Indien: Liebt eure Feinde

„Wir werden alle Christen aus diesem Dorf vertreiben!“ Diese Worte hörte Sukumari fast täglich, seit sie zum Glauben an Jesus gefunden hat. Zusammen mit ihrem Mann, ihren drei Kindern und ihrer Schwägerin lebt sie in einem kleinen Dorf in der Provinz Odisha, im Südosten Indiens. Früher hat sie, wie die meisten in ihrem Dorf, Pflanzen und Gegenstände als Götter verehrt. Heute ist sie Bibel-ABC-Lehrerin und unterrichtet Kinder und erwachsene Analphabeten in ihrem Dorf. Doch sich zu Jesus zu bekennen und anderen vom Evangelium zu erzählen, bleibt in der überwiegend hinduistisch geprägten Gesellschaft Indiens nicht ohne Folgen.

Weder Zauberei noch Tieropfer können heilen

Die Mehrheit in Sukumaris Dorf sind Hindus. Auch ihre Familie praktizierte früher die Puja-Rituale. Puja heißt so viel wie „Verehrung“ und ist eine tägliche Zeremonie, bei der Gegenstände oder Pflanzen als Symbole für die Götter angebetet werden. Als Sukumaris kleiner Sohn schwer krank wurde, brachten sie ihn zu einem Medizinmann. Doch weder der religiöse Führer noch die Tieropfer machten ihren Sohn gesund. Zwei Jahre schon hatte der Junge unter der Krankheit gelitten als Sukumari und ihr Mann beschlossen, sich einer christlichen Gemeinde anzuschließen – in der Hoffnung, dass dieser Gott ihren Sohn vielleicht heilen könnte. Sie fragten den Pastor: „Wieviel muss man zahlen, um Teil der christlichen Gemeinschaft zu werden?“ „Ihr braucht nichts zu zahlen. Ihr könnt gerne einfach in den nächsten Gottesdienst kommen“, antwortete dieser. Und das taten sie. In den darauffolgenden Wochen gingen sie in den Gottesdienst und beteten immer wieder für ihren Sohn. Der Pastor besuchte sie auch zu Hause, um für Heilung zu beten. Und tatsächlich: Jede Woche ging es dem Kind besser, bis die Krankheit schließlich ganz verschwand.

Weder Zauberei noch Tieropfer können heilen

Dass Sukumari und ihre Familie ihr Leben Jesus unterstellt hatten, war vielen Leuten im Dorf ein Dorn im Auge. „Wir gaben kein Geld mehr für die gemeinschaftlichen Puja-Rituale im Dorf und erklärten, warum wir daran nicht mehr glaubten“, erzählt sie. Daraufhin bedrohten einige Dorfbewohner die Familie: „Wir werden alle Christen aus diesem Dorf vertreiben!“ Immer wieder versuchten sie, Sukumari und ihre Familie einzuschüchtern, indem sie ihnen den Zugang zum Fluss verweigerten oder die Wasserbehälter von ihrem Grundstück stahlen. Einmal töteten sie einen ihrer Ochsen. Ein anderes Mal kam ein Nachbar mit einer Rute, um sie zusammenzuschlagen. Doch bevor er die Familie erreichen konnte, die gerade auf dem Feld arbeitete, rutschte er aus und erschrak sich so sehr, dass er wieder kehrtmachte. Sukumari ertrug alle Feindseligkeiten im Vertrauen auf Gott, dass er für sie sorgen würde. „Herr, du weißt alles“, wurde zu ihrem täglichen Hilfeschrei. Und sie erlebten tatsächlich, wie Gott sie versorgt: Nie mussten sie Durst leiden und auch ihre Felder brachten weiterhin Ertrag ein – obwohl der Zugang zum Wasser sabotiert war.

Sukumari erzählt ihren Feinden vom Evangelium

Als ihr Pastor ihr vom Bibel-ABC-Programm der Bibel Liga erzählte, war Sukumari sofort begeistert. Sie ließ sich zur Kursleiterin ausbilden und lud die Dorfbewohner ein, an ihrem Alphabetisierungskurs teilzunehmen – sogar diejenigen, die ihr feindlich begegneten. Tatsächlich stieß der Kurs auf großes Interesse. Mittlerweile unterrichtet Sukumari eine Bibel-ABC-Klasse für Kinder aus nicht-christlichen Familien. Auch die Eltern kommen aus Neugierde hin und wieder zum Unterricht. Außerdem unterrichtet Sukumari Analphabeten aus ihrem Dorf, die nicht die Möglichkeit hatten, zur Schule zu gehen. Durch die biblischen Geschichten, anhand derer Lesen und Schreiben vermittelt wird, sind bereits einige zum Glauben gekommen. Jeden Sonntagmorgen treffen sich die fünf gläubigen Familien in Sukumaris Haus, um dort einen Gottesdienst zu feiern. „Der Widerstand hat allmählich etwas nachgelassen“, erzählt Sukumari froh. „Ich bin der Bibel Liga sehr dankbar, dass wir nun eigene Bibeln besitzen und ich auch meine Kinder mit Gott und seinem Wort vertraut machen kann.“ Denn Sukumaris Herzenswunsch ist, dass immer mehr Menschen in ihrem Dorf und der umliegenden Region zum Glauben an Jesus finden.

