05.08.2026

Wie läuft das Philippus-Programm ab? So entstehen Bibelgruppen, die Leben verändern

Elf Jugendliche aus Simbabwe sitzen auf Plastikstühlen im Kreis. Ein großer Baum spendet ihnen Schatten. Einmal pro Woche trifft sich Tibabili mit ihrer Kleingruppe im Innenhof ihrer Gemeinde, um sich über Fragen an Gott und die Bibel auszutauschen. Gemeinsam lesen sie einen Abschnitt aus dem Johannesevangelium. Es wird gefragt, diskutiert und nachgedacht.

Ähnlich beginnen weltweit unzählige Philippus-Gruppen. Knapp zwei Millionen Menschen haben letztes Jahr an einer Bibelstudiengruppe der Bibel Liga teilgenommen. Aus einigen sind bereits kleine Gemeinden entstanden. Doch wie läuft das Philippus-Programm eigentlich ab? Was geschieht zwischen der ersten Einladung und dem Moment, in dem ein Teilnehmer seine erste eigene Bibel in den Händen hält?

Tibabilis Bibelgruppe aus Simbabwe trifft sich unter einem Baum.

Der erste Schritt: Eine Gemeinde möchte Menschen mit Gottes Wort erreichen

Jede Philippus-Bibelgruppe beginnt in einer lokalen Gemeinde. Die Bibel Liga arbeitet in über 40 Ländern mit christlichen Gemeinden zusammen, die Menschen in ihrem Umfeld die gute Nachricht von Jesus Christus weitergeben und sie in Jüngerschaft anleiten möchten. Dafür stellt sie Bibeln, Kursmaterial und Schulungen zur Verfügung.

In Gott fand Tibabili tiefe Freude.

Der Name des Programms geht auf Philippus aus Apostelgeschichte 8,26-39 zurück. Dort begegnet Philippus einem äthiopischen Hofbeamten, der in den Heiligen Schriften liest, ihren Inhalt aber nicht versteht. Philippus setzt sich zu ihm, erklärt ihm den Bibeltext und führt ihn Schritt für Schritt zum Evangelium. Dieses Vorbild prägt das Philippus-Programm bis heute: Menschen sollen selbst Zugang zu Gottes Wort bekommen, es verstehen und Jesus persönlich begegnen.

Auch Tibabili hat das erlebt. Die 19-Jährige kam als Teenagerin auf die schiefe Bahn und nahm Drogen. Eines Tages lud sie ein Freund ihres Vaters, ein Pastor, zu einer Philippus-Gruppe ein. „Ich wusste, dass meine Beziehung zu Gott nicht im Reinen war und mir ging es nicht gut damit“, sagt sie. Tibabili nahm die Einladung an und besuchte regelmäßig die Bibelstudiengruppe. „Beim Bibellesen habe ich gemerkt, welche Kraft Gottes Wort hat. Ich habe mich verändert.“

Aus Christen werden Begleiter auf Zeit

Bevor eine neue Bibelgruppe ins Leben gerufen wird, nehmen interessierte Christen an einer Schulung teil, um sich zu Bibelgruppenleitern ausbilden zu lassen. Auch viele ehemalige Teilnehmer möchten selbst eine Gruppe starten. So ging es auch Tibabili. In einem eintägigen Training lernte sie, wie sie andere beim Entdecken der Bibel begleiten kann. Anschließend erhielt sie das Kursmaterial für ihre Gruppe.

Nach der Schulung beginnt der eigentliche Bibelkurs. Die Gruppenleiter laden Menschen aus ihrem persönlichen Umfeld ein. Das können Nachbarn, Freunde, Kollegen oder Familienmitglieder sein. Weil sich viele bereits kennen, entsteht schnell eine offene und vertrauensvolle Atmosphäre. Je nach Land treffen sich die Gruppen in Gemeinderäumen, Privathäusern oder unter freiem Himmel. Entscheidend ist nicht der Ort, sondern die gemeinsame Beschäftigung mit Gottes Wort.

Fünf Frauen treffen sich zum gemeinsamen Bibellesen.

Gemeinsam die Bibel entdecken: Wie läuft eine Bibelgruppe ab?

Je nach Alter und Region stellt die Bibel Liga unterschiedliche Kurshefte zur Verfügung, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ihrer Lebenswirklichkeit abholen. Ein Treffen dauert meist etwa ein bis zwei Stunden. Gemeinsam liest die Gruppe einen in dem Kursheft abgedruckten Bibelabschnitt. Anschließend helfen Fragen aus dem Heft dabei, den Text zu verstehen und auf das eigene Leben zu beziehen. Jeder darf erzählen, was ihn bewegt oder welche Fragen entstanden sind. Der Gruppenleiter hält keinen Vortrag, sondern begleitet das Gespräch und hilft dabei, Antworten in Gottes Wort zu entdecken.

