12.11.2025

Hauskreis-Material zur Jahreslosung 2026 – ein Gesprächsleitfaden

„Siehe, ich mache alles neu!“ – Offenbarung 21,5

Die Jahreslosung 2026 lädt uns ein, über Neuanfänge nachzudenken – nicht nur über die kleinen im Alltag, sondern über den großen, endgültigen Neuanfang, den Gott selbst verheißen hat. Der Satz aus Offenbarung 21,5 klingt wie ein Triumphruf über allem, was alt, zerbrochen oder schmerzhaft ist: „Siehe, ich mache alles neu!“ Doch was bedeutet das für unser Leben hier und heute? Das Hauskreis-Material zur Jahreslosung 2026 ist eine Hilfestellung, um mit Kleingruppen über diese Hoffnung ins Gespräch zu kommen.

Tipp: Lesen Sie zur Vorbereitung auf Ihr Gruppengespräch den Artikel zur Jahreslosung auf unserer Homepage.

Eine Gruppe liest gemeinsam in der Bibel.

Impulse zur Gestaltung Ihres Hauskreisabends

1. Einstieg: Sehnsucht nach einem Neuanfang – was heißt das für dich?

Ankommen:
Beginnen Sie das Gespräch mit einer persönlichen Frage, z.B. eine der folgenden:

  • Wenn du dir unsere Welt anschaust – wo findest du, braucht es dringend Veränderung?
  • Wo in deinem Leben sehnst du dich nach Veränderung und einem Neuanfang?
  • Wo macht dir die Unvollkommenheit dieser Welt zu schaffen? Körperliche Gebrechen, unheile Beziehungen, Überforderung?

Gedanke zur Einführung:
Gott ist kein Gott des Stillstands. Die Bibel erzählt von einem Gott, der immer wieder Neues schafft: neues Leben, echte Herzensveränderung, Wiederherstellung von Beziehungen. Die Jahreslosung erinnert uns daran, dass Gottes schöpferisches Handeln nicht aufgehört hat – und dass er diese Welt einmal vollkommen neu machen wird.

2. Die biblische Perspektive: Gottes große Erneuerung

Hintergrundgedanke:
Johannes schrieb diese Worte an sieben Gemeinden in Kleinasien in einer Zeit, in der Kaiser Domitian sich als „Herr und Gott“ verehren ließ. Wer sich dieser Loyalität verweigerte, riskierte gesellschaftliche Ausgrenzung oder Verfolgung. Johannes selbst befand sich deswegen in der Verbannung. Die Gemeinden standen also unter äußerem Druck; andere standen in der Gefahr, sich der römischen Welt anzupassen und die Lehre Jesu zu verwässern. Die Vision eines neuen Himmels und einer neuen Erde versprach: Das Leid hat eines Tages ein Ende, Gott selbst wird mitten unter den Menschen wohnen.

Lesen Sie gemeinsam Offenbarung 21,1-5. Am Ende dieses Abschnitts steht die Jahreslosung 2026.

1 Danach sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde. Der frühere Himmel und die frühere Erde waren vergangen; auch das Meer gab es nicht mehr. 2 Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, schön wie eine Braut, die sich für ihren Bräutigam geschmückt hat. 3 Und vom Thron her hörte ich eine mächtige Stimme rufen: »Seht, die Wohnung Gottes ist jetzt bei den Menschen! Gott wird in ihrer Mitte wohnen; sie werden sein Volk sein – ein Volk aus vielen Völkern, und er selbst, ihr Gott, wird ´immer` bei ihnen sein. 4 Er wird alle ihre Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid und keine Schmerzen, und es werden keine Angstschreie mehr zu hören sein. Denn was früher war, ist vergangen.« 5 Daraufhin sagte der, der auf dem Thron saß: »Seht, ich mache alles neu.« [NGÜ]

Gesprächsimpulse:

  • Was sticht für dich besonders aus dem Text hervor?
  • Was löst diese Szene in dir aus?
  • Was unterscheidet Gottes Neuschöpfung von dem, was wir unter „Neuanfang“ verstehen?
  • Welche Rolle spielt es, dass Gott nicht nur etwas, sondern alles neu macht?

3. Schon jetzt – noch nicht: Gottes Erneuerung im Alltag

Schauen Sie sich gemeinsam andere Bibelstellen zum Thema Erneuerung an.