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5.900 Bibeln für Indien

Danke für 41.317 Euro! Wir freuen uns riesig, dass unser Spendenziel von 35.000 Euro nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen wurde! Nun können unsere Partner in Indien über 5.900 Mädchen und Jungen mit ihrer ersten eigenen Bibel beschenken und sie in Kursen anleiten, darin zu lesen.

Vielen Dank, dass Sie mit Ihrer Spende dazu beitragen, dass Gemeindegründer wie Jakkarao und Ashwini das Programm „Philippus Junior“ anbieten können. Das Ehepaar arbeitet unter dem Stamm der Koya. Dort erzählen sie Kindern von Gott und seinem Rettungsplan. „Durch das Bibelwort in Matthäus 18,14 hat Gott unsere Herzen berührt: ‚Genauso ist es nicht der Wille meines Vaters, dass auch nur eines von diesen Kindern verloren geht.‘ In Gottes Augen ist es unschätzbar wertvoll, Kinder mit dem Evangelium vertraut zu machen“, sagt Jakkarao. In den kurzen Videos erhalten Sie einen Einblick in die Arbeit des Ehepaares.

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Indien: Durch das Bibel-ABC berührt

Monica ist ein schüchternes Mädchen von zwölf Jahren. Sie kommt aus Butchayyapeta, einem kleinen Dorf in Andhra Pradesh in Südindien. Ihr junges Leben war bisher alles andere als einfach. Gemeinsam mit ihrem älteren Bruder lebt sie bei ihrer Großmutter. Ihre Eltern sieht sie nur einmal im Jahr, weil diese in die Großstadt gezogen sind, um Geld zu verdienen.

Seit Kurzem nimmt Monica begeistert an einem Bibel-ABC-Englischkurs der Bibel Liga teil. Ihr macht es nicht nur Spaß, Englisch zu lernen und die Geschichten aus der Bibel kennenzulernen, sondern in dem Kurs hat sie auch zum ersten Mal erlebt, was sie in ihrem Leben bisher schmerzlich vermisst hat: Liebe und Geborgenheit.

Monica hat durch den Bibel-ABC-kurs Halt in Jesus gefunden.
Von Armut und Gewalt zerrüttete Kindheit

Solange Monica zurückdenken kann, ist ihre Familie arm. Ihr Vater ist Landwirt, aber die Erträge reichten für die vierköpfige Familie nicht zum Leben. Deshalb nahmen ihre Eltern beide einen Job bei einem Bauunternehmer an, für den sie in verschiedenen Großstädten arbeiten müssen. Die Bezahlung dort ist zwar besser, allerdings sind sie das ganze Jahr über von ihren Kindern getrennt. Höchstens einmal im Jahr kommen sie für ein paar Tage nach Hause. Aber nicht nur die räumliche Trennung macht Monica zu schaffen. Ihr Vater ist Alkoholiker und behandelt seine Kinder sehr grob. Monica kann sich nicht erinnern, dass er je ein nettes Wort zu ihr gesagt hätte. Unterschwelliger Hass ihm gegenüber brodelte deshalb lange Zeit in ihrem Herzen. Als Monica an dem Bibel-ABC-Kurs teilnahm, erlebte sie zum ersten Mal Liebe und Annahme. Sulochana, die Kursleiterin und Ehefrau des Pastors einer christlichen Gemeinde, wurde für Monica schnell zur Mutterfigur. Eine solche bedingungslose Annahme hatte Monica bis dahin weder von ihrer Familie noch von ihren Mitschülern in der Schule erlebt.