Tibabili arbeitet mit einer Gruppe von Jugendlichen durch das Heft „So choose life“ (dt. „Wähle das Leben“). Das Material ist in 16 Lektionen unterteilt. Jede enthält einen oder mehrere Bibeltexte und Fragen, die das Gelesene auf die Herausforderungen des Erwachsenwerdens beziehen. Angefangen mit dem Thema „Wer bin ich eigentlich“ und der Schöpfungsgeschichte besprechen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Thema Identität und Sünde. Anhand von Davids Leben, was es bedeutet, gute oder schlechte Entscheidungen zu treffen und schließlich, warum Jesus der Zugang zu Gott ist. Am Ende der mehrwöchigen Treffen schließt der Kurs mit der Frage, ob die Jugendlichen die Botschaft vom Kreuz annehmen und Gott in ihr Leben einladen möchten. Wie auch für Tibabili damals beginnt für viele hier ihre persönliche Beziehung zu Gott.

Tibabili geht mit den Teilnehmern ihrer Bibelgruppe die Fragen aus dem Kursheft durch.

Bibelgruppen für jede Altersgruppe

Auch Philippus-Gruppen für Erwachsene folgen einem ähnlichen Aufbau. Die Bibelgruppenleiter arbeiten entweder mit einem Begleitheft zum Johannesevangelium oder „Who is God?“ (dt.: „Wer ist Gott?“). Auch hier werden Bibeltexte gemeinsam gelesen und die Lektionen greifen Fragen auf zu Themen wie Identität, warum es Sündenvergebung braucht und warum Jesus der Weg zum wahren Leben ist. Die Gruppe tauscht sich über Fragen aus wie: „Hast du dich jemals gefragt, warum du am Leben bist?“ und „Fällt es dir schwer zu glauben, dass Gott dir hilft?“ Wichtig ist, dass jeder seine Gedanken ehrlich teilen darf. Gleichzeitig ist Gottes Wort die Grundlage, in dem gemeinsam nach der Wahrheit gesucht wird.

Für Kinderbibelgruppen gibt es altersgerechte Kursmaterialien: Ein Ausmalbuch mit Geschichten aus der Bibel für Kinder ab vier Jahren, ein Kursheft für 6-9-Jährige sowie ein Heft für die Altersgruppe 9-12 Jahre.

Egal, ob es sich um eine Bibelgruppe für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene handelt und welches Kursheft verwendet wird – das Ziel immer, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einer persönlichen Beziehung zu Gott einzuladen und sie zu ermutigen, sich einer Gemeinde anzuschließen.

Kinder im Dschungel von Westpapua lesen begeistert in den Heften mit biblischen Geschichten.

Die erste eigene Bibel

Am Ende der Philippus-Gruppe erhalten alle Teilnehmenden ein Zertifikat und ihre erste eigene Bibel. Für viele ist das ein bewegender Moment.

Während in Deutschland Bibeln leicht erhältlich sind, sieht die Situation in vielen Ländern ganz anders aus. Viele Menschen aus ärmlichen Regionen besitzen keine Bibel, weil sie sich nicht leisten können oder es keine Möglichkeit gibt, eine Bibel zu kaufen. In anderen Ländern gibt es staatliche Einschränkungen. Dank Unterstützern wie Ihnen erhalten die Teilnehmer der Bibelgruppe eine eigene Bibel. Die Frauen und Männer haben gelernt, wie sie in Gottes Wort lesen und es verstehen können und werden ermutigt, davon in ihrem Alltag regen Gebrauch zu machen. Viele Menschen entscheiden sich in einer Philippus-Gruppe bewusst für ein Leben mit Jesus Christus. Andere, die schon länger Christen waren, haben Gottes Wort schätzen gelernt und verstanden, wie wichtig es ist, sich nicht nur auf das zu verlassen, was Pastoren sagen, sondern selbst in der Bibel nachzulesen. So tragen die Bibelgruppen zum mündigen Christsein bei.

Drei Teilnehmerinnen einer Bibelgruppe freuen sich über ihre erste eigene Bibel.

Philippus-Kurse: Startschuss für Jüngerschaft

Der erste Philippus-Gruppe bildet oft nur den Anfang. Wer Jesus Christus kennenlernt und ihm nachfolgen möchte, kann anschließend an weiterführenden Bibelgruppen teilnehmen. Oft bleibt die Konstellation der ersten Philippus-Gruppe auch nach der Bibelübergabe bestehen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kennen sich bereits, vertrauen einander und gehen nun gemeinsam die ersten Schritte in ihrer Jesus-Nachfolge.

In dem weiterführenden Kursheft „Reaching towards the goal“ (dt.: „Sich nach dem Ziel austrecken“) geht es um Themen wie Gebet, Bibellesen, christliche Gemeinschaft, verantwortungsvollen Umgang mit den eigenen Gaben und ein Leben als Nachfolger Jesu. Anhand von Bibeltexten wie die neutestamentlichen Briefe tauschen sich die Teilnehmenden darüber aus, wie sie ihr neues Leben mit Jesus praktisch leben können und welche Schwierigkeiten ihnen dabei begegnen.