Bibelstellen zur Vertiefung:

  • 2. Korinther 5,17: „Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ [Luther]
  • Jesaja 43,19: „Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht?“ [Luther]

Gesprächsimpulse:

  • Wo erlebst du in deinem Leben oder Umfeld schon etwas von dieser Erneuerung Gottes?
  • Was hilft dir, auf Veränderung zu hoffen, auch wenn sich manches in deinem Leben unheil anfühlt und du Leid erlebst?
  • Wie können wir als Christen sichtbar machen, dass Gott auch im Hier und Jetzt schon, zumindest bruchstückaft, Erneuerung schenken kann und will? – Z.B, im Umgang mit anderen und seiner Schöpfung?

Gedanke zur Anwendung:
Wir leben in einer Zwischenzeit und damit in einem Spannungsfeld zwischen der alten und der neuen Welt. Auch wenn der Zustand des vollkommenen Heils erst dann erreicht wird, nachdem Jesus wiedergekommen ist, Gericht gehalten hat und dann – wie es die Jahreslosung verspricht – alles komplett neu macht, sind wir als Christen schon jetzt aufgerufen, inmitten des Unfertigen Hoffnung zu säen.

4. Blick in die Zukunft: Hoffnung, die trägt

Die zwei Verse vor der Jahreslosung geben einen Ausblick, warum es sich zu hoffen lohnt.

Lesetext: Offenbarung 21,3-4

„Und vom Thron her hörte ich eine mächtige Stimme rufen: »Seht, die Wohnung Gottes ist jetzt bei den Menschen! Gott wird in ihrer Mitte wohnen; sie werden sein Volk sein – ein Volk aus vielen Völkern, und er selbst, ihr Gott, wird ´immer` bei ihnen sein. Er wird alle ihre Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid und keine Schmerzen, und es werden keine Angstschreie mehr zu hören sein. Denn was früher war, ist vergangen.«.“ [NGÜ]

Gesprächsimpulse:

  • Was weckt diese Zusage in dir?
  • In welchen Lebensbereichen brauchst du diese Hoffnung gerade besonders?
  • Wie verändert der Blick auf Gottes Zukunft unseren Alltag heute?

Gedanke zur Vertiefung:
Das ganze Kapitel, in dem die Jahreslosung steht, lenkt den Blick über das Hier und Jetzt hinaus und gerade das gibt Trost in unseren täglichen Herausforderungen. Erinnere dich regelmäßig an diese Ewigkeitsperspektive – zum Beispiel, indem du dir unsere BibelCard mit der Jahreslosung an den Kühlschrank hängst, auf deinen Schreibtisch legst oder am Spiegel im Bad befestigst. So wird die Zusage aus Offenbarung 21,5 zum Hoffnungsanker in deinem Alltag.

5. Abschluss und Gebetsanregung

Mögliche Gebetsimpulse:

  • Dankt Gott für die Dinge in eurem Leben, wo er bereits Erneuerung und Wiederherstellung geschenkt hat.
  • Bittet Gott, dass er euch in allem, was in eurem Leben zerbrochen und unheil ist, seinen Blick und neue Hoffnung schenkt. Bittet ihn ruhig auch, dass er bereits jetzt seine Erneuerungskraft spürbar werden lässt.  
  • Drückt eure Sehnsucht nach Gottes Vollendung aus. Sagt ihm, welche Gefühle die Jahreslosung in euch auslöst, und dankt ihm, dass er uns an dieser zukünftigen Herrlichkeit teilhaben lassen möchte.

Tipp: In unserem Shop erhalten Sie die Jahreslosung als kostenfreie BibelCard. So können sich zum Schluss Ihres Treffens alle die Jahreslosung mit nach Hause nehmen.

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05.11.2025

„Siehe, ich mache alles neu!“ – Die Jahreslosung 2026 verstehen

„Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5 nach Luther 2017) – dieser Vers, der zur Jahreslosung 2026 gewählt wurde, stammt aus einem der herausforderndsten und zugleich hoffnungsvollsten Bücher der Bibel. Der Apostel Johannes schrieb die Offenbarung während seiner Verbannung auf Patmos an sieben Gemeinden in Kleinasien, die unter Druck standen: Manche wurden verfolgt, andere liefen Gefahr, sich der römischen Welt anzupassen. In dieser Situation offenbart Gott Johannes eine Vision vom Ende der Welt. Seine Botschaft: Alles Vergängliche wird vergehen, Gott schafft etwas völlig Neues.

Kleine Pflanzen keimen inmitten von dürrem Land auf. Am Horizont sieht man helles Licht.
Quelle: Original von pao-dayag-08-AAUx-WtM von Unsplash, bearbeitet.

