„Mit Jesus hörte der dämonische Spuk auf“

Wie Silas erst frei und dann Bibel Liga-Mitarbeiter wurde

Interview mit Silas Gayra

Der 45-jährige Silas Gayra lebt mit seiner Frau Amrita und drei Kindern in Pokhara, der zweitgrößten Stadt Nepals. In den letzten 15 Jahren gründete er fünf Gemeinden und arbeitet heute als Bibel Liga-Koordinator. Als Teenager erlebte er zum ersten Mal dämonische Angriffe. Wie er davon frei wurde und wie er eine Hinwendung zu Jesus erlebte, erzählt er im Interview.

Silas und Amrita beim Teetrinken
Silas im Gespräch mit Ram Hari
Kleines Bibel Liga-Materiallager in Silas‘ Haus

Wie bist du aufgewachsen?

Ich wuchs in einem Dorf in Zentralnepal auf. Bei uns waren alle Hindus. Wir führten täglich Verehrungsrituale für unsere Götter durch, gingen zum Hindutempel und brachten dort Opfergaben dar. Bis zu meinem 17. Lebensjahr kannte ich nur den Hinduismus.

Wie bist du dann mit dem christlichen Glauben in Kontakt gekommen?

Als meine schwerkranke Oma in ein christliches Krankenhaus gebracht wurde, bat mich eine Krankenschwester, meiner Oma aus einem christlichen Buch mit dem Titel „Der Weg zum Leben“ vorzulesen. Ich habe wenig verstanden, aber es weckte in mir eine Sehnsucht. Kurz danach erlebte ich zum ersten Mal Angriffe dämonischer Geister. Manche dieser Attacken waren wie Halluzinationen. Sie lenkten mich von meinen normalen Alltags-Aktivitäten ab. Bei anderen „Angriffen“ wollte mich eine dunkle Macht erwürgen.

Meine Familie nahm diese Angriffe sehr ernst und brachte mich zu einem Schamanen. Aber dessen Rituale waren kraftlos und veränderten nichts. Inzwischen war mein Onkel Christ geworden. Er sprach mit mir über seinen neuen Glauben und schenkte mir eine Bibel. Ich las darin und mein Interesse an Jesus wuchs. Trotzdem wollte ich noch nicht meine hinduistische Tradition verlassen. Mir war beigebracht worden, dass ich mich mit dem Besuch eines christlichen Gottesdienstes verunreinigen würde.

Was hat dir dann geholfen, dein Vertrauen auf Jesus Christus zu setzen?

Mein Onkel sprach mit mir weiter unbeirrt über seinen Glauben. Einmal verglich er eine Aussage des Hindugottes Krishna mit einem Wort Jesu. Krishna sagt in einer zentralen Schrift des Hinduismus: „Mit der fortschreitenden Verderbnis der Menschen werde ich zurückkommen, um alle Sünder zu vernichten.“ Jesus sagt in Lukas 19,10: „Der Menschensohn ist gekommen, Verlorene zu suchen und zu retten.“ Das hat mich überwältigt. In diesem Vergleich erkannte ich die Liebe Jesu zu uns Menschen.

Längst war ich durch die anhaltenden dämonischen Angriffe krank und müde geworden und sehnte mich nach Befreiung. So war ich bereit, meine religiöse Tradition hinter mir zu lassen. Ich ging mit meinem Onkel in den Gottesdienst seiner Gemeinde und vertraute mein Leben Jesus an. Seitdem hat mich kein dämonischer Geist mehr geplagt.

Brachte dich die Nachfolge Jesu damals in Schwierigkeiten?

Ja, ich wurde von den Hindus sozial ausgegrenzt. Zu Festen im Dorf wurde ich nicht mehr eingeladen und viele Dorfbewohner mieden den Kontakt mit mir. Auch maoistische Rebellen, die in unserer Region einen Stützpunkt hatten, nahmen mich einmal nach einem Gemeindebesuch gefangen und verhörten mich. Sie hassen alle Menschen, denen ihr Glaube wichtig ist und ich dachte, dass meine letzte Stunde geschlagen hat. Aber ich betete zu meinem großen Gott und überraschenderweise ließen sie mich wieder frei. Dank dem Herrn!

Was sind die aktuellen Schwerpunkte deiner Arbeit?

Ich bilde Leiter von Bibelgruppen und Bibel-ABC-Kursen und Gemeindegründer in der Annapurna-Region aus. Darüber hinaus bin ich Co-Pastor einer Baptistengemeinde hier in Pokhara.

Was sind deine Pläne für die kommenden Jahre?

Es gibt immer noch viele Dörfer ohne christliche Gemeinde. Ich will in diesen Dörfern „Personen des Friedens“ finden. Das sind Menschen, die für die Botschaft des Evangeliums offen sind (vgl. Lk 10, Mt 10). Mit ihnen will ich Gemeinden gründen. Und ich möchte mich darauf konzentrieren, neu ausgebildete Gemeindegründer in abgelegene Dörfer zu begleiten. Jeder Nepali soll in seinem Dorf oder in seinem Stadtteil lebendige Zeugen für Gottes Gnade erleben können und Zugang zur Frohen Botschaft bekommen.

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