Wenn Teilnehmende selbst Bibelgruppen leiten

Tibabili ist eine von vielen ehemaligen Teilnehmenden, die selbst an einer Philippus-Schulung teilnimmt, um den Segen, den sie erfahren hat, weiterzugeben. So entsteht ein Kreislauf, der das Philippus-Programm seit vielen Jahren prägt. Aus Teilnehmenden werden Leiter. Aus einer Bibelgruppe entstehen mehrere neue Gruppen. Das Evangelium erreicht Familien, Nachbarschaften und manchmal ganze Dörfer.

Diese Multiplikation gehört zu den wichtigsten Merkmalen des Philippus-Programms. Gottes Wort wird von Menschen weitergegeben, die Sprache, Kultur und Lebenswirklichkeit ihrer Mitmenschen kennen. Dadurch entstehen Beziehungen, die weit über die Dauer eines Bibelkurses hinausreichen.

Warum das Philippus-Programm so wirksam ist

Der Erfolg des Philippus-Programms beruht nicht auf einer einzelnen Methode. Mehrere Bausteine greifen ineinander.

Menschen werden von Christen aus ihrem eigenen Umfeld eingeladen. Die Gruppen bleiben bewusst klein und bieten Raum für persönliche Gespräche. Gottes Wort steht bei jedem Treffen im Mittelpunkt. Neue Christen werden ermutigt, Teil einer Gemeinde zu werden und selbst Verantwortung zu übernehmen.

Ein weiterer Grund für die nachhaltige Wirkung des Philippus-Programms ist seine Flexibilität. Die Bibel Liga arbeitet weltweit nach einem gemeinsamen Konzept, setzt jedoch je nach Sprache und regionalem Kontext unterschiedliche Studienmaterialien ein. Dadurch können Gemeinden mit Ressourcen arbeiten, die Menschen vor Ort verstehen und die ihrer Lebenswirklichkeit entsprechen. Ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene: Alle erhalten Materialien, die auf ihre Lebensphase zugeschnitten sind und sie Schritt für Schritt an Gottes Wort heranführen.

Mit Ihrer Spende werden neue Philippus-Gruppen möglich

Aus Tibabili, der jungen Frau, die damals selbst eingeladen wurde, ist heute eine Bibelgruppenleiterin geworden. Jede Woche sitzt sie wieder mit Jugendlichen unter dem Baum ihrer Gemeinde. Sie liest mit ihnen dieselben Bibeltexte, die ihr Leben verändert haben und wird Zeuge davon, wie sich die Jugendlichen nach und nach öffnen.

Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie, dass Menschen gemeinsam Gottes Wort entdecken, ihre erste eigene Bibel erhalten und Jesus Christus kennenlernen können. Manche von ihnen werden später selbst Bibelgruppen leiten und weitere Menschen einladen. Immer wieder berichten unsere Partner: „Familien gehen liebevoller miteinander um. Unser Dorf hat sich verändert. In unserem Stadtteil gibt es weniger Kriminalität.“ So zieht die frohe Botschaft immer weitere Kreise.

Die Teilnehmer aus Tibabilis Bibelgruppe öffnen sich immer mehr.
Die Frauen aus Simbabwe freuen sich und tanzen, weil sie ihre erste eigene Bibel erhalten haben.

Monatlich helfen

Für je 7 EUR ermöglichen Sie einer Person die Teilnahme an einer Bibelgruppe und ihre eigene Bibel. Für 70 EUR ermöglichen Sie einer zehnköpfigen Gruppe den Austausch und beschenken die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einer Bibel.

Werden Sie jetzt BibelBote und ermöglichen Sie Monat für Monat neue Philippus-Bibelgruppen. Durch Ihre Unterstützung schenken Sie Menschen weltweit Zugang zu Gottes Wort.

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Häufige Fragen zum Philippus-Programm

Was ist das Philippus-Programm?

Das Philippus-Programm ist ein evangelistisches Bibelstudium der Bibel Liga. Geschulte Kleingruppenleiter laden Menschen zum gemeinsamen Bibellesen ein und begleiten sie dabei, das Evangelium kennenzulernen.

Wie läuft eine Philippus-Bibelgruppe ab?

Nach einer Schulung laden die Gruppenleiter Menschen aus ihrem Umfeld zu einem mehrwöchigen Bibelkurs ein. Gemeinsam werden Bibeltexte gelesen, besprochen und Fragen beantwortet. Am Ende erhalten die Teilnehmenden ihre erste eigene Bibel.

Wer kann an einer Philippus-Bibelgruppe teilnehmen?

Das Angebot richtet sich an Menschen, die mehr über die Bibel und den christlichen Glauben erfahren möchten. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Warum erhalten die Teilnehmenden erst am Ende eine eigene Bibel?