Kein einfacher Trost fürs Diesseits

Auf einem Plakat im Gemeindesaal oder einem Kärtchen kann die Jahreslosung schnell als Zuspruch in alltäglichen Sorgen verstanden werden. Streit und Zerbruch in der Familie, finanzielle Sorgen, schwere Krankheit – in all dem erleben wir immer wieder Gottes Eingreifen und wir dürfen und sollen uns in jeder Notlage an ihn wenden. Doch die Worte aus Offenbarung 21,5 sprechen von etwas Größerem: nicht von kleinen Verbesserungen unserer Umstände, sondern von Gottes endgültiger Neuschöpfung. Wer sie nur auf das Diesseits bezieht, wird enttäuscht. Und doch zeigt die Bibel: Schon jetzt dürfen wir Zeichen dieser kommenden Herrlichkeit erfahren.

Schlaglichter zukünftiger Herrlichkeit

Schon im Alten Testament begegnet uns Gott als „Jahwe Rapha“ – „Ich bin der Herr, dein Arzt“ (2. Mose 15,26). Heilung ist Ausdruck seiner Treue und Beziehung zu uns Menschen. In Jesus wird Gottes Handeln besonders sichtbar: Er trägt unsere Schwachheit (Jesaja 53,4; Matthäus 8,16-17) und bringt Heilung. Manchmal erleben wir diese Heilung bei körperlicher Krankheit. Doch auch diese Wunder sind nur ein Vorgeschmack auf die Vollendung, wenn Gott „alle Tränen abwischen“ wird und „Tod und Schmerz nicht mehr sein werden“ (Offenbarung 20,4). Was wir heute erleben, sind lediglich Schlaglichter der kommenden Herrlichkeit. Neuschöpfung ist uns als Christen ein geläufiges Prinzip, denn wir kennen es aus anderen Stellen des Neuen Testaments. „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden“ (2. Korinther 5,17; Luther) beschreibt Paulus, was geschieht, wenn jemand Jesus Christus als Herrn und Retter annimmt. Ab diesem Zeitpunkt ist unser inneres Wesen eine neue Schöpfung geworden und befindet sich zeitgleich in einem fortlaufenden Prozess, Jesus ähnlicher zu werden. Gott schenkt Erneuerung – ja, sie ist sogar Voraussetzung und Ergebnis echter Hinwendung zu Gott – doch in unserem irdischen Leben kommt sie noch nicht zu ihrer Vollendung.

Endgültige Hoffnung

Die Verheißung aus Offenbarung 21 folgt auf das Ende des Bösen: nach den letzten schrecklichen Ereignissen auf dieser Erde, nach Jesu Wiederkunft und dem Endgericht. Kapitel 20 endet mit der endgültigen Bestrafung Satans und aller, die ihn angebetet haben. Denn bevor die neue Schöpfung beginnt, muss alles aufgearbeitet und gerichtet werden. „Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde. Der erste Himmel und die erste Erde waren verschwunden und das Meer war nicht mehr da“, schreibt Johannes im Vers darauf (Offenbarung 21,1). Durch die Neuschöpfung werden elementare Bereiche miteinander verschmelzen: Die Trennung zwischen Himmel und Erde, zwischen Diesseits und Jenseits wird aufgehoben. Der alttestamentliche Tempel war bereits ein Ort, an dem Himmel und Erde sich berührten: Gott wohnte im Tempel. In der Neuschöpfung wird Gott wieder bei den Menschen auf der erneuerten Erde wohnen, die mit dem erneuerten Himmel zu einer Einheit verbunden ist. Auch das Meer soll es nicht mehr geben. Es steht in der Bibel als Sinnbild für Gefahr, Chaos, und Unberechenbarkeit. Unzählige waren im Meer umgekommen. Auch der Antichrist und seine dämonischen Tiere kommen in der Offenbarung aus dem Meer. Viele Ausleger deuten den Vers so, dass es auf der neuen Erde keine Unheilsorte und keine Bedrohung mehr gibt. Mit der Neuschöpfung von Himmel und Erde wird das vollendet, was durch die Rebellion Satans, der gefallenen Engel und der in Sünde gefallenen Menschen in der ersten Schöpfung noch unheil war. Durch Jesu rettendes Wirken, der Neuschöpfung der Menschen, die zu Gott gehören, und der Beseitigung alles Bösen steht der Gemeinschaft Gottes mit den Menschen nichts mehr im Weg.

