde waren. Dann kann es doch gar nicht anders sein, als dass wir durch Christus jetzt auch Rettung finden werden – jetzt, wo wir versöhnt sind und wo Christus auferstanden ist und lebt.
Römer 5,10 (NGÜ)
Gedanken zum Tagesvers
Wenn jemandem viel vergeben ist
Vor einiger Zeit las ich Römer 5, das Kapitel, aus dem der heutige Vers des Tages stammt. Dabei wurde ich an eine meiner Lieblingsgeschichten aus dem Lukasevangelium erinnert. Ein Pharisäer hatte Jesus zum Abendessen eingeladen. Als sie gemeinsam aßen, trat eine „sündige“ Frau ein. Sie ging zu Jesus und weinte so sehr, dass seine Füße von ihren Tränen nass wurden. Sie trocknete sie mit ihren Haaren und salbte sie mit kostbarem Öl.
Der Gastgeber Jesu war entsetzt, doch Jesus erzählte ihm das Gleichnis, in dem ein Geldverleiher einem Schuldner hohe Schulden erließ. Jesus wendet das Gleichnis mit folgenden Worten auf die Frau an: „Ihre vielen Sünden sind ihr vergeben worden, darum hat sie mir viel Liebe erwiesen. Wem aber wenig vergeben wird, der liebt auch wenig“ (Lukas 7,36-50).
Was auf Vergebung folgt
Wichtig ist, dass es nicht der Ausdruck ihrer Liebe war, der der Frau Vergebung verschaffte. Jesus zeigt auch das in seinem Gleichnis: Zuerst werden die Schulden erlassen, dann folgt die Liebe. In Vers 50 sagt er zu der Frau: „Dein Glaube hat dich gerettet.“
Beim Bibellesen lernen wir Gott immer besser kennen. Je mehr wir seine Heiligkeit erkennen, desto deutlicher sehen wir die Schwere unserer eigenen Sünde. Doch wenn der Heilige Geist in uns wirkt, scheucht uns unsere Sünde nicht von Gott weg, sondern zieht uns vielmehr zu ihm hin. Wie die Frau in der Geschichte fallen dann auch wir in Dankbarkeit auf die Knie, wenn uns vergeben wird, und küssen Jesus die Füße als Antwort auf das Geschenk der Vergebung, das wir durch seinen Tod und seine Auferstehung empfangen haben.
Mehr als nur „schuldenfrei“
Es war das Wort „viel“ in dieser Geschichte, das in mir die Verbindung zu Römer 5,5-11, dem heutigen Vers des Tages, herstellte. Im Römerabschnitt wird mehrmals das Wort „versöhnt“ verwendet. Wie wenn auf einem Bankkonto Schulden bezahlt werden und aus einem Minus- ein Plus-Betrag wird – wenn wir mit Gott versöhnt sind, wird unser „Konto“ mit dem von Christus „verrechnet“ – wir sind schuldenfrei!
Gleichzeitig bedeutet Versöhnung die Wiederherstellung von Beziehung und Einheit. In Römer 5,10 heißt es, dass wir, als wir noch Gottes Feinde waren, mit ihm versöhnt wurden. Und da wir durch den Tod Christi gerechtfertigt sind, „kann es doch gar nicht anders sein, als dass wir durch Christus jetzt auch Rettung finden werden – jetzt, wo wir versöhnt sind und wo Christus auferstanden ist und lebt“ (Römer 5,10). Jetzt sind wir nicht mehr Gottes Feinde, wir sind seine Kinder!
Von Tränen der Trauer zu Freudentränen
Einige der Tränen, die die Frau in Lukas 7 vergoss, waren sicherlich Tränen der Trauer über ihre Vergangenheit. Doch hauptsächlich waren es Freudentränen, weil ihr vergeben worden war. Ihr waren viele Sünden vergeben, also liebte sie viel.
Möge auch in unserem Leben die Liebe wachsen und uns dazu motivieren, unser Leben in Dankbarkeit und Freude für das Reich Gottes einzusetzen – weil wir ganz tief verstanden haben, welches Geschenk der Erlösung wir bekommen haben!
Von Grace Barnes, ehrenamtliche Mitarbeiterin von Bible League International, USA
Im Römerbrief erklärt Paulus sehr klar das Evangelium und was es bedeutet, durch Christus Vergebung zu erhalten. Eine Auswahl an BibelCards mit Versen aus dem Römerbrief erhalten Sie in unserem Onlineshop.