Während der Bibelgruppe lernen die Teilnehmenden, selbst in der Bibel zu lesen und sie zu verstehen. Deshalb ist es sinnvoll, dass sie die Bibel im Anschluss erhalten. Gleichzeitig ermöglicht dieses Vorgehen, dass die Bibeln gezielt den Menschen zugutekommen, die ein echtes Interesse daran haben, darin zu lesen.

Wie hilft meine Spende?

Spenden finanzieren die Ausbildung von Kleingruppenleitern, das Bibelkursmaterial und Bibeln für die Teilnehmenden. Dadurch entstehen weltweit neue Philippus-Gruppen, in denen Menschen Gott und sein Wort kennenlernen können. Viele suchende Nicht- oder Andersgläubige laden dadurch Jesus in ihr Leben ein. Christen werden ausgerüstet, in echter Jesus-Nachfolge zu leben. Ihre Unterstützung ermöglicht diese tiefgreifende Veränderung.

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08.04.2025

Reiseblog: Zu Besuch im Gefängnis

Ein ehemaliger Krimineller erzählt Gefangenen von Jesus

Reynold betritt das Gefängnis mit seinem Rucksack voller Bibeln und seiner Gitarre.

„Salam“, ertönt es schon von Weitem, als wir über den Parkplatz der Polizeistation auf das unscheinbare längliche Gebäude zulaufen. Einige junge Männer in kurzen Hosen und T-Shirts stehen bereits am Eingang; sie sind barfuß, die eine Hand umfasst die Gitterstäbe, mit der anderen winken sie uns überschwänglich zu. „Salam“, rufen wir zurück und folgen Reynold durch das schmale Tor. Wir begleiten den Polizisten und Familienvater in ein kleines Gefängnis in Manokwari, wo derzeit etwa 50 Männer einsitzen. Reynold ist heute nicht im Dienst, denn es ist Sonntag. Jede Woche nach dem Gottesdienstbesuch fährt er mit seinem Motorroller zu seiner Wache, um den Gefangenen von Jesus zu erzählen – seine Gitarre eingeklemmt zwischen seinen Füßen und in seinem Rucksack neue Bibeln. Ebenso wie die Männer hinter Gittern hat auch er eine dunkle Vergangenheit. Drei Monate hat er selbst im Gefängnis gesessen. Als er Jesus sein Leben anvertraute, machte er nicht nur eine 180-Gradwende, sondern verspürte auch den Wunsch, die Botschaft von Vergebung und Veränderung mit den Menschen zu teilen – vor allem mit solchen hinter Gittern.

Reynold ermutigt die Gefangenen, Jesus in ihr Leben einzuladen.

Gottesdienst in einer Zelle

Wir laufen den schmalen Gang zwischen einer schwarzer Eisenwand und Gitterstäben entlang und treten durch ein zweites Tor. Hier befindet sich ein kleiner Vorraum – kaum zwei Personen passen nebeneinander – und eine 20 Quadratmeter große Zelle kommt dahinter zum Vorschein. Etwa 30 Insassen erwarten Reynold bereits sehnsüchtig. In Windeseile haben sie drei Reihen gebildet und setzen sich auf den Boden. Einige weitere stehen in dem Gang dahinter und drücken sich an die Gitterstäbe, um ebenfalls mitzubekommen, was passiert. Ein grünes hölzernes Rednerpult wird aufgestellt, mit dem sich Reynold im Eingang der Zelle platziert. Innerhalb von zwei Minuten sind alle bereit und schauen gespannt zu dem großen, stämmigen Mann, dessen Erscheinung mindestens so viel Eindruck macht, wie das freundliche Lächeln auf seinem Gesicht. Eine Stunde Zeit haben sie für den Gottesdienst – offenbar wollen sie keine Minute davon verschwenden.

Tattoos & Tränen

Wir sind noch dabei, unsere Kameras auszupacken, als Reynhold bereits anfängt, leidenschaftlich zu den Gefangenen zu sprechen. In seiner Hand hält er das Studienheft der Bibel Liga und geht einen Bibeltext durch. „Jesus ist der Einzige, der euch frei machen kann. Er kann euch neu machen.“ Seine volle Stimme hallt durch den Raum, während 30 Augenpaare abwechselnd auf ihn und auf den Boden gerichtet sind. Es liegt Autorität in seinen Worten – schließlich ist sein eigenes Leben ein eindrückliches Zeugnis dafür, dass für Gott niemand zu verloren ist. Ein junger Mann in grünem T-Shirt, dessen Arme Tattoos zieren, scheint tief bewegt zu sein. Seine Augen füllen sich mit Tränen. Andere schauen betreten zu Boden. Manche nicken. „Diese Männer empfinden große Scham und fühlen sich als Ausgestoßene der Gesellschaft“, hat uns Irma, Reynolds Frau im Vorhinein erzählt. Als wir in die betretenen Gesichter blicken, spüren wir, dass sie Recht hat. „Wer möchte Jesus in sein Leben einladen?“, fragt Reynold in die Runde. Ein paar Hände gehen zaghaft nach oben. „Ihr müsst es wirklich von Herzen glauben und ernstmeinen. Es geht nicht darum, seine Hand zu heben, sondern Jesus im Inneren Raum zu geben und sich von den bösen Wegen abzuwenden“, erklärt er weiter. Seine Worte sind klar und zeitgleich liebevoll.