Perspektive Ewigkeit

Die Jahreslosung 2026 zeigt zwei Dimensionen: Sie offenbart Gottes Wirken, der erneuert und heilt – auch heute. Zugleich verweist sie über das Diesseits hinaus auf Gottes endgültige Neuschöpfung. Entscheidend ist das Wort „alles“ (griech. pánta): Es bezieht sich auf die ganze Schöpfung, alles Bekannte jedes Leben. Eines Tages wird alles Leidvolle und das, wo wir Gottes Herrlichkeit noch nicht in ihrer Fülle erleben, abgelöst werden von etwas Vollkommenem und ohne Ausnahme Gutem. Diese Perspektive gibt Zuversicht und soll Sehnsucht wecken: dass Jesus bald zurückkommt und dem Bösen jeglichen Boden entzieht. Schon jetzt dürfen wir einen Vorgeschmack dieser neuen Schöpfung erleben – in Heilung, persönlicher Veränderung und Momenten, wo Gottes Gegenwart spürbar wird. Doch im Letzten geht es um etwas Größeres: Denn wer auf diesen Gott vertraut, lebt nicht aus Angst vor dem Ende, sondern aus Hoffnung auf den neuen Anfang.

Wenn Sie sich täglich an die Verheißung und Hoffnung der Jahreslosung erinnern möchten, bestellen Sie doch unsere BibelCard mit der Jahreslosung 2026 – gerne auch zum Weitergeben.

Gesprächsleitfaden für Hauskreise

Kommen Sie mit anderen ins Gespräch über die Jahreslosung 2026!
Unser kostenloses Hauskreismaterial hilft Ihnen dabei, gemeinsam den Text aus Offenbarung 21,1–5 zu entdecken. Mit Fragen, Erklärungen und Anwendungstipps bietet der Gesprächsleitfaden eine gute Grundlage für einen ehrlichen Austausch über die Jahreslosung.

Zum Gesprächsleitfaden

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04.12.2024

Andacht zur Jahreslosung 2025: Prüft alles und behaltet das Gute

Die Jahreslosung 2025 aus 1. Thessalonicher 5,21 fordert uns heraus: „Prüft aber alles und behaltet das Gute!“ (NeÜ bibel.heute). Alles prüfen? Das klingt anstrengend – vor allem, wenn man sich bewusst macht, wie viele Meinungen, Nachrichten und Informationen auf uns täglich einprasseln. Doch was meinte Paulus, der Verfasser dieser Aufforderung, mit „alles“? Wie prüfe ich? Und wie kann ich das Gute Teil meines Lebens werden lassen?

Bibelvers Jahreslosung 2025 – 1. Thessalonicher 5,21 „Prüft alles und behaltet das Gute“
Der Kontext: Ermutigung für ein heiliges Leben

Die Jahreslosung ist Teil eines Briefes des Apostels Paulus an die Gemeinde in Thessaloniki. Sie steht in einem Abschnitt voller praktischer Ermahnungen, die zeigen, wie Christen ihren Glauben im Alltag leben können. „Freut euch allezeit! Betet immerzu! Sagt Gott in allem Dank!“ (1. Thessalonicher 5,16-18). Paulus ermutigt die junge Gemeinde, den Glauben in der Kraft des Heiligen Geistes zu leben, aber zugleich auch wachsam zu bleiben: „Den Geist dämpft nicht! Prophezeiungen verachtet nicht!“ (1. Thessalonicher 5,19-20). In diesem Kontext steht die Jahreslosung. Die Thessalonicher sollten Offenbarungen und Lehren nicht blind annehmen, sondern im Licht des Evangeliums prüfen, ob sie Gottes Wahrheit entsprechen.

Dieser Zusammenhang macht deutlich, dass es Paulus um eine reflektierte, mündige Glaubenspraxis geht. Er warnt vor einer gedankenlosen Übernahme von Lehren, die die Gemeinde in die Irre führen könnten. Gleichzeitig fordert er, offen für das Wirken des Heiligen Geistes zu bleiben – ein Balanceakt, den auch wir in unserem Glaubensleben immer wieder meistern müssen.

Praktisch prüfen: 5 Möglichkeiten

Was hilft uns dabei, Lehren, geistliche Entwicklungen und Strömungen zu prüfen?