Monica mit ihrer Großmutter und dem Material des Bibel-ABC-kurses
Monica hilft ihrer Großmutter beim Kochen
Hoffnung durch den Englischkurs

Insgesamt 20 Kinder nehmen regelmäßig an dem Kurs teil. Sie lernen Englisch anhand von Schlüsselbegriffen aus ihrem Alltag sowie biblischen Geschichten. „Meine Lieblingsgeschichte ist das Gleichnis vom verlorenen Schaf. Jesus kommt, um jeden zu suchen, der verloren ist. Er liebt auch mich und hilft mir“, erzählt Monica voll Freude. Ihre Großmutter ist nicht begeistert, dass Monica durch den Kurs Kontakt mit Christen hat. Doch die sonst so schüchterne Zwölfjährige lässt sich davon nicht abhalten. „Ich liebe den Bibel-ABC-Kurs und bete für meine Familie, dass auch sie Gott kennenlernen“, sagt sie. Beim letzten Besuch ihrer Eltern war ihr Vater recht offen für den Glauben und auch sein Umgang wurde weicher. Monica merkt, dass Gott in ihrer Familie und auch an ihrem eigenen Herzen wirkt. „Ich bete jeden Tag und empfinde keinen Hass mehr auf meinen Vater.“ Sie hofft, dass eines Tages Liebe und Hoffnung auch in ihrer Familie einziehen.

Monica liest jeden Morgen in dem Material des Bibel-ABC-kurses
Menschen die Teilnahme am Bibel-ABC-Kurs ermöglichen

Bibel-ABC-Kurse sind eine wertvolle Möglichkeit, durch biblische Geschichten Lesen und Schreiben oder Englisch zu lernen. Besonders Mädchen und Frauen nutzen gerne diese Bildungschance, denn in vielen Kulturen hat der Schulbesuch von Jungen noch immer eine höhere Priorität. Das Bibel-ABC ist außerdem ein wichtiges Instrument für Evangelisation. Menschen aus anderen Religionen, die sich nicht trauen würden, einen christlichen Gottesdienst zu besuchen, nehmen oft mit großem Interesse an dem Kurs teil. Viele lernen dadurch Jesus kennen.

Wir freuen uns, wenn Sie Menschen ermöglichen, an einem Bibel-ABC-Kurs teilzunehmen. Mit 30 Euro schenken Sie einer lernwilligen Person die Teilnahme an dem einjährigen Kurs, inklusive Lernmaterial und eigener Bibel.

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Vom Verstoßenen zum Gemeindegründer

Mahendra war in einem buddhistischen Elternhaus aufgewachsen. Wie bei vielen Menschen in seinem Dorf in Indien war sein Leben davon bestimmt, sich ein gutes Karma zu erarbeiten. Als Verwandte ihm vom Evangelium erzählten, lehnte Mahendra entschieden ab. Doch seitdem gab es da diese leise Stimme Jesu, die in ihm widerhallte: „Hast du einen Platz für mich in deinem Herzen?“ Nach langer innerer Zerrissenheit lautete seine Antwort „Ja“.

Wegen seines Glaubens verstoßen

Seine Entscheidung für Jesus blieb nicht ohne Folgen. Er wurde aus seinem Dorf vertrieben, denn die Abwendung vom buddhistischen Glauben war vielen ein Dorn im Auge. Monatelang lebte er auf der Straße ohne Essen und einem Dach über dem Kopf. Ein Missionar half ihm schließlich und Mahendra schloss sich seinem Dienst an und besuchte ein Bibelseminar.

Mahendra mit seinen zwei Söhnen
Geistlicher Aufbruch

Jahre später kehrte er in sein Dorf zurück, um das Evangelium zu predigen. Konversion ist noch immer mit politischer und sozialer Ablehnung verbunden. Dennoch gibt es mittlerweile in jeder Stadt seines Bezirks eine Gemeinde. Das war noch vor wenigen Jahren unvorstellbar. 

Heute leitet Mahendra selbst eine Gemeinde und bildet im Rahmen des Gemeindegründertrainings der Bibel Liga andere Leiter aus. Immer wieder begegnet Jesus Menschen auf unterschiedliche Weise. Und täglich fragt Jesus seine Nachfolger: „Hast du einen Platz für mich in deinem Herzen?“ Und jeden Tag aufs Neue lautet Mahendras Antwort: „Ja, Herr.“

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Indien: Glaubensschritte trotz Verfolgung

In Indien haben 47 Frauen und Männer ihre Ausbildung zu Gemeindegründern abgeschlossen. Sie tun diesen Glaubensschritt trotz Verfolgung. Ihr Dienst im Süden des Landes ist nicht leicht: Immer wieder werden Kirchen verwüstet, Pastoren verprügelt und wegen ihres Glaubens an Jesus sogar ermordet. Trotz der Gefahren evangelisieren diese mutigen Frauen und Männer weiter.

Graduation Indien
Ashish aus Indien
Gemeinsam Jesus entdecken

Einer von ihnen ist Ashish aus dem Bundesstaat Telangana. Während seiner Ausbildung zum Gemeindegründer begann der 27-Jährige, Philippus-Bibelkurse sowie das Bibel-ABC anzubieten. Beim gemeinschaftlichen Bibellesen erlebt er, wie Menschen umkehren und Leben in Christus finden. Inzwischen ist eine Gemeinde entstanden. Dies ermutigt ihn in allen Herausforderungen.

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