Die Insassen sind tief bewegt

„Gott hat mich durch das Gefängnis verändert“

Nach dem Abschlussgebet nimmt einer der wenigen älteren Gefangenen die Gitarre, die Reynold mitgebracht hat, und fängt an zu spielen. Inbrünstig stimmen die anderen in seinen Gesang mit ein. Die vielen kräftigen Stimmen hallen laut durch den kleinen Raum. Auch wenn wir den Text nicht verstehen, klatschen wir im Takt mit und saugen diese besondere Atmosphäre in uns auf. Dann öffnet Reynold seinen Rucksack und holt die Bibeln heraus. „Dieses Gefängnis ist eine Durchlaufstation. Die meisten bleiben nur einige Wochen oder Monate hier und warten auf ihre Verhandlung. Dann werden sie auf andere Gefängnisse verteilt“, erklärt er. „Fast jede Woche sind neue Häftlinge dabei.“ Diejenigen, die bisher keine eigene Bibel haben, bekommen das schwarze Büchlein mit der goldenen Schrift Alkitab überreicht. „Seit ich im Gefängnis sitze, habe ich angefangen, förmlich in die Bibel einzutauchen“, erzählt uns einer der Gefangenen im Nachgang. „Ich war früher sehr gewalttätig, aber Gott hat mich durch die Zeit im Gefängnis verändert“, sagt ein anderer. In vielen entdecken wir einen ähnlichen Kontrast wie bei Reynold: Das äußere Erscheinungsbild wirkt zunächst recht furchteinflößend, doch in den Augen und den Gesichtszügen liegt etwas Weiches und Gebrochenes. Zum Abschied holt einer der Gefangenen eine Deutschlandflagge und die Männer fangen an zu jubeln. „Wir lieben deutschen Fußball.“ Was für ein Themenwechsel. Wir lachen und freuen uns über diese unerwartete Leichtigkeit. Unter vielem Winken und Lächeln verabschieden wir uns schließlich.

Ein Gefängnisinsasse erzählt sein Zeugnis
Gefangene in West-Papua halten eine Deutschlandflagge hoch.

Ein herzlicher Abschied: Wir sagen „Danke“

Noch immer tief bewegt von den Eindrücken gehen wir zu den Autos zurück. Wir werfen einander erleichterte, aber auch ein wenig traurige Blicke zu. Denn es ist nicht nur Zeit, uns von den Gefangenen zu verabschieden, sondern nun sind auch die letzten Filmaufnahmen im Kasten. Früh am nächsten Morgen wird unser Rückflug gehen und nun heißt es, Abschied von den Familien in Manokwari zu nehmen, in dessen Leben wir so tiefe Einblicke bekommen haben. Beim gemeinsamen Abendessen bedanken wir uns für diese schöne und intensive Zeit. „Terima Kasih“. „Vielen Dank“, tönt es von allen Seiten. Nicht nur das Erlebnis mit den Gefangenen heute hat uns gezeigt, dass die Arbeit unserer Partner wichtig ist. Denn Gott und sein Wort verändern zahlreiche Menschenleben – nicht nur hier in Papua, sondern in ganz Indonesien. Wir sind dankbar, dass wir einen kleinen Ausschnitt davon mit eigenen Augen sehen durften, und diese Geschichten bei der BibelStern-Aktion, im Bibelbeweger-Magazin und auf unserem Blog teilen können.

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02.04.2025

Reiseblog: Im Dschungel von West-Papua

Holpernd schlängelt sich der Bus, der für die schmale Asphaltstraße gefühlt viel zu groß ist, durch den Dschungel von West-Papua. Etwa zwei Stunden fahren wir die einzige Straße entlang, die Manokwari Richtung Norden mit verschiedenen Dörfern verbindet, in denen bis heute vor allem die einheimische papuanische Bevölkerung lebt. Vor unserem Fenster ziehen kleine Häuser aus Stein und Beton vorbei, die inmitten des dichten Urwaldes fast unwirklich wirken. Wäscheleinen sind von Baum zu Baum gespannt, Mütter sitzen mit ihren Kindern vor ihren Häusern, andere laufen mit Machete in der Hand durch das Dickicht und immer wieder kommen uns Rollerfahrer entgegen – die meisten barfuß und ohne Helm.