1. Das Evangelium als Maßstab

Fragen Sie sich: Stimmt die Lehre mit dem Evangelium von Jesus Christus überein? Z.B. mit der Lehre über Jesu Göttlichkeit, seinen Tod und die Auferstehung und die Errettung allein aus Gnade? Lehren, die Jesus als Retter und Herrn nicht anerkennen, sind nicht von Gott (vgl. Galater 1,8 und 1. Johannes 4,2-3)

2. Prüfen durch die Schrift

Die Bibel ist die Grundlage unseres Glaubens. Wie die Juden in Beröa (Apg 17,11) sollten wir alles Gehörte mit der Schrift vergleichen. Die Bibel ist der Maßstab für Wahrheit (vgl. 2. Timotheus 3,16).

3. Was sind die Früchte?

Jesus selbst lehrt uns, dass wir falsche Lehrer an ihren „Früchten“ erkennen können (Matthäus 7,15-20). Eine gute Lehre wird immer gute Früchte wie Liebe, Freude und Frieden (Galater 5,22-23) hervorbringen, während falsche Lehren Spaltung, Stolz oder Selbstsucht fördern. Das ist ein Warnsignal.

4. Die Gabe der Geisterunterscheidung

Gott gibt manchen Gläubigen die Gabe der Geisterunterscheidung, um zwischen Wahrheit und Täuschung zu unterscheiden (1. Korinther 12,10). Auch Johannes fordert uns, ähnlich wie Paulus, dazu auf, Lehren und Lehrer zu prüfen: „Ihr Lieben, glaubt nicht jedem, der behauptet, er sei mit Gottes Geist erfüllt, sondern prüft, ob er wirklich von Gott kommt. Denn überall sind falsche Propheten unterwegs.“ (1.Johannes 4,1) Und er schreibt direkt, woran man Gottes Geist erkennt: „Den Geist Gottes erkennt ihr daran, dass er deutlich macht: Jesus Christus kam als wirklicher Mensch in unsere Welt.“ (1.Johannes 4,2)

Der Heilige Geist gibt inneren Frieden, wenn etwas von Gott kommt, und er ermahnt uns, wenn etwas falsch ist (Johannes 16,13 und Philipper 4,7).

5. Prüfen im Austausch

Oft hilft es, mit anderen Christen über eine Sache zu sprechen. Gemeinsam können wir im Licht des Wortes erkennen, was Gott gefällt und gemeinsam Klarheit gewinnen (Hebräer 10,24-25).

Das Gute bewusst bewahren

Die zweite Aufforderung in der Jahreslosung – „Behaltet das Gute!“ – ruft uns dazu auf, aktiv das festzuhalten, was Gott uns zeigt – sei es beim Bibellesen, durch andere Christen, in Büchern, Podcasts oder auf Social Media. Es können Bibelverse sein, Sätze in Predigten, die uns ins Herz gesprochen haben, Gedanken, Träume oder Momente, in denen wir Gottes Nähe spüren. Doch das Gute zu behalten ist kein Selbstläufer. Was können Sie tun, um das Gute zu bewahren und damit Jesus, dem Guten in Person, ein Stückchen ähnlicher zu werden?

1. Ein Glaubenstagebuch führen

Schreiben Sie Ihre Gedanken, Bibelverse, Predigtinhalte oder Erlebnisse auf, die Ihnen wichtig geworden sind. Dazu eignet sich das Tagebuch 365. 365 Seiten bieten Platz zum Festhalten Ihrer Gedanken, Gebete und Gefühle. Wenn Sie möchten, werden Sie kreativ, zeichnen Sie oder kleben Erinnerungen ein von all dem Guten, das Sie nicht vergessen möchten.

3. Danken Sie für Gutes im Gebet

Beziehen Sie das Gute, das Sie erkannt haben, in Ihr Gebet ein. Danken Sie Gott für Lehren, für gute Menschen und für Gutes, das Sie erfahren haben. Bitten Sie Gott um Hilfe, wo Sie sich wünschen, von der Erkenntnis ins Umsetzen zu gelangen.

4. Mit anderen teilen

Sprechen Sie mit anderen Christen oder in Ihrer Familie über Ihre Erkenntnisse – was hat Sie bei der letzten Predigt angesprochen? Was begeistert Sie an einer bestimmten Art, Beziehung mit Jesus zu leben? Über welchen Vers sind Sie vor kurzem gestolpert, der Sie nicht loslässt? Was Sie weitergeben, bleibt oft besser im Gedächtnis.

5. Gute Gewohnheiten entwickeln

Verwandeln Sie gute Lehren in konkrete Handlungen. Ein Beispiel: Wenn Sie erkennen, dass Dankbarkeit ein wichtiger Wert ist, starten Sie jeden Tag mit drei Dingen, für die Sie dankbar sind. So wird das Gute Teil Ihres Alltags.

