Abenteuerliche Dreharbeiten in einer Goldmine

Wir sind bereits seit einigen Tagen in Migori, im Südwesten von Kenia, um Material für die Aktion BibelStern 2023 zu sammeln. Das Besondere an dieser Region: Die Landschaft ist übersät mit unzähligen Goldminen, in denen viele Kenianer ihr täglich Brot verdienen. Was bei uns Deutschen Bilder von riesigen Industrieanlagen hervorruft, ist in Wirklichkeit sehr viel unscheinbarer. Oft befinden sich die Schächte der Goldminen auf Privatgrundstücken nur wenige Meter von den Wohnhütten entfernt. Ein Schacht hat oft nur einen Durchmesser von einem Meter. Hinzu kommt ein zweiter Aushub, durch den die Minenarbeiter seitlich in den Schacht hinunterklettern. Lediglich durch einen kleinen Seilzug, der die Säcke mit Gestein nach oben transportiert, lässt sich aus der Ferne erkennen, dass sich dort eine Mine befindet.

Vorbereitungen für den Abstieg in die Goldmine

Unsere beiden Protagonisten für den diesjährigen BibelStern-Clip, Calvin und Stephen, arbeiten in einer solchen Mine. Für uns als Bibel Liga-Team ist das spannendes Neuland. Kameramann Samu und Fotograf Christoph sind sofort Feuer und Flamme und wollen die Gelegenheit beim Schopf packen, die beiden in die Mine zu begleiten. Doch das ist leichter gesagt als getan. Um in die Mine hinabzusteigen, braucht man einiges an Equipment und gute Kletterkünste. Kurzerhand werden für Samu und Christoph Gummistiefel und Stirnlampen organisiert, Säcke geholt, in denen die Kameras verstaut werden können und Leitern aus Holz gebaut, damit die beiden den Abstieg in die Mine meistern können.

Reinhard und Samu verstauen die Kamera
20 Meter hinab in die Tiefe

Alles ist bereit. Es kann losgehen. Stephen geht voraus und hinter ihm klettern Samu, Christoph und Calvin die Holzleitern hinunter in die Tiefe. Insgesamt 20 Meter tief geht es hinab. An den Wänden läuft Wasser herunter – eine Mischung aus Regenwasser der letzten Nacht und Grundwasser – sodass die vier aufpassen müssen, nicht auszurutschen. Unten angelangt befinden sich wider Erwarten keine Gänge. Gerade einmal drei bis vier Personen können hier nebeneinander stehen. Die Gummistiefel leisten gute Dienste, denn am Boden steht 20 Zentimeter hoch das Wasser. Die LED-Lampen, die Samu und Christoph mitgenommen haben, tauchen die Felsbrocken in dämmriges Licht und die Dreharbeiten können beginnen.

Das Abenteuer hat sich gelohnt

Gespannt warten Reinhard und die anderen des Teams währenddessen über Tage. Nach anderthalb Stunden tut sich was. Vier ziemlich schmutzige, aber sehr glückliche Männer klettern langsam aus dem Schacht. Für Samu und Christoph ein besonderes Erlebnis, das sie nicht nur an ihre persönlichen Grenzen geführt hat, sondern auch eine Hochachtung vor Stephen und Calvin empfinden lässt, die den Abstieg täglich auf sich nehmen. Samu und Christoph freuen sich schon darauf, das Video- und Fotomaterial zu sichten. Ihr Fazit: Das Abenteuer hat sich gelohnt.

Calvin und Stephen holen das Gestein mit einem Seilzug nach oben

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Deutsche Pünktlichkeit trifft auf kenianische Gemütlichkeit

Seit Freitag sind wir als vierköpfiges Team in Kenia unterwegs, um Material über das BibelStern-Land 2023 zu sammeln. Die Bibel Liga-Landesleiterin Louiza und der Programmleiter Kizito empfingen uns sehr herzlich in der Hauptstadt Nairobi. Am nächsten Tag ging es für uns alle weiter nach Kisumu, wo uns gleich die erste kulturelle Überraschung erwartete. Der Fahrer, der die Bibeln abholen und in das 180 km entfernte Migori transportieren sollte, beteuerte am Telefon immer wieder, er sei in fünf Minuten bei uns – was sich allerdings auch nach eineinhalb Stunden Wartezeit nicht bewahrheitet hatte. Auch wenn hier das Motto pole pole (langsam, langsam) vielen in Fleisch und Blut übergegangen ist, fanden selbst unsere kenianischen Mitarbeiter, dass wir nicht davon ausgehen sollten, dass der Fahrer „nun aber wirklich in fünf Minuten bei uns ist“, wie er versicherte. Kurzerhand wurde umgeplant, ein neuer Fahrer organisiert, den wir am Flughafen in Kisumu angesprochen hatten, und los ging die Reise nach Migori.

Reinhard im Gespräch mit Louiza und Kizito
Christoph und Kizito laden Bibeln aus
Eine gute Charakterschule

Dort waren für den Nachmittag bereits die ersten Filmaufnahmen geplant. Wir nutzten die Fahrt, um unsere To-Do-Listen zu besprechen. Louiza rief im Vorhinein bei unserer Unterkunft an und bestellte das Mittagessen, damit wir uns ohne großen Zeitverlust bald auf den Weg zur ersten Gemeinde machen könnten. Bei unserer Ankunft wusste man leider von nichts, aber man versicherte uns, dass das Essen in fünf Minuten fertig sein würde. Aha, das kannten wir ja bereits. Wir Deutschen waren nun schon etwas misstrauisch. Zurecht. Nach über einer Stunde bekamen wir schließlich unsere Lunchpakete und genossen Chapati (Fladenbrote) auf der Fahrt. Wir wollten die Gemeinde schließlich nicht noch länger warten lassen. Wir nahmen es mit Humor. Trotz mehrstündiger Verspätung wurden wir sehr herzlich begrüßt und hatten eine wundervolle Zeit mit den Philippus-Gruppen. Und zugegeben: So ganz schlecht ist dieses pole pole auch nicht. In jedem Fall ist es eine gute Charakterschule für uns als deutsches Team für mehr Gelassenheit und Geduld. Denn darin sind die Kenianer uns definitiv ein Vorbild.

Christoph fotografiert
Samu und Christoph filmen und fotografieren eine Philippus-Gruppe in Migori

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