Eine Frau aus einem einheimischen Stamm in Papua
Interviews und Filmaufnahmen für die Aktion BibelStern

Vor drei Tagen sind Salome, Maya, Samuel und Daniel als Team aus Deutschland zusammen mit Bible League-Mitarbeiter Romi von den Philippinen in Manokwari gelandet. Begleitet werden wir von Landesleiter Assaf und Oscar vom indonesischen Bibel Liga-Team. Zehn Tage lang sind Begegnungen, Interviews und Filmaufnahmen mit Leitern und Teilnehmern des Philippus-Programms geplant, denn dieses Jahr steht Indonesien im Fokus der Aktion BibelStern. Unser Ausgangspunkt Manokwari, eine Kleinstadt mit etwa 107.000 Einwohnern, ist zwar eine der wenigen großen Städte in West-Papua, doch sie hat mit den vielen kleinen Häusern, Kiosks und unzähligen Palmen eher Dorfcharakter. Überall schlängeln sich unzählige Roller durch den chaotischen Verkehr. Überhaupt scheinen motorisierte Zweiräder das Hauptfortbewegungsmittel in West-Papua zu sein. Auf ein Auto kommen schätzungsweise fünf Roller. Hier im Dschungel sind es noch mehr.

Kinderbibelgruppen im Busch

Verschwitzt und klebrig, weil die Luftfeuchtigkeit bei fast neunzig Prozent liegt und die Klimaanlage im Bus nur mäßig funktioniert, freuen wir uns, als wir schließlich nach über zwei Stunden über Stock und Stein auf ein weitläufiges Gelände einer Gemeinde abbiegen und uns eine erfrischende Brise empfängt. Der begeisterte Gesang von Kindern dringt zu uns herüber. Etwa zwanzig Mädchen und Jungen sitzen auf einer Plastikfolie unter einem Baum, der ihnen Schatten spendet. Eine junge Frau hält das Begleitheft für Kinderbibelgruppen in der Hand und erzählt ihnen eine Geschichte.

Eine Kinderbibelgruppe unter einem Baum in West-Papua

„Das ist eine der Frauen, die ich zur Kindergruppenleiterin ausgebildet habe“, erklärt uns Frida, eine Philippus-Trainerin aus Manokwari. Sie begleitet uns heute. Vor einigen Jahren hat sie angefangen, mit dem Roller in die abgelegenen Dörfer zu fahren und dort das Philippus-Programm ins Leben zu rufen. Mittlerweile leiten Einheimische die Gruppen.

Auch andere junge Frauen und Männer sind vorbeigekommen, um bei unserem Besuch dabei zu sein. Manche von ihnen hat Frida ausgebildet. Sie starten demnächst ihre eigenen Gruppen. Nach dem Abschlussgebet und einer Bibelübergabe, bei der die Kinder eine bebilderte Kinderbibel erhalten, ist es Zeit für uns weiterzuziehen. Klebriges Händeschütteln und strahlende Gesichter begleiten uns zurück zum Bus. Noch zwei weitere Gruppen stehen auf dem Programm.

Samuel bei den Dreharbeiten bei einer Kinderbibelgruppe
Samuel versucht die leuchtenden Augen der Kinder einzufangen
Frida und Pastor Tandi begrüßen eine Kinderbibelgruppe.
Bibel Liga-Leiter Pastor Assaf stellt unser Reise-Team vor
Herzlicher Empfang mit traditionellem Tanz

Als wir bei unserer letzten Station für heute ankommen, erwartet uns ein ganz besonderer Empfang. Schon von Weitem haben die Kinder den Bus kommen sehen und sich auf der schmalen Straße aufgestellt, um uns zu begrüßen. In Zweierreihen und mit traditionellen Ketten und Gewändern kommen sie uns entgegengetanzt. Der Busfahrer muss kurzerhand mitten auf der Straße anhalten und lässt uns aussteigen. Jeweils zwei Kinder haken sich bei jedem aus unserem Team ein und tanzen und hüpfen mit uns gemeinsam in Richtung Kirchengebäude. Etwas unbeholfen – man merkt, dass die Einheimischen den Rhythmus mehr im Blut haben als wir – aber mit einem großen Lachen im Gesicht kommen wir in der Gemeinde an, wo uns auch die Erwachsenen begrüßen. Ein paar Frauen haben eine große Tafel für das gemeinsame Mittagessen vorbereitet. Es gibt Reis, Wurzelgemüse, Fischsuppe und das traditionelle Gericht Papeda: eine klebrige Masse, die aus dem Stamm von Palmen gewonnen wird – für unsere deutschen Geschmäcker etwas gewöhnungsbedürftig, doch wir wollen die Köchinnen wertschätzen und probieren von allem.