6. Rückblick und Reflexion

Nehmen Sie sich regelmäßig Zeit, um über Ihr Leben und Gottes Wirken nachzudenken. Machen Sie eine monatliche Reflexion: Welche guten Erkenntnisse und guten Erlebnisse möchten Sie festhalten? Schreiben Sie sie auf (Punkt 1), danken Sie Gott dafür (Punkt 3) und überlegen Sie sich, wie Sie die Dinge in ihr tägliches Leben einfließen lassen können (Punkt 5).

Leben mit der Jahreslosung 2025

„Prüft aber alles und behaltet das Gute!“: Das ist keine einmalige Handlung, sondern eine tägliche Übung. Prüfen Sie theologische Meinungen mit der Bibel in der Hand und dem Heiligen Geist im Herzen. Und wenn Sie das Gute erkennen, dann halten Sie es fest und lassen Sie es Teil Ihres Tuns werden. Gott gibt Ihnen dafür die Weisheit und die Kraft. Wir dürfen darauf vertrauen, dass er uns in diesem Prozess leitet und uns hilft.

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04.01.2023

Gedanken zur Jahreslosung 2023

„Du bist ein Gott, der mich sieht“: So lautet die Jahreslosung 2023 aus 1. Mose 16,13 in der Lutherübersetzung. Einige Gedanken zur Jahreslosung möchten wir mit Ihnen teilen.

„El-Roi“ – der Gott, der mich sieht: Diese Erfahrung machte Hagar, eine schwangere Frau in größter Not. Sie war allein, mitten in der Wüste und auf der Flucht. Mitten in dieser verzweifelten Situation begegnete ihr Gott und sie erkannte: Ich bin Gott nicht egal. Er sieht mich. Doch diese ermutigende Gottesbegegnung hat eine traurige Vorgeschichte…

Jahreslosung 2023: "Du bist ein Gott, der mich sieht"
Das große Versprechen an Abraham und Sara

Rückblick: Gott erwählte Abraham und führte ihn in ein neues Land, das er seinen Nachkom­men geben möchte. Aber diese Geschichte startet inmitten einer scheinbar aussichtslosen Lage: „Sara war un­fruchtbar und hatte kein Kind“ (1. Mose 11,30). Trotz Verheißung werden Abraham und Sara älter und älter und der versprochene Stammhalter scheint unerfülltes Wunschdenken zu bleiben. Fragen kommen auf: Steht Gott zu seinem Wort? Hat er sein Versprechen vergessen?

Plan B: Hagar wird zur Leihmutter

Da ersinnt Sara einen Plan: Wenn schon sie selber kein Kind bekommt, dann doch vielleicht über ihre ägyptische Magd Hagar (1. Mose 16,1-2). Diese soll die Rolle der Leihmutter über­nehmen. Tatsächlich wird Hagar schwanger. Plötzlich ist sie nicht mehr nur die Magd, sondern die Mutter des zukünftigen Erben! Das lässt sie ihre Herrin Sara spüren – Streit und Spannungen zwischen den beiden sind die Folge. Die schwangere Hagar sieht als einzigen Ausweg nur noch die Flucht in die Wüste. Erschöpft und verzweifelt lässt sie sich an einer Wasser­quelle nieder.

Hagars Segensverheißung

Dort, mitten im kargen Niemandsland, begegnet ihr der Engel des Herrn. Er ermutigt sie mit einer großen Segensver­heißung: „Ich will deine Nachkommen so mehren, dass sie der großen Menge we­gen nicht gezählt werden können (…) und [du] wirst einen Sohn gebären, dessen Namen sollst du Ismael nennen; denn der Herr hat dein Elend erhört“ (1. Mose 16,10-11). Auch wenn der Engel sie zurückschickt und Hagar die Magd von Sara bleibt, ihre Umstände die gleichen bleiben: Gott hat sie angesehen und gesegnet. Diese Erkenntnis spiegelt sich in Hagars Gottesbezeichnung, unserer Jahreslosung: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“

Gott sieht und hört auch uns

Später gibt Abraham Hagars Sohn den Namen, den Gott ihr genannt hat: Ismael – „Gott hört“. So wird Ismael für Hagar zu einer täglichen Erinnerung: Ich bin nicht allein. Gott sieht auf das Elend der Machtlosen und hört auf ihr Schreien. Dieser Gott ist der Gott, der auch uns sieht – Sie und mich. Mit dieser Ermutigung können wir getrost in ein neues Jahr gehen.

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