Tanzende Kinder in Papua
Gemeinsames Fotoshooting

Im Anschluss folgt eine ausgiebige Foto-Session, denn wir sind nicht die einzigen, die heute ein paar sehr exotische Begegnungen haben. Die Einheimischen zücken ihre Handys – trotz der Ursprünglichkeit des Lebens hier besitzen die meisten tatsächlich ein Smartphone – und wollen unbedingt ein paar Fotos mit den ungewöhnlichen Besuchern aus Europa. Da wir mit unseren Kameras ja ebenfalls unser Material sammeln, machen wir beim Fotoshooting mit – das ist nur fair, finden wir, und die leuchtenden Augen der Kinder sind es allemal wert.

Selfies mit Kindern aus Papua

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05.02.2025

Schüsse, Schmerz und eine zweite Chance – Eleazars bewegende Geschichte

Eleazar wurde in Mexiko-Stadt geboren. Von klein auf wurde er Zeuge von Gewalt, Alkoholismus und Untreue. Ständige Auseinandersetzungen zwischen seinen Eltern bestimmten seinen Alltag. Als er fünf Jahre alt war, riss sein Vater ihn aus seiner gewohnten Umgebung und brachte ihn auf eine abgelegene Ranch in Oaxaca – ohne seine Mutter. Diese plötzliche Trennung hinterließ eine tiefe seelische Wunde.

Ein Leben voller Entbehrungen

Das Leben auf der Ranch war hart. „Als wir ankamen, gab es keine Straßen, keinen Strom, keine Annehmlichkeiten. Nur Arbeit bis zum Umfallen“, erinnert sich Eleazar. Schon als Kind stand er täglich um vier Uhr morgens auf, um mitzuarbeiten. „Es gab Chili mit Tortilla zum Frühstück, zum Mittagessen und am Abend.“ Dem Kleinen fehlte seine Mutter. Er war traurig und fühlte sich verlassen. „Mein Vater war ein sehr harter Mann.“

Alkohol, Gewalt und der Absturz in die Kriminalität

Bereits mit zwölf Jahren begann Eleazar, Alkohol zu trinken und zu rauchen. Mit fünfzehn war er fast immer betrunken. „Niemanden kümmerte es“, erinnert er sich. Als er mit achtzehn in die Stadt zurückkehrte, geriet er schnell in schlechte Gesellschaft. Er begann, Drogen zu konsumieren und schließlich selbst zu verkaufen. Sieben Jahre lang arbeitete er als rechte Hand eines berüchtigten Kriminellen – und versorgte so seine wachsende Familie. Denn inzwischen hatte Eleazar eine Beziehung begonnen und war Vater von vier Kindern geworden. Seine Frau ertrug jahrelang Armut, Untreue und Gewalt.

Eleazar aus Mexiko-Stadt mit zwei Schulungsheften des Philippus-Kurses.

Eine kaputte Familie und die Wende durch den Glauben

Eine vorsichtige Wende begann, als ihn seine amerikanischen Cousins besuchten. Sie erzählten ihm von Jesus und Eleazar begann zu glauben. „Ich hatte aber niemanden, der mich an die Hand nahm und mich in der Jüngerschaft anleitete“, erinnert er sich. Kurze Zeit später hatte ihn sein altes Leben eingeholt. Doch Gott ging ihm hinterher. Eines Tages bekam Eleazar einen Anruf: „Dein Sohn wurde angeschossen. Er ist lebensgefährlich verletzt, komm schnell!“ Als Eleazar seinen blutenden, scheinbar toten Sohn in seinen Armen hielt, schrie er verzweifelt zu Gott. „Rette meinen Sohn! Ich verspreche dir, dass ich zurückkehren werde, ich werde dir dienen! Nur rette meinen Sohn! Hilf!“ Und Gott erhörte das Gebet. Durch ein Wunder starb sein Sohn nicht. „Die Kugel, die Herz und Lunge hätte treffen sollen, machte eine unerklärliche Wendung und trat aus dem Arm aus“, sagt Eleazar mit brüchiger Stimme.

Ein neues Leben im Dienst Gottes

Dieses Wunder veränderte Eleazar grundlegend. Er machte ganze Sache mit Gott und fing an, eine Gemeinde und eine Philippus-Bibelgruppe zu besuchen. „Durch die Kurse lernte ich, die Lehren von Jesus in meinem täglichen Leben anzuwenden. Die Pastoren halfen mir dabei, denn es gab auch Rückschläge. Doch mit Gott schaffte ich es, mein Leben voller Gewalt und Sünde hinter mir zu lassen“, erzählt Eleazar. „Gottes Gnade hat keine Grenzen.“ Allmählich wirkte sich Eleazars Hinwendung zu Christus auch auf seine Familie aus. Die Atmosphäre veränderte sich. „Nun herrschen Friede und Liebe“, sagt er dankbar. Die freimachende Botschaft von Jesus erzählt er anderen weiter. „Meine Geschichte zeigt ihnen, dass für Gott nichts unmöglich ist!“

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29.11.2023

Wie sich Bibelgruppen in Kenia multiplizieren

Drei Philippus-Generationen

Bibelgruppen sollen sich multiplizieren – das ist ein Grundgedanke des Philippus-Programms der Bibel Liga. In Kenia hat das wunderbar funktioniert.

Maurice

Pastor Maurice ist 47 Jahre alt und lebt in Magacha, einem kleinen Dorf im Südwesten von Kenia. „Mein Leben war lange Zeit sehr trostlos. Ich war Alkoholiker und litt sieben Jahre unter schwerer Krankheit.“ Als Pastoren in sein Dorf kamen und Maurice von Jesus erzählten, kam endlich Hoffnung in sein Leben. Sie hatten den Eindruck, dass seine Krankheit auch eine geistliche Ursache hatte und beteten für ihn. „Ich wurde gesund und übergab Jesus mein Leben. Das war vor 23 Jahren.“ Als die lokale Bibel Liga in seinem Dorf das Philippus-Programm vorstellte, war Maurice sofort begeistert. 2019 startete er seine erste eigene Bibelstudiengruppe.

Pastor Maurice lehnt sich an die Hütte, in der das Essen für die Gemeinde zubereitet wird.
Lea aus Kenia hat Jesus durch eine Philippus-Gruppe kennengelernt
Lea

Lea kommt aus Kosege, einem Dorf etwa 3 km von Magacha entfernt. Pastor Maurice besuchte sie, um für sie zu beten, denn auch Lea litt viele Jahre unter Krankheit. Jesus kannte sie zu dem Zeitpunkt noch nicht, aber sie wünschte sich nichts sehnlicher, als wieder gesund zu werden. So beteten sie lange Zeit und lasen auch in der Bibel. „Auf einmal sah ich ein Licht und wurde geheilt. Ich konnte endlich wieder ohne Schmerzen laufen“, erinnert sich Lea. „Von da an hatte ich eine große Sehnsucht, mehr zu beten und von Jesus zu erzählen.“ Sie nahm an Maurice‘ Bibelgruppe teil und ließ sich 2022 selbst zur Kleingruppenleiterin ausbilden. Mittlerweile leitet sie bereits ihre zweite Bibelgruppe und freut sich zu sehen, wie das gemeinsame Bibellesen Menschen verändert. So wie Anne.

Anne

Auch Anne und ihre Kinder waren schwer krank. Fast täglich mussten sie den mühsamen Weg ins Krankenhaus auf sich nehmen, doch nichts konnte ihnen helfen. Eines Tages stand Lea vor Annes Tür und erzählte ihr von Jesus und der Kraft des Gebets. Neugierig und voller Hoffnung, dass ihr endlich etwas helfen möge, fing Anne in der Nacht an, zu Gott zu beten. Plötzlich sah sie ein Licht. Auf einmal stand eines ihrer Kinder neben ihr, das wochenlang bettlägerig und kaum ansprechbar gewesen war. Es bat seine Mutter um Essen und Trinken. Schnell bereitete Anne Haferbrei zu. Nachdem ihr Kind gegessen und getrunken hatte, war es wieder vollkommen gesund. Für Anne war dies eine große Gebetserhörung. Sie begann zu glauben, dass Gott und sein Wort Kraft haben. Um mehr über Jesus zu erfahren, nahm sie an Leas Bibelstudiengruppe teil. Später ließ sie sich selbst zur Bibelgruppenleiterin ausbilden und startete ihre eigene Gruppe.

Anne strahlt - sie hat durch einen Bibelgruppe Jesus kennengelernt
Gemeinde: Baum des Lebens

Mittlerweile ist aus den Bibelgruppen von Pastor Maurice eine Gemeinde mit dem Namen „Tree of Life“ (Baum des Lebens) entstanden; denn die etwa 30 Gemeindemitglieder treffen sich jeden Sonntag unter einem großen Baum. „Ich bete, dass wir eines Tages ein richtiges Kirchengebäude bauen können“, sagt Maurice. Doch der gemütliche Platz unter dem Baum ist auch ein schönes Bild für ihr geistliches Leben: Durch das gemeinsame Bibellesen verwurzeln sich die Gemeindemitglieder tiefer in Gottes Wort, um mehr Frucht bringen zu können. Diese Früchte sind bereits jetzt deutlich zu sehen: Denn so wie Maurice Lea vom Evangelium erzählt und diese wiederum Anne zum Glauben geführt hat, prägt das Philippus-Programm oft Generationen – Eltern und ihre Kinder aber auch mehrere Generationen von Kleingruppenleitern, die nacheinander aus Bibelgruppen hervorgehen. Es zeigt: Einer Person die Teilnahme an einer Bibelgruppe zu ermöglichen, ist kein Tropfen auf den heißen Stein, sondern oft wie ein kleines Senfkorn, das aufgeht und über Generationen Frucht bringt. Vielen Dank, dass Sie das mit ermöglichen!

Die Gemeinde von Pastor Maurice aus Kenia trifft sich zum Bibelstudium unter einem Baum
Lea, Maurice und Anne - drei Generationen von Philippussen aus Kenia

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